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Anzeige Ich lebe gerne in Rimschweiler
Mit der Kerb zur Legende werden

Die Rimschwiller Straußbube und -mäde kurz vor ihrer Werbetour durch die Nachbarschaft.
Die Rimschwiller Straußbube und -mäde kurz vor ihrer Werbetour durch die Nachbarschaft. FOTO: Volker Baumann
Die Rimschweiler Straußbube feiern in diesem Jahr Doppeljubiläum.

Ihr liebe Leit und Kerbegäschd, dies Johr gebts widder e scheenes Feschd. Ah wenn ma uns kennt, stelle ma uns trotzdem mol vor: Mir sin de Flo mit O unn es Jessi mit de dunkle Hoor. De Flo duht dies Johr es erschde mol als Vadder tigern unn losst sich trotzdem vumm Jessi, de Mudda, net unterkriegern. Wenn enner uff de Sitzung net lauschd, dann kommt mol ganz schnell Flo’s Fauschd angerauschd. Awer de Spass bei Seid, Ihr liewe Leit, denn bald isses widder soweit. Dies Johr gebt’s es erschde mol e Rimschwiller Legend, die werd verbunn mit ra Hochzeit unn hat noch kenn End. Die Namensvedder Andreas unn Benni Hoffmann zähle in unsrer Grupp zum harte Kern und feire Kerb immer feuchtfröhlich gern. Zusamme komme se uff 30 Johr Kerb, deswege werre se vunn uns dies Johr geehrt. Meh krien ihr an de Kerb zu siehn, weil lang isses jo nimmi bis dorthien. Mir wünsche Eich e wilde Kerbezeit unn feiere mit uns mit viel Spaß unn Heiterkeit.“

Soweit das Vorwort aus dem wieder im wahrsten Sinn des Wortes „vielseitigen“ und im Hochglanzformat in der 22. Ausgabe und mit 1000 Exemplaren aufgelegten „Kerbeblättche“ der Rimschweiler Straußjugend, mit gesammelten Anekdoten, Sprüchen, Zitaten, Witzen, Rätseln, Rezepten, Vorstellung der Straußjugend, Bildern und Programmablauf. Jessi und Flo, das sind die „Straußbubemama“ Jessica Krieger und der neue „Straußbubepapa“ Florian Faust. Als Motto hat sich die Truppe in diesem Jahr das Kerwe-Jubiläum der beiden „Hoffmänner“, Andreas (zwanzisch Johr Kerb) und Benjamin (zeeh Johr Kerb) auf die Fahnen, genauer gesagt auf die T-Shirts geschrieben: „Die wilden Hoffmänner - die Legende lebt“.

Bei ihrer vorwöchentlichen „Werbetour“ durch die Nachbarortschaften verzichteten die Rimschweiler in diesem Jahr auf Traktor und Anhänger und begaben sich mit ihrem Banner zu Fuß auf die große Sause zum traditionellen Einstimmen der Bevölkerung auf das Rimschweiler Großereignis. „Eltern-Taxis“ waren dazwischen zur Überbrückung größerer Distanzen auch mal erlaubt.



Jetzt aber zum aktuellen „Straußbubeprogramm 2018“ : Bereits seit 42 Jahren „schmiert es Magret de Straußbuwe unn Mäde Lewwerworschtbroode“, schwärmt die Straußjugend von der traditionellen und nicht wegzudenkenden „Kerwemontagseinkehr“. „Magret“ heißt Margarete Wirth, wohnt im Höfchen und wartet jährlich auf ihrer Terrasse auf die ankommenden „Stänneler“. „Stännele“, das ist das montägliche Umherziehen der Straußjugend durchs ganze Dorf. Ab 11 Uhr werden den Bewohnern Besuche abgestattet und Marschverpflegung „abgegrast“, die dabei, außer bei Magret, meist flüssig ist. Auch der Kindergarten wird, zur Freude der Kleinen (und der Erzieherinnen) besucht.

22 Mitglieder hat die Straußjugend zur Zeit, davon zehn Mäde. Hier sind sie: Florian Faus (Straußbube-Papa), Jessica Krieger (Straußbube-Mama), Kira Weinmann, Meike Weinmann, Sophie Arturna, Luisa Müller, Benny Bastian, Yannis Rieber, Micha Gentes, Benny Hoffmann, Sara Arnold, Andreas Hoffmann, Noah Schallert, Eva Leicher, Jan Leicher, Felix Walle, Lukas Buß, Lara Bastian, Michelle Hoffmann, Lisa Herwerth, Max Seis und Philip Bauer-Hartfelder. Nachwuchs wird immer gesucht.

Die Straußjugend selbst ist auch Veranstalter der Kerb und hat das Programm zusammen mit Vereinen und Gastronomie aufgestellt. Los geht’s am Freitagabend mit der letzten „Straußbubesitzung“ und dem Ansingen der Kerb im Hasenheim. Am Samstag ist zunächst Spieltag des TUS Rimschweiler, bevor sich um 20 Uhr der eigentliche Höhepunkt der Kerb anbahnt. Im Fackelumzug zieht die Straußjugend von den Birkhausen durch das komplette Dorf bis zum Ortsende.

Dreizehn Gruppen haben sich bisher angemeldet, dabei auch eine Guggenmusik (Gugge mol Völklingen). Achtung! Während des Umzuges, laut Straußjugend von 20 bis 24 Uhr, wird die Ortsdurchfahrt Rimschweiler voll gesperrt. Die Rimschweiler Straßenverkehrsordnung sieht vor: „Die Kerb hat immer Vorrang“. Nach dem Umzug ist „Kerbedanz“ bis zum Abwinken in der TuS-Halle mit „Fly over X“ aus Großsteinhausen angesagt. Am Sonntag dann „U-Boot Friehstick“ im Sportheim. U-Boot? - Tequila in Fanta auf Tauchstation, oder umgekehrt. Ab 13 Uhr folgt der Straußumzug, bei dem die drei Kerbesträuße an Hasenheim, Sportheim und „Zur Post“ aufgehängt werden. Auch dabei ist wieder eine Guggenmusik aus Ubstadt-Weiher, die „Weihermer Schneckenschleimer“.

Die anschließende „Kerberedd“ auf dem Dach des Sportheims wird von Meike Weinmann, Andreas Hoffmann und Benny Hoffmann gehalten. Zur „After-Kerberedd-Party mit DJ Eischeen, Meterbier unn Altbierbowle“ wird dann im Sportheim eingeladen. Montags dann das erwähnte „Stännele. Auch im Hasenheim und „Zur Post“ steht täglich Kerweprogramm mit Live-Musik und vielen Spezialitäten aus der Küche auf dem Plan. So steht zum Beispiel am Samstagabend ab 21 Uhr in der Post „Buntes Treiben und Livemusik mit Volker Siener“ auf dem Programm. Dienstagsabends ist es dann leider vorbei mit der Rimschweiler Kerb, die mit einem Umzug ab 20 Uhr, mit Fackeln, Heulen und viel Tränen zu Graben getragen wird. Abschluss ist die „Feierbestattung“ auf dem Parkplatz des Hasenheims. Und am Mittwoch? – laut Programm heißt es dann: „Uffraame!!!