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Wohntrends
Schicke neue Küchenwaren als Deko-Trend

Frankfurt/Main. Einen Toaster als Küchendeko? Die Designidee, kleine Elektrogeräte in die Gestaltung des Wohnambientes einzubeziehen, greift um sich.

() Nicht jeder hat mehr genug Platz, um die Küchengeräte nach dem Gebrauch im Schrank verschwinden zu lassen. Und wenn sie schon draußen auf der Arbeitsplatte stehen müssen, sollten sie nicht nur möglichst klein sein, sondern auch gut aussehen.

Auf der Messe Ambiente in Frankfurt war zu sehen, dass der Trend zur kleinen Einrichtung auch bei den Kleinelektrogeräten voll einschlägt. Nach den ersten Anläufen in den vergangenen Jahren, kleinere Geräte speziell für Einpersonenhaushalte herauszubringen, baut sich dieses Segment nun stark aus. Mehr Unternehmen springen auf, andere Firmen erweitern ihre Palette der „Minis“ und „Single-Geräte“, wie sie gerne bezeichnet werden, Jahr für Jahr um mehr Produkte.

„Toaster, Eier- und Wasserkocher werden auch auf kleinere Haushalte ausgelegt. Interessanterweise sind die dann immer sehr aufwendig gestaltet“, erklärt Messeleiterin Nicolette Naumann. Und das gilt nicht nur für die kleinen Haushalte, insgesamt nimmt die Ästhetik der Elektrokleingeräte für die Küche zu. Die Trendanalystin bemerkt etwa zunehmend Geräte aus höherwertigen Materialien auf dem Markt und auch eine frische Optik, die nicht – wie sonst bei solchen Geräten üblich – funktional ist.



„Was insofern interessant ist, da die Küche zunehmend in den Wohnraum integriert ist und weniger als eigener Raum besteht“, sagt Naumann. Im Zweifel ist ein gezwungenermaßen im offenen Regal herumstehender Eierkocher hier auch eine Dekoration. Dafür braucht er dann zum Beispiel etwas mehr Farbe und nicht nur das langweilige Edelstahl-Grau oder Schwarz und Weiß.

„Bei den Schneidbrettern etwa hatten wir diese Entwicklung schon vor drei, vier Jahren. Sie wirkten plötzlich wie Dekorationen. Auch bei Aufbewahrungscontainern deutet sich das nun an“, sagt Naumann. „Es gibt im Küchenbereich insgesamt gerade bei funktionalen Produkten ein ästhetisches Überdenken. Wenn die Dinge zwangsläufig im Wohnraum sichtbar aufgestellt werden, steigt auch der optische Anspruch an sie.“

Dahinter steckt ein Trend, der laut der Trendanalystin gerade global an Bedeutung gewinnt und so noch nicht da war: die spezielle Einrichtung für sehr kleine Wohnungen, oft auch als Tiny Houses oder Mikroapartments bezeichnet. „Es hat schon immer Einschränkungen beim Wohnraum gegeben, denn es gab schon immer auch sehr kleine Wohnungen und es gab ja auch schon immer Ferienhütten und Datschen“, erläutert sie. „Und das ist nichts anderes als das, was man jetzt als Tiny House verkauft.“

„Aber jetzt wird dieses Thema auch im Sinne von Nachhaltigkeit positiv besetzt“, betont Naumann. Man setze sich also nicht mit der Raumknappheit auseinander, sondern mit der Suche nach spannenden Raumlösungen. „Die Menschen begreifen, dass sie einen Großteil ihres Lebens in einem Ein- bis Zweipersonenhaushalt leben“, sagt Naumann. Und das gelte nicht nur für die jungen Menschen, die erst später eine Familie gründen.

(dpa)