| 20:22 Uhr

Tipps zum netzwerken
So werden wichtige Kontakte geknüpft

Berlin. Berufliche Netzwerke können helfen, erfolgreich im Job zu sein. Doch wie vernetzt man sich und welche Vorgehensweise bringt was?

() „Networking“ ist eines dieser Worte, das aus dem Berufsleben nicht wegzudenken ist. Das Netzwerken umfasst Gespräche mit Kollegen, Geschäftspartnern, Gleichgesinnten, Bekannten. Doch wie genau bauen sich Berufstätige ein Netzwerk auf? Und wie helfen soziale Medien dabei? Die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Beim „Networking“ geht es darum, wichtige geschäftliche Kontakte zu knüpfen. Ein Netzwerk kann aus Kollegen, Vorgesetzten, Geschäftspartnern, Kunden oder Bekannten aus Studienzeiten bestehen. „Der Aufbau eines solchen Beziehungsnetzes braucht viel Zeit“, sagt Andreas Lutz vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD).

„Jeder sollte netzwerken, unabhängig von Alter, Funktion und Branche“, rät Martina Haas, Networking-Expertin aus Berlin. Firmenintern sind gute Beziehungen ebenso wichtig wie über die Unternehmensgrenzen hinaus.



Ein Netzwerk basiert auf Gegenseitigkeit, ergänzt Personalberaterin Doris Brenner. Die Mitglieder bringen gemeinsam Dinge voran, sie können sich unterstützen und voneinander lernen. Natürlich dürfe man keine vertraulichen Informationen weitergeben, warnt Brenner. Doch: „Wenn ich ein wertvolles Netzwerkmitglied bin, erhalte ich Anregungen, frühzeitig exklusive Informationen, Ermutigung oder Warnung, Unterstützung und Weiterempfehlungen“, sagt Haas. Dafür müsse man aber bereit sein, in Vorleistung zu gehen.

Besonders für Selbstständige sei ein Netzwerk extrem wichtig, sagt Lutz. Einzelkämpfer bräuchten Rat oder die Möglichkeit, „sich auch einfach nur mal auszuheulen“. Aber auch für andere Berufstätige zahlt sich ein Netzwerk aus. „Wer die Spielregeln verstanden hat, wird erfolgreicher sein.“

Doch wie nutze ich mein Netzwerk effektiv, ohne zu nerven? „Netzwerken ist ein Geben und Nehmen“, sagt Lutz. Daher ist es wichtig, dass jedes Mitglied Ansprechpartner ist, gleichzeitig aber auch Fragen stellen kann. Ungern gesehen sind Leute, die sich auf der Überholspur wähnen, sagt Haas. „Wer zu schnell zu viel will, zu forsch und fordernd auftritt, wird zum Network-Fail.“

Auch mit Hilfe der sozialen Medien lässt es sich netzwerken, denn nicht jedem fällt es leicht, persönlich auf andere Menschen zuzugehen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Da können soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Whatsapp hilfreich sein. Wer nur im beruflichen Kontext unterwegs sein will, ist bei Portalen wie Xing oder LinkedIn besser aufgehoben. Allerdings: „Das Netz vergisst nichts“, sagt Haas. Arbeitgeber schauen sich heute auch im Internet um.

Der Kontakt sollte indes nicht rein virtuell bleiben, rät Brenner. „Irgendwann muss man die Beziehung mal auf eine persönliche Basis heben und sich tatsächlich kennenlernen.“ Außerdem komme es auf die Qualität der Kontakte und nicht auf die Anzahl an, sagt Haas. Wer Kontakte knüpft, muss sie auch pflegen.

Berufstätige könnten nicht früh genug damit beginnen, Netzwerke aufzubauen, sagt Lutz. Möglichkeiten liefern zum Beispiel im Studium die Jugendorganisationen von Verbänden, aber auch Jobmessen oder Karrieretage. Ehemalige Studenten können sich in Alumni-Kreisen zusammenschließen, rät Haas.

Im Arbeitsleben kommen die Kontakte dagegen meist von ganz allein – in der Firma, bei Geschäftsreisen, Kongressen, in Berufsverbänden.

(dpa)