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Zweibrücker Rosenfreunde
Eine Ausstellung im Namen der Rose

 Hofenfels-Kunstlehrerin Iris Seyler (links) stellt mit ihrer AG diese Saison im Rosenmuseum aus. In der Mitte Hanne Stauch, Vorsitzende des Vereins der Rosenfreunde Zweibrücken.
Hofenfels-Kunstlehrerin Iris Seyler (links) stellt mit ihrer AG diese Saison im Rosenmuseum aus. In der Mitte Hanne Stauch, Vorsitzende des Vereins der Rosenfreunde Zweibrücken. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Schüler des Zweibrücker Hofenfels-Gymnasiums stellen Werke im Rosenmuseum der Zweibrücker Rosenfreunde aus. Am Mittwoch wurde die Ausstellung eröffnet. Von Sebastian Dingler

Zwei schöne Ideen kommen seit dem vergangenen Mittwoch im Rosengarten zusammen: Die Nutzung der ehemaligen Toilettenanlage als Museum und der Wunsch von Iris Seyler, jedes Jahr mit ihren Schülern der Kunst-AG eine Ausstellung außerhalb der Schule zu machen. Die Kunstlehrerin des Hofenfels-Gymnasiums hat sich dafür mit ihren acht Schülern aus der achten und neunten Klasse dem Thema Rose gewidmet.

Der Hauptteil der Ausstellung trägt den Titel „Rosenblau“, denn bei diesen Bildern wurde das Verfahren der Cyanotypie verwendet, das ausschließlich einen blauen Farbton erzeugt. Mit dem Zusammenwirken von Kunst, Chemie und Physik sei es gelungen, einen alten Traum von Rosenzüchtern zu verwirklichen: Die Erschaffung blauer Rosenblüten – so heißt es auf dem Flyer zur Ausstellung.

Im vergangenen Oktober hatten die Schüler Fotos von Rosen gemacht. Die entwickelten Negative wurden zerschnitten, zerstückelt und übereinander gelegt. Die Fotobögen wurden dann mit den Collagen belegt und hätten danach eigentlich dem Sonnenlicht ausgesetzt werden müssen – da dieses jedoch im Winter rar war, besorgte sich die Kunst-AG einen Gesichtsbräuner aus den Siebzigerjahren. „So Typen wie der Trump benutzen den heute noch“, scherzte Iris Seyler bei ihrer Ansprache.



Damit die Besucher des Rosenmuseums nachvollziehen können, wie das Ganze funktioniert, haben die Schüler eine Dia-Show erstellt, die im selben Raum wie die Cyanotypien zu sehen ist.

Die andere Seite des Museums besteht aus Vitrinen: Darin ist zum Beispiel zu sehen, was Emma Schmidt und Katharina Schwab aus der fünften Klasse zur Ausstellung beisteuern: Sie hatten festgestellt, dass die Abfälle beim Spitzen eines Bleistifts wie Blüten aussehen. Übereinander geklebt ergeben sie mit etwas Phantasie sogar kleine Rosenblüten. Diese steckten sie auf Holzstäbe, die unregelmäßig („damit es echt aussieht“, so Emma) auf einem Stück Latte festgeklebt wurden.

Imposant ist die Riesen-Rose, die von den Kunst-AG-Schülerinnen Lou Rottländer, Katharina Weckbecker und Johanna Baier mithilfe der Zwölftklässlerin Julia Futter angefertigt wurde. Die völlig mit Draht und Alufolie hergestellte Blume in Mannshöhe nimmt einen gesamten Ausstellungsraum für sich ein. Die Idee zur Riesen-Rose hatte Iris Seyler, die Blüten stellte Julia Futter her. „Die Blätter haben wir selbst gemacht“, berichtete die 13-jährige Katharina Weckbecker. „Da haben wir Alufolie um ein Drahtgeflecht gewickelt.“

Außer den genannten drei Mädchen wirkten in der Kunst-AG noch mit: Janosch Fuhrmann, Jonas Reschke, Nela Thienel, Lilli Vogel und Lucas Mendes Zoglio. Die Ausstellung läuft noch bis zum Saisonende Anfang November. Was danach mit der großen Skulptur passiert, ist noch nicht klar. Die Kunstlehrerin hofft aber, dass sie ein Plätzchen in der Schule findet.

Dass die Schüler überhaupt im Rosenmuseum ausstellen können, kam über die Ausstellung der Kunst-AG im vergangenen Jahr in der Bibliotheca Bipontina zustande. Dort wurde die Vorsitzende des Vereins der Rosenfreunde, Hanne Stauch, auf die Schüler aufmerksam. Einige der damaligen Exponate hatten bereits einen Rosenbezug, und so kam eines zum anderen. „Wir wollen jedes Jahr das Rosenmuseum neu bestücken, da muss uns immer wieder etwas einfallen“, sagte Hanne Stauch, die die Ausstellung betreut, zur Eröffnung. Etwa 100 Interessierte waren gekommen, betrachteten sich die Kunst, hörten die beiden Musikstücke von Musiklehrer Sebastian Voltz (Piano) und Zwölftklässlerin Rena Parvu (Gesang) und labten sich an Sekt und Kuchen.