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Oberbürgermeister-Wahl 2018
Kleine Fraktionen favorisieren OB-Kandidaten der großen Parteien

Für kommenden Sonntag, 23. September, sind die Zweibrücker Bürger zur Wahl des Oberbürgermeisters aufgerufen.
Für kommenden Sonntag, 23. September, sind die Zweibrücker Bürger zur Wahl des Oberbürgermeisters aufgerufen. FOTO: dpa / Silas Stein
Zweibrücken. Von Lutz Fröhlich

Trotz der großen Koalition im Stadtrat finden die meisten Oppositions-Fraktionen die Kandidaten von SPD (Marold Wosnitza) und CDU (Christian Gauf) eindeutig am besten geeignet für das Oberbürgermeister-Amt.

Formell beschlossen hat eine Wahlempfehlung Die Linke – und zwar für Wosnitza (wir berichteten). Auch der mit der neuen Zweibrücker Parteiführung zerstrittene Fraktionschef Matthias Nunold betonte gestern auf Merkur-Nachfrage, das sei eine gemeinsame Empfehlung.

Bis auf PBZ-Chef Manfred Weber, der nur sagt „der Bessere soll gewinnen“, lassen alle anderen Fraktionsvorsitzenden klare Präferenzen für Gauf und Wosnitza erkennen.



Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann sagt auf die Frage, welcher Kandidat ihn bei der Merkur-Podiumsdiskussion am Dienstag am meisten überzeugt hat: „Die Kandidaten von CDU und SPD haben einen guten Eindruck gemacht, sie waren gut vorbereitet. Die anderen vier waren erheblich schwächer.“ Die anderen vier sind Klaus Peter Schmidt (AfD) sowie die Einzelbewerber Atilla Eren, Thomas Kewel und Andreas Wente. War Gauf oder Wosnitza besser? Pohlmann: „Jeder hat seine Stärken. Beide haben wirklich das, was man als OB braucht – nicht nur Selbstbewusstsein, sondern auch Kompetenz.“ Pohlmann erwartet eine Stichwahl. Die Grünen laden dann die beiden Kandidaten für Freitag, 28. September, 18 Uhr, zu einer öffentlichen Diskussion über ökologische Themen in die Hallplatzgalerie ein.

FWG-Fraktionschef Kurt Dettweiler findet ebenfalls, die vier anderen Kandidaten hätten bei der Podiumsdiskussion „bei vielen Fragen einiges an Unsicherheit gezeigt – aber das ist Demokratie“. Wosnitza und Gauf hatte die FWG zu Fraktionssitzungen eingeladen. Eine Wahlempfehlung gab es am Ende zwar nicht. Aber Dettweiler (der bundespolitisch mit der CDU sympathisiert), sagt: „Beide sind gute Kandidaten.“ Wosnitza habe er vorher nicht richtig gekannt: „Er hat sich in der Fraktionssitzung sehr gut verkauft, er ist eine Persönlichkeit und nicht abgehoben.“ Viele Leute fänden sehr positiv, dass Wosnitza an so vielen Haustüren (bis gestern Abend 1003) klingele. Bei der Merkur-Debatte ist es für Dettweiler zwischen Wosnitza und Gauf „unentschieden“ ausgegangen. Wichtig sei ihm vor allem eins: „Ich hoffe, dass die Leute wählen gehen!“ Egal, ob dann Wosnitza oder Gauf gewinne: „Wir werden damit leben können.“

Die FDP gebe im Fall einer Stichwahl wohl eine Wahlempfehlung, kündigt Fraktionschefin Ingrid Kaiser an. Sie fand bei der Merkur-Podiumsdiskussion Schmidt, Eren, Kewel und Wente „indiskutabel – ich finde es unmöglich, mit so wenig Wissen und Erfahrung in die Öffentlichkeit zu treten und Dinge zu erzählen, die weder Hand noch Fuß haben“. Gauf und Wosnitza seien die klaren Sieger gewesen – in welcher Reihenfolge, verriet Kaiser nicht.

In einer (für die Wahlbevölkerung natürlich nicht repräsentativen) schriftlichen Umfrage im Podiumsdiskussions-Publikum hatte Wosnitza vor Gauf den besten Eindruck hinterlassen, mit weitem Abstand gefolgt von Wente, Eren, Kewel und Schmidt (wir berichteten).

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