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Zweibrücker Rosenquilter
Kleine und große Kunstwerke

Birgit Fuhr steht an einem Ausstellungstisch voller kleiner und großer Kunstwerke.
Birgit Fuhr steht an einem Ausstellungstisch voller kleiner und großer Kunstwerke. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Die Zweibrücker Rosenquilter stellten am vergangenen Samstag ihre Werke aus. Die schönsten davon gehen aber oft an Freunde oder Verwandte. Von Peter Fromann

Von China ausgehend waren Quiltstoffe im gesamten Orient verbreitet. Kreuzritter nutzten den Stoff für Wämser, die sie unter der Rüstung trugen, und brachten die Kunst des Quiltens nach Europa. Eine starke Kältewelle im 14. Jahrhundert in England führte zu einer weiten Verbreitung von Quiltarbeiten bei Kleidung, Decken und Wandteppichen.

In den Kriminalromanen von Earlene Fowler um die Museumskuratorin und Hobbydetektivin Benny Harper spielen Quilts eine große Rolle, vor allem in ihrer Bedeutung für die Alltagsgeschichte. Ein Quilt besteht aus mindestens zwei, in der Regel aus drei Lagen. Oben liegt die Schauseite, die Zwischenlage bildet ein (wärmendes) Vlies aus Wolle, Baumwolle, Seide oder Synthetik. Die Rückseite oder die Unterseite bestehen zumeist aus einer Stoffbahn. Diese drei Lagen werden von Hand oder mit einer Nähmaschine dekorativ miteinander verbunden. Das nennt man Quilten.

„Wir quilten, weil es uns Spaß macht, es ist ein schöner Zeitvertreib, und wenn man richtig daran arbeitet, hat man am Ende ein kleines Kunstwerk in Händen, das man dazu noch gut gebrauchen kann, als Bettdecke, Jacke oder ganz anders, eben dazu, wozu man es gearbeitet hat“, sagt Beate Meister, Sprecherin der Zweibrücker Rosenquilter.



13 Frauen haben sich hier seit 1998 zusammengefunden, sind zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammengewachsen. „Ein Mal im Jahr treffen wir uns auswärts in der Region, darauf freuen wir uns immer schon sehr.“ Die ausgestellten Quilts zeigen die verschiedensten Motive, konservativ oder modern, abstrakt oder figurativ. Einer mit weihnachtlichen Motiven, ein anderer mit buntesten Fischen.

Große mit gut vier Quadratmetern kosten 800 Euro und mehr. „In manchen steckt Arbeit von einigen Monaten, die Arbeitszeit ist ja gar nicht zu bezahlen. Daher werden diese Quilts gern an Freunde oder Verwandte verschenkt, die sich dann im besten Fall mit Geschenken anderer Art revanchieren. Geschenkt ist aber geschenkt“, sagt Beate Meister.

Kleinere Arbeiten für den kleineren Geldbeutel sind zahlreich zu sehen, alles, was sich aus Stoff eben herstellen lässt, von kleinen Weihnachtsmännern bis hin zu Kissen, Tässchchen, Bildchen und anderem. Linda Riehm ist mit einer kleinen Quiltgruppe aus Kirrberg gekommen: „Wir sehen uns um, was hier in Zweibrücken geschafft wird, das interessiert uns natürlich sehr. Anregungen können wir immer gebrauchen.“ Walter Fuhr sammelt im Urlaub kleine und kleinste Steinchen, aus denen er in Mußestunden hübsche Bildchen bastelt, seine Frau Birgit dagegen ist Quilterin mit vielen großen und kleinen Kunstwerken. „Die Ideen gehen uns bestimmt nicht aus“, bestätigen sie. Gequiltet wird seit Jahrhunderten und wahrscheinlich auch in Zukunft, denn Kreativität ist immer gefragt.