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Schubert-Chor auf Reisen
Schubert-Chor auf Konzertreise durch die Ukraine und Polen

Bexbach. Das Bexbacher Ensemble unter Leitung von Paul O. Krick begleitet eine Delegation des Sarrpfalz-Kreises nach Lviv und in den Partner-Landkreis Przemysl. red

Eine eher ungewöhnliche Konzertroute führte den Bexbacher Schubert-Chor Ende August in die West-Ukraine und nach Polen. Er begleitete eine größere Delegation des Saarpfalz-Kreises in den Rayon (Landkreis) Pustomyty, wo mit den Unterschriften der dortigen Landrätin Halyna Hytschka und von Landrat Theophil Gallo ein umfangreicher Partnerschaftsvertrag zwischen beiden Landkreisen besiegelt wurde, teilte der Chor weiter mit.

Der denkwürdige Tag endete nach Festakt, Pressekonferenz und Empfang am Abend mit einem festlichen Konzert in der Philharmonie der Gebietshauptstadt Lviv.

Als ehemalige Metropole von Galizien war Lviv, das frühere Lemberg, nach Wien, Budapest und Prag die viertgrößte Stadt in der K-und-K-Monarchie und zählt auch heute noch mit über achthunderttausend Einwohnern, einer Universität, mehreren Hochschulen, einer prächtigen Oper und einer Philharmonie zu den kulturellen Leuchttürmen der Ukraine.



Auf dem großen Konzertpodium der Lemberger Sinfoniker und unter der prächtigen Konzertorgel gab der Bexbacher Schubert-Chor zunächst einmal seine Visitenkarte ab. Es waren unter der Leitung von Chordirektor SCV Paul O. Krick am großen Konzertflügel des Hauses zunächst bergmännische Weisen aus der Heimat wie das bekannte „Steiger-Lied“ oder „Hinab, ihr Brüder, in den Schacht“ von Namenspatron Franz Schubert vorgetragen worden.

Eine ukrainische Fernsehanstalt bat Paul O. Krick zuvor um ein Interview zur Werkauswahl und zeichnete auch die Begeisterung der zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer auf, als von Franz Schubert solche Ohrwürmer erklangen wie das berühmte Ständchen „Leise flehen meine Lieder“ oder dessen innige Liebeserklärung „An die Musik“.

Nach musikalischen Ausflügen in die amerikanische Musikszene, nach Walzerklängen aus Wien und Czardas-Tänzen aus Ungarn war die Konzertmappe der „Schubertianer“ nach anderthalb Stunden leer gesungen. Aber die lautstarke Begeisterung in der Lemberger Philharmonie verlangte hartnäckig ein Nachkonzert. Als der Chorleiter und sein Übersetzer mit Augenzwinkern ein in der Ukraine „wohl unbekanntes Volkslied“ ankündigten, stimmten alle Anwesenden begeistert und mit rhythmischem Klatschen ein in das überaus beliebte Kosakenlied „Hej sokoły“ (He, ihr Falken).

Der Auftritt in der Philharmonie von Lviv war für den Schubert-Chor ein herausragender Erfolg in der 65-jährigen Chorgeschichte, hieß es weiter.  Diese Eindrücke strahlten auch auf die weiteren Konzertauftritte aus wie in der orthodoxen Kirche Petrus und Paulus in Lemberg. Nach den in orthodoxer Tradition a cappella aufgeführten Werken wie dem „Regina caeli, laetare“ von Antonio Lotti oder dem „Tollite hostias“ von Camille Saint-Saëns bedankte sich Pfarrer Stepan Sus in Deutsch und mit bewegten Worten bei den Bexbacher Sängern. Er unterstrich, ihm sei bei ihrem Gesang bewusst geworden, was der heilige Augustinus damit meinte, als er sagte, singen sei doppeltes Beten.

So empfand es sicher auch die große Zuhörergemeinde in der schmucken Kirche der polnischen Gemeinde Kniażyce, wo nach dem beliebten polnischen Marienlied als Zugabe „Madonno, czarna Madonno“ (Madonna, schwarze Madonna) die Sänger beim örtlichen Feuerwehr-Jubiläum von den Landfrauen mit Köstlichkeiten aus ihrer Küche so recht verwöhnt wurden. Auch nach den spontan angestimmten Trinkliedern beim festlichen und überörtlichen Erntedankfest in Dubiecko im polnischen Partner-Landkreis Przemyśl wurde immer wieder der Wunsch laut: „Bitte, kommt doch bald wieder!“