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Freitag, der 13.
Glück im Unglück

Die meisten haben schon viele Freitage, den 13., überlebt. Dennoch fragen sie sich beim Blick auf den Kalender bang: Haben sie am Unglückstag diesen Freitag vielleicht doch Pech? Die Erfahrung zeigt allerdings, dass dieses sich selten auf einen Tag festlegen möchte. Von Pia Rolfs

Schließlich ist das moderne Pech flexibel und trifft den Menschen am liebsten überraschend – das hat den größten Effekt. Und es weiß: Es kommt, wie beim Humor, vor allem auf Timing an. Da ist es nicht so witzig, wenn alle den bösen Gag schon vorausahnen – und beim verlorenen Schlüssel nur müde mit den Schultern zucken: „Kein Wunder: Ist ja schließlich Freitag, der 13.“. Deswegen wartet das Pech meistens lieber, bis sich jemand in Sicherheit wiegt.

Im Grunde ist der Mensch also am Freitag, den 13., vermutlich sogar besonders gegen das Unglück gefeit. Hauptsache, er erwartet das Schlimmste. Denn entweder passiert nichts – dann hat er großes Glück. Oder es gehen Kleinigkeiten schief – dann hat er Glück im Unglück. Und bei größeren Pannen kann er immerhin die fünf Worte formulieren, die langjährige Ehepartner oft am glücklichsten machen: „Ich hab’s ja gleich gesagt.“