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Jahres-Highlight im Zweibrücker Rosengarten
Rosentage mit grandioser Laser-Show

 Natürlich gab es trotz neuen Höhenfeuerwerks und Laser-Show auch wieder romantische Momente beim Fest der 1000 Lichter im Rahmen der beiden Zweibrücker Rosentage 2019, die insgesamt rund 7300 Besucher anlockten.
Natürlich gab es trotz neuen Höhenfeuerwerks und Laser-Show auch wieder romantische Momente beim Fest der 1000 Lichter im Rahmen der beiden Zweibrücker Rosentage 2019, die insgesamt rund 7300 Besucher anlockten. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Der Veranstaltungs-Höhepunkt des Jahres im Rosengarten überraschte mit Neuerungen beim Fest der 1000 Lichter. Von Cordula von Waldow

„My heart will go on“ klang am Samstagabend aus den Lautsprechern am Rosengartenweiher. Zu den emotionalen Klängen des Titanic-Filmhits wanden sich wabernde Lichtgirlanden durch die Baumreihen in der Allee. Virtuell, denn sie waren mit Lasern quer über den Rosengartenweiher projeziert. Der nahezu unsichtbare Wasservorhang ließ seine Bilder gleich zweimal entstehen: direkt über dem Wasser und weit entfernt in den Bäumen, so dass die Zuschauer, die das Seeufer säumten, alle einen Blick hatten auf die Hula-Hoop-Reifen, die sich drehenden Riesenräder, die witzigen Figuren und Sport-Stars. Die neue Projektionsfläche kam bei den Besuchern gut an.

Die weltneue Wasserprojektion war wie geschaffen für das Fest der 1000 Lichter, das am Samstagabend tausende Besucher aus zum Teil weiter Entfernung in den Rosengarten lockte. Einige Besucher verzichteten auf die grandiose Inszenierung, um sich noch an den letzten Titeln der Musik- und Show-Band „The New Generation“ zu erfreuen. Von Anfang an hatte es das große Profiorchester mit seinem orchestralen Popsound geschafft, sein Publikum zu begeistern. Voll besetzte Ränge, Menschen in Vierer- und Fünferreihen dahinter, Picknickdecken und Campingstühle an der Seite – die nach dem Regennachmittag wieder lauen Temperaturen und der helle Sommerabend ließ die Zweibrücker Rosentage 2019 zum Volksfest werden. An der Bühne und auf den umliegenden Wiesen wurde getanzt und mitgesungen. Zu späterer Stunde rockte die soulige, amerikanische Sängerin Melissa das Publikum mit Tina-Turner-Hits. Auch rund um den dicht umlagerten Pavillon am Rosengartenweiher ließen sich die Zuhörer mitreißen: Von alten Balladen, Countrysongs und Deutschrock, den The Red Couch, das Duo Peter „Pepe” Pirmann und Markus Wille, mit Stimme und Gitarre interpretierten. Das musikalische Kontrastprogramm hatte durchaus seine Liebhaber.

Die Lieblinge der Kinder standen auf der großen Picknickwiese: leuchtende Riesenblumen. Ergänzt wurden die mehr als 50 000 bunten Lichter und Lampions erstmals von farbigen Leuchtketten am Eingang, der Schattenhalle. Neue Effekte, die besonders in der Wasserspiegelung sehr gut zur Geltung kamen.



Vor dem Höhepunkt war die Spannung im Publikum zu spüren und hören. „Feuerwerk“, rief eine Kinderstimme mehrfach, Applaus rund um den See sollte die Verantwortlichen motivieren. Doch erst, als es an dem lichten Abend wirklich dunkel war, zündete der Zweibrücker Feuerwerker Ralf Kohl die erste Rakete. Erstmals als weithin sichtbares Höhenfeuerwerk, sprühten die silber- und goldfarbigen Sternenregen, explodierten vielfältige Farbspiele am dunklen Nachthimmel oder erhellten Feuergirlanden das Dunkel. Größer, vielfältiger, spannender und anhaltender wirkte die kunstvolle Inszenierung. Anita Bastian aus Spiesen liebt den Rosengarten. Das Lichterfest besuchte sie das erste Mal, „aber sicher nicht zum letzten Mal.“ „Das kam sehr gut an, das Feuerwerk war bombastisch“, freute sich Rosengartenmeister Heiko Hübscher über zahlreiche Rückmeldungen. Die Verzögerung beim Beginn, den zahlreiche Pfiffe, laute „Feuerwerk“-Rufe aus der wartenden Menge und motivierende Applaussalven begleiteten, erklärt Hübscher im Merkur-Gespräch so: Mehrere Schaulustige hatten es sich innerhalb der Absperrung gemütlich gemacht und waren am Ende nur mit Unfreundlichkeit dazu zu bewegen, das gefährliche Terrain wieder zu verlassen. Dennoch war die Reaktion der 4800 Besucher beim Fest der 1000 Lichter durchweg positiv. Nach dem Einbruch durch die Fußball-WM im vergangenen Jahr, als nur 3100 Besucher das Lichterfest mit feierten, sind die Veranstalter mehr als zufrieden.

Der Familiensonntag bei den Rosentagen lockte bereits früh Musikfans, Motorboot-Kapitäne und Rosenliebhaber in den Rosengarten, bis zum Abend wurden 2500 Besucher gezählt. Viele lustwandelten und freuten sich über die verschiedenen Darbietungen, mit denen die Zweibrücker Herzog-Wolfgang-Musikschule ihre Bandbreite offenbarte und dabei ihr 40-jähriges Jubiläum feierte.

Nicht nur die jungen Besucher hatten besondere Freude an den Späßen von Zauberclownin Zina Zameperini. „Abrakadabra-Simsalabim“ riefen sie laut, etwa um Farbe in das Malbuch zu zaubern oder die Flamme in den verzauberten Zauberbuch zu löschen. Gemeinsam riefen die mehr als 50 Kinder der hochgewachsenen Zauberclownin mit ihren regenbogenfarbenen Ringelsocken und ebenso geschminkten Augenlidern Mut zu. In der Mitmach-Reise begleiteten sie Zina Zamperini nach Afrika und halfen ihr, das Geheimnis der Stinkesocken zu lüften. „Ich bin ein Fan von ihr“, sagte Jutta Daniel. Überhaupt war die Mutter zweier Töchter von fünf und neun Jahren war von dem gesamten Familiensonntag begeistert.

 Der Start des Fests der 1000 Lichter (im Bild die Laser-Show über den Rosengarten-See) verzögerte sich, weil einige besonders Schaulustige den abgesperrten Feuerwerks-Gefahrenbereich nicht verlassen wollten.
Der Start des Fests der 1000 Lichter (im Bild die Laser-Show über den Rosengarten-See) verzögerte sich, weil einige besonders Schaulustige den abgesperrten Feuerwerks-Gefahrenbereich nicht verlassen wollten. FOTO: Cordula von Waldow