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Klassik-Open-Air
Sonne des Südens über dem Marktplatz

 Unter der Leitung von Jonathan Kaell sorgte das Homburger Sinfonieorchester schon häufiger in der Homburger Innenstadt für klassischen Hörgenuss. Diesmal ist das Orchester am 19. August beim Open Air zu hören.
Unter der Leitung von Jonathan Kaell sorgte das Homburger Sinfonieorchester schon häufiger in der Homburger Innenstadt für klassischen Hörgenuss. Diesmal ist das Orchester am 19. August beim Open Air zu hören. FOTO: Thorsten Wolf
Homburg. Das Homburger Sinfonieorchester setzt beim Klassik-Open-Air am 19. August auf dem historischen Marktplatz auf mediterrane Klänge. Noch gibt es Karten. Spielt das Wetter nicht mit, dann wird das Konzert in den Saalbau verlegt. Von Ulrike Stumm

Wenn die Sonne untergeht, die Steinsitze zwar unbequem sind, die Musik aber über alles hinwegtröstet, dann ist man zum Beispiel in der weltberühmten Arena di Verona. Dort lauscht man dann vielleicht gerade dem berühmten Triumphmarsch aus Giuseppe Verdis Aida oder summt innerlich bei Arien aus Rigoletto oder Nabucco mit, lässt sich mit den Tönen durch den Abendhimmel tragen. Wer klassische Musik einmal so gehört hat, den wird dieses Erlebnis wohl nicht mehr loslassen: Auch wenn die Melodien draußen  nicht anders klingen als drinnen, die Stimmung macht den Unterschied.

Um mitreißende Melodien unter freiem Himmel mitten in der Stadt, zu hören, muss man aber nicht unbedingt so weit reisen. Das Homburger Sinfonieorchester bittet erneut zum Klassik-Open-Air – Homburg hat zwar keine historische Arena zu bieten und insgesamt fällt das Ereignis etwas weniger üppig aus, aber: Das, was da am Samstag, 19. August, um 20 Uhr auf dem historischen Marktplatz geboten wird, kann sich hören und auch sehen lassen. Immerhin will man hier die Zuhörer unter die feurige Sonne des Südens entführen – so das Motto des Abends.

Diesmal wurde das Klassik-Ereignis unters Musiksommer-Dach aufgenommen, verantwortlich dafür ist die Interessengemeinschaft Homburger Altstadt gemeinsam mit der Stadt. Bis vor zwei Jahren war dieses Konzert unter freiem Himmel Bestandteil der Festa Italiana. Als es dieses im vergangenen Jahr dann nicht mehr gab, fiel das Open-Air ebenfalls zunächst flach. Nun spielt man wieder.



Das Programm ist sommerlich leicht angemischt mit zum Beispiel Stücken von Manuel de Falla, mit Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“, ein Solokonzert für Gitarre und Orchester, oder auch Augustin Laras „Granada“ – mit Dahinschmelz-Faktor – beziehungsweise der Habanera aus der Oper Carmen von Georges Bizet.

Für Jonathan Kaell, den Dirigenten des Homburger Sinfonieorchesters, strahlt die „feurige Sonne des Südens” mit ihrer Wärme durch das gesamte musikalische Programm. Mediterrane Klänge seien der Schwerpunkt des Abends. Neben Italien werden Frankreich und Spanien Stationen sein, verspricht er. Und er hat nicht nur Komponisten ausgewählt, die selbst aus Mittelmeer-Ländern stammen, sondern auch solche, die diese Länder aus der „Ferne” betrachten. „Es dürfte“, so Kaell, „höchst interessant sein, zu erleben, wie sich beispielsweise der russische Komponist Nikolai Rimsky-Korsakov oder der Franzose Emile Waldteufel mit seinem französisch-wienerischen Blick Spanien vorstellen“. Mit dabei sein wird erneut die Sopranistin Charlotte Dellion – sie war bereits zum Neujahrskonzert im Saalbau. Ebenfalls zu hören ist der Gitarrist Tim Beuren. Roland Kunz wird durch das Programm führen.

Gespielt wird auf einer großen Bühne, die auf dem unteren Teil des Marktplatzes aufgebaut werden soll, hatte der Kulturbeigeordnete Raimund Konrad schon vor einiger Zeit angekündigt. Sie soll allerdings bescheidener ausfallen als die imposante transparente Konstruktion, die vor zwei Jahren bei der Festa Italiana an gleicher Stelle stand. Während des Konzerts werde die Saarbrücker Straße gesperrt, kündigte Konrad weitere Einzelheiten an. Einlass zur Konzertfläche ist dann an zwei Stellen: von der Saarbrücker Straße und von der Eisenbahnstraße aus. Nicht ganz 700 Sitzplatz-Karten werden verkauft, dazu kommen etwa 200 weitere Karten der Kategorie zwei. Hintergrund ist das Wetter, das Freiluftveranstaltungen immer zu einer Wackelpartie macht – in unseren Breiten im Sommer noch mehr als im italienischen Verona, wo man aber gelegentlich auch zum Regenumhang greift und hofft, dass nicht alles abgebrochen wird. In Homburg wird die Veranstaltung bei schlechtem Wetter in den Saalbau verlegt, so Konrad, wer dann Karten der Kategorie zwei hat, der kann nicht mit, kann diese Tickets aber zurückgeben. Zeigt sich der Himmel freundlich, werden zu den Vorverkaufskarten noch zusätzliche Tickets zu haben sein.

Auch eine öffentliche Generalprobe wird es geben – am Vorabend, 18. August, um 20 Uhr. Diese wird für jeden geöffnet sein, Sperrungen gebe es da nicht, so Konrad.

Bleibt nun also nur noch zu hoffen, dass die Sonne des Südens am 19. August nicht nur musikalisch strahlt.

Karten gibt es online über Ticket Regional unter www.ticket-regional.de/ oder im Kulturamt der Stadt Homburg, Telefon (0 68 41) 10 11 68.

 Jonathan Kaell hat auch beim Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters im August den Taktstock in der Hand.
Jonathan Kaell hat auch beim Klassik-Open-Air des Homburger Sinfonieorchesters im August den Taktstock in der Hand. FOTO: Rich Serra