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Mit Karnevals-Veranstaltung eingestimmt
Gisdol fiebert dem Derby in Gladbach entgegen

  Gute Laune vor dem Rheinderby: Köln-Trainer Markus Gisdol (r.) und Sportdirektor Horst Heldt stimmten sich bei einer Karnevalsveranstaltung ein.
Gute Laune vor dem Rheinderby: Köln-Trainer Markus Gisdol (r.) und Sportdirektor Horst Heldt stimmten sich bei einer Karnevalsveranstaltung ein. FOTO: dpa / Marius Becker
Köln. Die heimstarke Borussia ist Sonntag gegen den 1. FC Köln favorisiert, die Domstädter legten zuletzt aber eine Erfolgsserie hin. sid

Unter der Woche schunkelten sich Trainer Markus Gisdol und die beiden Geschäftsführer Horst Heldt und Alexander Wehrle bei der Kostümsitzung der Bürgergarde „blau-gold“ schon einmal in Derby-Stimmung, am Freitag gab der Trainer seinen Spielern dann gleich einen klaren Auftrag mit. „Ich will niemanden vor dem Derby bremsen“, sagte Gisdol mit Blick auf das Duell beim rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach an diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky): „Ich kann verstehen, wenn ein Spieler vor so einem Spiel einen Extra-Kick braucht.“

Gisdol, der bei seinem Amtsantritt im November eher als C-Lösung galt und kritisch beäugt wurde, ist mittlerweile richtig angekommen in Köln. Sportlich hat er den Aufsteiger stabilisiert und aus dem Tabellenkeller geführt, bei der Karnevalssitzung unter der Woche wurde er zum Ehrenleutnant ernannt. „Die Karnevalsveranstaltung hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich verstehe zwar noch nicht jedes Lied, aber Schunkeln kann ich schon ganz gut“, sagte Gisdol lachend. Natürlich ist er sich bewusst, dass eine Derby-Niederlage schmerzvoller ist als in anderen Spielen. Auch Sport-Geschäftsführer Heldt betonte: „Wir wissen, wie wichtig das Spiel für die Menschen in der Region ist. Dem wollen wir gerecht werden.“

Auch Gisdols Gegenüber Marco Rose weiß, dass diese Partie in ihrer Bedeutung „über ein normales Bundesliga-Spiel“ hinausgeht, doch gleichzeitig warnte der Trainer: „Wenn man überdreht, hilft das auch nicht. Es wäre schon gut, das Spiel zu elft zu beenden.“ Das Hinspiel hatte Gladbach 1:0 gewonnen, mittlerweile aber habe sich der FC unter Gisdol „sehr stabilisiert“, analysierte Rose: „Die Kölner werden sicher mit viel Selbstvertrauen herkommen. Sie arbeiten gut gegen den Ball und sind sehr aggressiv. Das wird sicher ein intensives und spannendes Derby.“



Bei allem Respekt für den Gegner hob Rose aber auch die Qualitäten seines Teams hervor. „Auch wir dürfen uns gut fühlen, wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel in Leipzig gezeigt, davor Mainz geschlagen“, sagte er. Zudem hat der Tabellenvierte eine imposante Heimserie vorzuweisen: Acht von zehn Heimspielen hat Gladbach gewonnen und im Borussia-Park, der am Sonntag mit 54 022 Zuschauern ausverkauft ist, zuletzt im August 2019 Punkte liegen gelassen.

Das für Sonntag angekündigte Tief „Sabine“ soll das Derby nicht gefährden. Der Sturm soll erst nach Spielende das Stadion erreichen, er werde also höchstens die Abreise der Fans beeinträchtigen, teilte die Borussia mit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte zuvor vor starken Sturmböen bis hin zu Orkanböen gewarnt. Für Sonntag sind in Gladbach erhöhte Sicherheitsmaßnahmen mit einem Großaufgebot der Polizei geplant. Unter anderem wird es an beiden Bahnhöfen umfangreiche Sperrungen geben.