| 21:49 Uhr

Führung verspielt
SV-Frauen geben Sieg aus der Hand

Marpingen. Handball-Oberliga: Bittere 22:23-Pleite im Derby bei der HSG Marpingen.

Die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken haben bei der HSG Marpingen nach fünfzig Minuten nicht nur den Faden, sondern damit am Ende auch dramatisch beide Punkte im Saarderby verloren. Obwohl die Mannschaft von Trainer Rüdiger Lydorf eine Viertelstunde vor Abpfiff noch komfortabel mit vier Treffern in Front lag, gab sie das Auftaktspiel noch aus der Hand und musste letztendlich eine bittere 22:23-Niederlage quittieren. Beste SV-Werferin war Neuzugang Renata Szabo mit sieben Treffern.

Den Gastgeberinnen gelang mit einer schnellen 3:0-Führung der bessere Start ins Spiel. Dabei profitierten sie in der Anfangsphase immer wieder von technischen Fehlern der 64er, die die Nordsaarländerinnen gekonnt in schnelle Gegenstoßtore ummünzten. Es dauerte zehn Minuten bis die SV-Frauen ihre Nervosität ablegen konnten. Renata Szabo erzielte mit ihrem ersten Pflichtspieltor bei den Zweibrückern den 5:5-Ausgleich (11.). Von nun ab bestimmte der SV 64 das Geschehen. Kontinuierlich setzten sich die Gäste ab und führten zur Halbzeit mit 13:10. Trainer Lydorf haderte aber schon jetzt mit der Chancenverwertung. „Leider haben wir es dann ab der 20. Minute immer wieder verpasst, den Sack zu zumachen. Wenn man in einem Spiel drei oder vier Mal mit vier Toren führt und es nicht schafft, das Spiel zu gewinnen, ist irgendwas falsch gelaufen.“ Tatsächlich scheiterten die 64er zu häufig an der guten Marpinger Torfrau Carina Kockler oder schlossen ihre Angriffe zu überhastet ab.

Im zweiten Durchgang sahen die Zuschauer das gleiche Bild. Der SV 64 bestimmte die Partie und führte nach 45. Minuten beim 19:15 mit einem beruhigenden Vier-Tore-Vorsprung. Doch Marpingen kämpfte sich zurück. Angetrieben durch Solveig Petrak, der in dieser Phase drei ihrer vier Tore gelangen, kam die HSG wieder ran. Zehn Minuten vor dem Ende gelang ihr beim 20:20 der Ausgleich. Im Gegenzug traf Szabo mit ihrem siebten Treffer. Es sollte allerdings ihre letzte Aktion in dem umkämpften Derby sein. Wenige Sekunden später handelte sich die Ungarin ihre dritte Zeitstrafe und somit die Disqualifikation ein. In Unterzahl traf Annalena Frank noch zum 22:20, aber danach konnten die Löwinnen in den verbleibenden neun Minuten keinen einzigen Treffer mehr erzielen. So kam es, wie es kommen musste. Die HSG erzielte noch drei Tore und gewann ein hochdramatisches Derby knapp mit 23:22. Lydorf tat sich nach der Auftaktniederlage schwer, die Partie zu analysieren: „Es ist mir immer noch unerklärlich, wie wir das Spiel aus der Hand geben konnten, ohne das Marpingen etwas an seiner Spielweise geändert hat. Unser Tempospiel war ab Mitte der zweiten Hälfte einfach schlecht und im Angriff haben wir immer wieder falsche Entscheidungen getroffen“.