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Rat der Verbraucherzentrale
So gibt es bei Zugverspätungen Geld zurück

FOTO: Christophe Gateau/dpa / Christophe Gateau
Berlin. Bahnunternehmen müssen ihre Kunden entschädigen, wenn es zu größeren Verspätungen kommt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erklärt, wie Passagiere zu ihrem Recht kommen. Von np

Kommen Fahrgäste mehr als 60 Minuten später als geplant am Ziel an, können sie 25 Prozent des Fahrpreises der Gesamtstrecke zurückverlangen. Bei einer Verspätung von zwei Stunden muss die Bahn 50 Prozent des Fahrpreises erstatten. Werden auf der Fahrt mehrere Züge genutzt, ist laut der Verbraucherschützer die Verspätung am letzten Ziel entscheidend, nicht die der einzelnen Züge.

Wer sieht, dass er mehr als eine Stunde später am Ziel ankommen wird, kann auf die Fahrt verzichten und von der Bahn den gesamten Fahrpreis zurückverlangen. Auch Kosten für die Fahrt zum Startort können Passagier einfordern. Wer sich wegen einer absehbaren Verspätung von mindestens einer Stunde dafür entscheidet, mit dem Taxi weiterzufahren, kann dafür unter Umständen ebenfalls Geld von der Bahn bekommen. Das Unternehmen muss die Kosten für eine Taxifahrt bis maximal 80 Euro erstatten, wenn die geplante Ankunft am Ziel zwischen 0 Uhr und 5 Uhr nachts liegt. Das gleiche gilt, wenn der letzte planmäßige Zug des Tages ausfällt und das Ziel bis 24 Uhr nicht anders zu erreichen ist.

Bislang haben Urlauber auch dann einen Entschädigungsanspruch, wenn die Verspätung auf höhere Gewalt zurückzuführen ist. Dazu gehören etwa Wetterbedingungen, Terrorakte oder Naturkatastrophen. Das könnte sich bald ändern: Die EU-Verkehrsminister haben sich im Dezember darauf geeinigt, Bahnunternehmen in diesen Fällen künftig von der Entschädigungspflicht zu befreien. Das EU-Parlament berät allerdings noch darüber und entscheidet dann.



Die Bahn empfiehlt, sich Verspätungen von Mitarbeitern des Unternehmens bestätigen zu lassen. Damit können Kunden im Internet oder in einem Servicecenter der Bahn Erstattungsansprüche geltend machen.