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Nach Intervention von Peter Maffay
Semperopernball zieht Orden für al-Sisi zurück

Dresden. Der Skandal um den Dresdner Semperopernball weitet sich aus: Kurz vor dem Event hat der veranstaltende Verein die umstrittene Ordensverleihung an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi rückgängig gemacht.

Die Auszeichnung im Bereich „Politik und Kultur“ werde ihm aberkannt, bestätigte der Verein entsprechende Medienberichte. Das habe Ballchef Hans-Joachim Frey nach einem Treffen mit dem Sänger Peter Maffay entschieden.

Al-Sisi werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Maffay hatte seinen Auftritt beim Opernball davon abhängig gemacht, dass der Verein den bereits überreichten Orden aberkennt. „Das sagte ihm Ballchef Hans-Joachim Frey zu“, hieß es. Damit sei der Auftritt des Sängers beim „Mitternachtsact“ gesichert. Wie die Aberkennung des etwa 8000 Euro wertvollen St. Georgs-Ordens erfolgen soll, war zunächst nicht bekannt. Der Semperopernball soll an diesem Freitag über die Bühne gehen.

Die Ordensvergabe an den autokratisch regierenden ägyptischen Präsidenten al-Sisi hatte zu einem Eklat und deutschlandweiten Protesten geführt. Der Ballverein hatte ihn als „Hoffnungsträger und Mutmacher eines ganzen Kontinents“, „Brückenbauer und Friedenstifter“ schon vor gut einer Woche in Kairo ausgezeichnet. Daraufhin hatte „Tagesschau“-Sprecherin Judith Rakers ihre Teilnahme aus Protest abgesagt. Auch die für sie eingesprungene MDR-Moderatorin Mareile Höppner zog ihre Zusage zurück.



Unterdessen wird auch die Gästeliste immer kürzer. Wie die „Sächsische Zeitung“ berichtet, hat nun auch Model und Unicef-Botschafterin Eva Padberg abgesagt. Zuvor war bereits bekanntgeworden, dass Preisträger und SAP-Gründer Dietmar Hopp und der als Laudator vorgesehene Fußballmanager Uli Hoeneß nicht zum Ball kommen.

Der Veranstalter hatte daraufhin erklärt, dass es nun keine Ordensverleihung mehr geben werde.