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Tipps von Gartenexpertin
So wird der Garten winterfest

 Laub ist ein natürliches Isoliermaterial für Flachwurzler, das im Herbst in Hülle und Fülle zur Verfügung steht.
Laub ist ein natürliches Isoliermaterial für Flachwurzler, das im Herbst in Hülle und Fülle zur Verfügung steht. FOTO: dpa-tmn / Judith Michaelis
Bad Zwischenahn/Berlin. Im Spätherbst versetzen viele Hobbygärtner ihr Revier in Winterschlaf. Doch die Natur schläft niemals vollkommen. Sogar in der kalten Jahreszeit kann noch Gemüse angebaut werden.

() Die kühlen Herbstnächte deuten es bereits an: Der Winter steht vor der Tür. Spätestens ab November beginnen daher viele Gartenbesitzer, ihr grünes Paradies für die kalte Jahreszeit vorzubereiten und Pflanzen ins Haus zu holen. Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie hält jedoch nichts von solch festen Terminen. „Gerade in Zeiten des Klimawandels lässt sich nicht an einem Kalender, sondern nur an der Natur ablesen, ob und wann der Winter kommt“, erläutert die Beraterin. Für die Pflanzen kann Engagement zur falschen Zeit sogar gefährlich sein. „Werden Pflanzen zu früh eingepackt, leiden sie und werden anfällig für Schädlinge.“

Sie rät – egal ob für Oktober, November oder Dezember: Nähert sich das Thermometer der Null-Grad-Grenze, muss der Gärtner einige Pflanzen in Sicherheit bringen. „Minus fünf Grad Celsius halten manche Pflanzen im Garten noch aus. Kübelpflanzen sollten aber schon bei plus fünf Grad Celsius eingepackt werden, denn die empfindlichen Wurzeln brauchen spätestens dann draußen einen Kälteschutz“, sagt Ahlers.

Wie ein Garten dann winterfest gemacht werden muss, hängt letztlich von dessen Gestaltung und Bepflanzung ab. „Wer landschaftsgerechte Pflanzen in seinem Garten hat, muss sich wenig Gedanken machen. Sie sind robust und von Natur aus winterhart“, erklärt Ahlers.



Anders sieht dies bei wärmeliebenden, frostempfindlichen Gewächsen wie Kamelien, veredelten und nicht ausreichend tief gepflanzten Rosen sowie manchen mediterranen Kräutern aus. Sie müssen drinnen überwintern oder mit Laub und Jute geschützt werden. Ein natürliches Isoliermaterial steht mit Laub im Herbst in Fülle zur Verfügung. Es lässt sich auf den Beeten verteilen. Der Naturschutzbund Deutschland vergleicht die Laubschicht mit einer wärmenden Decke, die den Boden gegen den Frost isoliert. Empfindliche Bäume und Sträucher wie flachwurzelnde Johannis- und Stachelbeeren könnten diesen Schutz gut gebrauchen.

Was den Beeten gut tut, kann für den Rasen jedoch fatal sein. Er darf nicht von Blättern bedeckt sein. „Rasen kann unter Laub ersticken. Er braucht Licht und muss immer gut durchlüftet sein, damit sich keine Pilzkrankheiten bilden“, betont Ahlers. Abgeblühte Stauden sollten Hobbygärtner dagegen nicht im Herbst, sondern im Frühjahr schneiden. So könnten Insekten in den hohlen Stängeln und den Blattachsen überwintern.

Ahlers rät, für den idealen Zeitpunkt eines Rückschnitts im Frühjahr auf die sogenannten phänologischen Zeigerpflanzen zu achten. „Wenn die Forsythien blühen, ist der Saftstrom in allen Pflanzen gewährleistet, und sie haben genug Kraft um auszutreiben.“

Spätherbst und Winter sind aber nicht eine Zeit der Ruhe, es gibt im Garten weiterhin etwas zu tun. Laut Nabu lassen sich nun Hügel- und Hochbeete anlegen, Frühlingsblüher setzen und Gehölze pflanzen.

Es kann sogar noch etwas geerntet werden: Pflücksalate wie Lollo- und Eichblattsalate, Feldsalat, Gartenkresse, Rucola, Asia-Salate wie Mizuna, Blattsenf und Pak Choi sowie viele Winterkohl-Arten. Sowohl Freiland- und Hochbeete als auch Frühbeet- und Balkonkästen sind dafür geeignet – solange sie möglichst sonnig sind.

Doch auch ohne eine Ernte hat ein Garten ab dem Spätherbst seinen Reiz. „Wir sollten lernen, den Garten in dieser Jahreszeit mit anderen Augen zu betrachten“, betont Ahlers. „Mit Raureif bedeckte, abgeblühte Sonnenblumen, aus denen sich Spatz und Stieglitz Nahrung holen, haben ihren ganz eigenen Zauber.“

(dpa)