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Sonderausstellung
Ein Ort, der kulturelle Impulse gibt

Hans-Otto Streuber, Charlotte Glück und Peter Philipp präsentieren die Jubiläums-Briefmarken vor dem Original Zweibrücker Porzellan.
Hans-Otto Streuber, Charlotte Glück und Peter Philipp präsentieren die Jubiläums-Briefmarken vor dem Original Zweibrücker Porzellan. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Dank der 25-jährigen Tätigkeit seines Fördervereins sowie seiner Leiterin Charlotte Glück, ist das Zweibrücker Stadtmuseum ein wahres Schmuckstück geworden. Von Cordula von Waldow

Mit einem Festakt am vergangenen Sonntag im Stadtmuseum, einer Sonderausstellung unter dem Motto „Mein Stückchen Zweibrücken“ und einer eigenen Briefmarken-Edition feiert der Förderverein Stadtmuseum Zweibrücken sein 25-jähriges Bestehen. Dessen Geschichte ist ganz eng verbunden mit dem Neuanfang des Zweibrücker Stadtmuseums.

Der damalige Oberbürgermeister, Hans-Otto Streuber, stellte 1993 die Frage, ob das 1926 als erstes seiner Art gegründete Zweibrücker Heimatmuseum endgültig geschlossen oder wiederbelebt werden sollte. Seit vielen Jahren war die Ausstellung in dem von Bauschäden beeinträchtigten Petri-Haus unverändert und wurde von immer weniger Menschen besucht.

Ein Vortrag des Historikers Roland Paul, der auch die Festrede zu der 25-Jahr-Feier hielt, initiierte eine Bestandsaufnahme. Unter Vorsitz von Streuber gründete sich im selben Jahr der Förderverein Stadtmuseum Zweibrücken und die junge Historikerin Charlotte Glück erhielt den Auftrag, dem schlummernden Fundus neues Leben einzuhauchen und ein tragfähiges Konzept zu entwickeln.



Erst nach der langen Renovierungszeit des Gebäudes konnte sie 2006 mit der guten Museumsarbeit beginnen. Entstanden ist ein heute überregional beachtetes Museum mit weithin strahlenden kulturellen Impulsen. „Es ist nicht selbstverständlich, dass eine Stadt ein Museum hat und dazu auch noch mit einem solchen Anspruch. Wir haben ein Museum mit wissenschaftlichem Hintergrund und hohem Bildungswert“, betont der heutige Vorsitzende des Fördervereins, Peter Philipp.

Der ehemalige Schulleiter des Helmholtz-Gymnasiums ist nach Hans-Otto Streuber, Christoph Legner und Harald Lehmann der vierte Vorsitzende. Er bekennt: „Es macht Spaß, dabei mitzuhelfen.“

„Wir sind froh und dankbar für den Förderverein und seine Unterstützung. Wenn sich Wünsche auftun, finden wir dort stets ein offenes Ohr“, würdigt die Museumsleiterin. Sie weiß: „Ohne die massive Unterstützung wäre eine solche Entwicklung des Stadtmuseums nicht möglich gewesen.“

Die Stadt investiere in den Museumsbetrieb und das Personal und habe keinen Etat für Neuanschaffungen. Rund 80 000 Euro hat der Verein in den 25 Jahren investiert, um wertvolle Exponate in seine Heimat Zweibrücken zurückzuholen oder sie sicher auszustellen. So finanzierte der Förderverein auch Einrichtungsgegenstände wie Klimageräte oder Vitrinen, vor allem jedoch Bilder und das heiß begehrte Zweibrücker Porzellan.

Ihm sind, als wichtigste Ausstellungsstücke, auch die Sonder-Briefmarken gewidmet, die der Verein anlässlich seines Jubiläums herausgibt. „Das ist etwas ganz Besonderes“, betonte Hans-Otto Streuber, der als Philatelist auch die Idee dazu hatte.

Insgesamt 600 Sonder-Wohlfahrtsmarken hat der Förderverein mit vier Motiven der schönsten Porzellanstücke – zwei Suppenterrinen, einer Schokoladentasse sowie dem Salz-und-Pfeffer-Schälchen mit dem Jungen – bedrucken lassen. Diese sind nun an der Museumskasse zu erwerben, entweder als Muster-Satz zu acht Euro oder als Zehner-Briefchen mit zu 20 Euro. Den Porto-Betrag von 70 Cent sowie die Druckkosten von 50 Cent pro Marke wurden um 80 Cent zu Gunsten des Fördervereins Stadtmuseum Zweibrücken aufgerundet. Sie könnten als Postwertzeichen verwendet oder als Erinnerungsstück gesammelt werden.

Erinnerungsstücken der Zweibrücker Bürger, die sowohl mit der Geschichte der Stadt als auch mit der persönlichen Lebensgeschichte in Verbindung stehen, ist die Sonder-Ausstellung „Mein Stückchen Zweibrücken“ gewidmet, die nun ebenfalls zu besichtigen ist. Fünf Vitrinen enthalten die Lieblingsstücke und Texte über ihre Geschichte.

Öffnungszeiten des Stadtmuseums: Dienstag: 10 bis 18 Uhr, Montag bis Sonntag und an Feiertagen: 14 bis 18 Uhr; Herzogstraße 9-11.

600 Sonder-Wohlfahrtsmarken hat der Förderverein mit vier Motiven bedrucken lassen.
600 Sonder-Wohlfahrtsmarken hat der Förderverein mit vier Motiven bedrucken lassen. FOTO: Cordula von Waldow / Stadtmuseum