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Einzelhandel
„Zweibrücker Liste“ soll auf den Prüfstand

Matthias  Nunold
Matthias Nunold
Matthias Nunold Matthias Nunold FOTO: PM
Zweibrücken. Ratsfraktionen haben Verständnis für Erweiterungspläne von Möbel Martin. Dabei gerät auch umstrittene Liste wieder in den Blick.

„Ich habe Verständnis für die Erweiterungspläne von Möbel Martin“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Stéphane Moulin. Auch die übrigen Ratsfraktionen äußern keine Bedenken gegen eine Vergrößerung des Möbelhauses an der Wilkstraße. Im April hatte Martin eine Bauvoranfrage für eine Vergrößerung von 24 000 Quadratmeter Verkaufsfläche auf 35 000 Quadratmeter gestellt. Derzeit ruht das Verfahren (wir berichteten).

Mit der Vergrößerung reagiert Martin auf die Pläne eines Investors, der auf der Truppacherhöhe ein Möbelhaus mit einer Verkaufsfläche von rund 40 000 Quadratmetern errichten möchte.

Nach Auffassung Moulins steht der Erweiterung von Martin „im Grundsatz nichts im Weg“. Das Vorhaben müsse in den Rahmen passen. Dabei denkt er an das innenstadtrelevante Randsortiment des Möbelhauses. Auf zehn Prozent der Verkaufsfläche, 2400 Quadratmeter, kann das Sortiment verkauft werden. Nach der Erweiterung wären das 3500 Quadratmeter.



„Vielleicht muss man sich nicht über die Prozentzahl, sondern über die Flächenzahl unterhalten“, sagt Moulin. Am Ende soll ein Kompromiss herauskommen, mit dem die Stadt und das Möbelhaus leben können. „Dazu gehört der Einigungswille beider Partner.“ Im Zusammenhang mit der Thematik müsse auch über die Zweibrücker Liste neu diskutiert werden. Diese Liste sei vor vielen Jahren aufgestellt worden. „Da werden Dinge geschützt, die es in der Innenstadt nicht mehr gibt.“ Aber die Änderung dürfe man nicht „im Vorbeigehen“ beschließen, so Moulin.

Die CDU beschäftigt sich laut dem Fraktionsvorsitzenden Christoph Gensch ebenfalls mit Möbel Martin/Truppacherhöhe. Es gebe demnächst ein Treffen mit Martin. Deshalb möchte Gensch das Vorhaben derzeit nicht bewerten. Die CDU stehe dem Vorhaben auf der Truppacherhöhe „kritisch“ gegenüber. Bei der Diskussion müsse unter anderem die Auswirkung auf das Einzelhandelskonzept berücksichtigt werden. Im Zuge der Entwicklung soll es überarbeitet werden.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Norbert Pohlmann, steht der Erweiterung von Möbel Martin „wohlwollend“ gegenüber, dem Vorhaben auf der Truppacherhöhe hingegen kritisch. Martin sei ein etabliertes Haus, das jungen Menschen eine Perspektive bietet. „Wir müssen dennoch das Randsortiment im Auge behalten.“ Das gelte aber gleichwohl bei den Plänen für die Truppacherhöhe. Die Einschränkungen müssten für alle Wettbewerber gelten. Auch Pohlmann ist der Meinung, dass die Zweibrücker Liste einer Überarbeitung bedarf.

„Wir müssen eine Lösung finden“, nimmt der Fraktionsvorsitzende der FWG, Kurt Dettweiler, die Verwaltung und den Rat in die Pflicht. Beide Seiten müssten aufeinander zu gehen. Martin sei ein großer Arbeitgeber in der Stadt. Aber auch Dettweiler  verweist auf die Vorgaben, die einzuhalten seien. Dabei müsse auch die Zweibrücker Liste überarbeitet werden. Wobei eine solche Liste für die Stadt notwendig sei.

Möbel Martin sei ein in der Stadt etabliertes Haus, das sich gegen eine große Konkurrenz wehren müsse, meint die Fraktionsvorsitzende der FDP, Ingrid Kaiser. Deshalb dürfe die Verwaltung Martin nicht einengen. Kaiser steht einer Erweiterung offen gegenüber. Eine Erweiterung wäre ein Signal des Möbelhauses, dass es zum Standort Zweibrücken steht. Die Pläne auf der Truppacherhöhe lehnt die FDP ab. Auch die FDP möchte die Zweibrücker Liste wieder auf die Tagesordnung heben.

„Das innenstadtrelevante Sortiment ist der Knackpunkt“, sagt der Fraktionsvorsitzende der Linken, Matthias Nunold. Deshalb müsse die Zweibrücker Liste überarbeitet werden. Sowohl das Sortiment als auch die Definition des Innenstadtbereichs. Auf Grundlage von neuen Vorgaben könne beim Thema Martin eine vernünftige Entscheidung getroffen werden.

Manfred Weber, Vorsitzender der Fraktion Parteilose Bürger Zweibrücken (PBZ), begrüßt die Erweiterungspläne von Möbel Martin. Damit würde sich das eingesessene Haus gegen eine mögliche große Konkurrenz wehren. Er lehnt das Vorhaben ab. Auch Weber ist der Auffassung, dass das Einzelhandelskonzept überarbeitet werden muss.

Manfred  Weber
Manfred Weber
Manfred Weber Manfred Weber FOTO: PM
Stéphane Moulin (SPD, von links), Christoph Gensch (CDU), Kurt Dettweiler (FWG), Ingrid Kaiser (FDP), Norbert Pohlmann (Grüne), Manfred Weber (PBZ), Matthias Nunold (Linke). Fotos: pma
Stéphane Moulin (SPD, von links), Christoph Gensch (CDU), Kurt Dettweiler (FWG), Ingrid Kaiser (FDP), Norbert Pohlmann (Grüne), Manfred Weber (PBZ), Matthias Nunold (Linke). Fotos: pma FOTO: PMA
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FDP-Stadtratsfraktionschefin Ingrid Kaiser . . .
Ingrid Kaiser Ingrid Kaiser FDP-Stadtratsfraktionschefin Ingrid Kaiser . . . FOTO: PM
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Kurt Dettweiler FOTO: C.Weigel
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