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Silvester-Typen
Vom Gala-Geher bis zum Raclette-Ruhepol

 Verbringt man den Jahreswechsel lieber bei einer angesagten Party oder beim leckeren Raclette daheim? Das ist auch eine Typfrage.
Verbringt man den Jahreswechsel lieber bei einer angesagten Party oder beim leckeren Raclette daheim? Das ist auch eine Typfrage. FOTO: Getty Images/ istock / Petar Chernaev
Köln. Geschmäcker sind unterschiedlich. Das gilt auch für die Feiern zum Jahreswechsel. Hier ein Überblick über die Silvester-Typen. Von Jonas-Erik Schmidt

„Was machst du an Silvester?“: Der Jahreswechsel steht bevor – und man wird genötigt, sich irgendwie zu entscheiden. Für manche Menschen ist das die pure Qual, für andere die große Chance, mal wieder freudig Frack zu tragen. Eine Typologie.

Der Gala-Geher: Dieser Partylöwe weiß schon Wochen vorher, dass sein Silvesterabend in die Geschichte eingehen wird: als größte Sause des Jahres. Er bemüht sich im Spätsommer um Karten für ein Gala-Dinner, bei dem Champagner-Gläschen zu Pyramiden gestapelt werden – „so wie in New York“. Geld ist dabei komplett egal, Hauptsache es wird eine „night to remember“ und groß. Verdammt groß. Beispiel? „Das Größte, das wir bislang hatten, war eine komplette gemietete Burg“, berichtet Andreas Stolze von den Eventausrichtern „Die Partyplaner“.



Der Totalverweigerer: Er ist ein Aussteiger-Typ. Früher hat er sich noch zu Silvesterpartys überreden lassen, bei denen der dann mürrisch am Sektglas nippte. Irgendwann ist er abgedriftet: Er ignoriert Silvester und lässt das auch alle wissen. Daher legt er sich auch demonstrativ um 21 Uhr ins Bett, obwohl er sonst später schlafen geht.

Der Böller-Ballerer: Sekt, Luftschlangen und Partyhütchen sind dem diesem Silvester-Typen egal. Er sehnt den Jahreswechsel herbei, weil es der Tag erlaubt, Explosionen auszulösen. Deswegen deckt er sich frühzeitig mit einem Großarsenal an Böllern ein. Da es zeitlich gar nicht möglich ist, alles erst ab 0 Uhr abzubrennen, fängt er manchmal schon am späteren Nachmittag in einer Wohnhaussiedlung damit an. Dass die Debatten um Klimaschutz und saubere Luft auch vor dem Silvesterfeuerwerk nicht halt machen, stört den Böller-Ballerer nicht.

Der Melancholiker: Er wird von der symbolischen Wucht des Tages überwältigt. Das Jahr endet, ein neues steht bevor. Was mag kommen? „Für viele ist es auch eine Zeit der Melancholie und der Nachdenklichkeit“, sagt der Psychologe Christian Ambach. Aber: „Melancholie kann etwas Gutes sein. Leidensdruck kann produktiv sein, wenn er zu einer Veränderung führt“, betont er. Klassiker: Man will endlich mehr Sport im neuen Jahr treiben.

Der Raclette-Ruhepol: Dieser Genießer-Typ braucht es zum Jahresende vor allem gemütlich. Silvester findet bei ihm daher vor allem auf den Tisch statt: Marzipan-Glücksschweinchen, Mini-Hufeisen und natürlich Raclette. Er ist Anhänger von Silvestertraditionen, solange man dafür nicht allzu lange das Haus verlassen muss. Daher hat er auch ein Wachsgießen-Set samt launiger Bemerkung vorbereitet, dass man früher ja noch Blei gießen durfte. Er feiert mit ein paar Leuten zu Hause, es dürfen aber nicht zu viele sein. In seinem Regal stehen Bücher mit Titeln wie „Weihnachten und Silvester stilvoll feiern mit dem Thermomix TM5“.

 raclette käse
raclette käse FOTO: Getty Images/iStockphoto / margouillatphotos