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Fußball-Regionalliga
Bundesgericht bestätigt Punktabzug gegen Waldhof Mannheim

Pyrotechnik, Ausschreitungen, Platzsturm: Das Relegationsrückspiel des SV Waldhof Mannheim gegen den KFC Uerdingen um den Drittliga-Aufstieg musste im Mai abgebrochen werden. Die Geschehnisse beschäftigen bis heute die DFB-Gremien und Sportgerichte.
Pyrotechnik, Ausschreitungen, Platzsturm: Das Relegationsrückspiel des SV Waldhof Mannheim gegen den KFC Uerdingen um den Drittliga-Aufstieg musste im Mai abgebrochen werden. Die Geschehnisse beschäftigen bis heute die DFB-Gremien und Sportgerichte. FOTO: dpa / Samla.De
Mannheim. Nach Berufungsverhandlung soll es bei drei Zählern Abzug für den SV Waldhof bleiben. Der Regionalligist erwägt aber weitere Schritte. dpa

Regionalliga-Tabellenführer Waldhof Mannheim ist mit seiner Berufung gegen den Punktabzug infolge der Ausschreitungen im Relegationsspiel um den Aufstieg in die 3. Liga gescheitert. Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestätigte am gestrigen Dienstag in einer mündlichen Berufungsverhandlung die drei Punkte Abzug für die laufende Saison, reduzierte aber die Höhe der Geldstrafe. Statt 40 000 Euro müssen die Mannheimer nur noch 25 000 Euro bezahlen und dürfen einen Teil davon in Maßnahmen zur Sicherheit und Gewaltprävention investieren. Der Vorsprung in der Regionalliga Südwest auf Verfolger SSV Ulm 1846 betrüge dann noch drei statt bislang sechs Punkte.

Der Fußball-Club prüft nach Angaben seines Geschäftsführers Markus Kompp nun weitere juristische Schritte. Man werde das schriftliche Urteil abwarten und dann entscheiden, ob man noch eine weitere Runde gehe, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Statt vor das ständige Schiedsgericht möchte der Verein in diesem Fall gerne vor das Landgericht Frankfurt. Ansatz dafür ist ein Formfehler, auf den das Gericht in der mündlichen Verhandlung nach Angaben von Kompp nicht eingegangen ist. Demnach bekamen die Mannheimer einen nicht vom Kontrollausschuss unterschriebenen ersten Antrag über neun Punkte Abzug zugestellt.

Da der Punktabzug bestehen bleibt, überwog beim SV Waldhof die Enttäuschung. „Ich habe mir natürlich mehr erhofft. Wir werden das Urteil prüfen und uns dann beraten. Der Punktabzug ist unschön für die Mannschaft“, sagte Kompp, der während der Verhandlung ein emotionales Plädoyer hielt: „Am 27. Mai ist in mir etwas passiert. Ein Teil meines Antriebs für den Job ist durch diese Chaoten gestorben. Ich mache den Job auch der Mannschaft zuliebe und bin in der Verantwortung, den Punktabzug wegzubekommen.“



Verurteilt wurde Mannheim im Juli dann zu drei Punkten Abzug, einer Geldstrafe in Höhe von 40 000 Euro und mehreren Auflagen. In der Berufung gab es nun Anpassungen der Strafe. „Das Ausmaß der Vorfälle während der Aufstiegsspiele zur 3. Liga gegen Uerdingen war so exorbitant, dass in der Ahndung neue Wege beschritten werden müssen“, begründete der Vorsitzende Richter des DFB-Bundesgerichts, Achim Späth, laut DFB-Mitteilung den Punktabzug. Anerkannt worden seien aber auch von der neuen Mannheimer Vereinsführung eingeleitete Maßnahmen. Diese seien „zielführend und positiv zu sehen. Deshalb und auch wegen der zwischenzeitlichen Täter-Ermittlung wurde die Strafe reduziert“, ergänzte Späth. Kompp hält es weiter für falsch, die Spieler für ein Fehlverhalten der Fans zu bestrafen.

Im Playoff-Rückspiel um den Aufstieg in die 3. Liga am 27. Mai hatten Mannheimer Anhänger Rauchbomben und Böller auf das Spielfeld geworfen. Die Partie war in der 82. Minute beim Stand von 2:1 für Uerdingen unter- und schließlich abgebrochen worden.