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Kammerorchester
Mit Elan den Dirigentenstab übernommen

Mit dem neuen Dirigenten Walter Theisohn (ganz links) probt das Zweibrücker Kammerorchester für das Herbstkonzert am Totensonntag.
Mit dem neuen Dirigenten Walter Theisohn (ganz links) probt das Zweibrücker Kammerorchester für das Herbstkonzert am Totensonntag. FOTO: Susanne Lilischkis
Zweibrücken. Walter Theisohn leitet zum ersten Mal das Herbstkonzert des Zweibrücker Kammerorchesters am 25. November in der Alexanderskirche. Von Susanne Lilischkis

Ende Mai dieses Jahres gab Bernd Wilms die Leitung des Zweibrücker Kammerorchesters ab. Walter Theisohn, Leiter der Musikschule und seit 1987 Mitglied des Kammerorchesters, übernahm den Dirigentenstab und musste sich gleich einer Herausforderung stellen. „Da sich das Collegium Musicum kurz vor dem Walnussfest in Großbundenbach aufgelöst hatte, wurden wir gefragt, ob wir mit dem Kammerorchester einspringen. Innerhalb von ein paar Wochen musste ich ein Konzertprogramm gestalten“, erinnert sich Walter Theisohn.

Das eigentliche Debütkonzert soll aber nun das Herbstkonzert sein, das traditionell immer am Totensonntag stattfindet. Am Sonntag, 25. November, spielt das Orchester ab 17 Uhr in der Alexanderskirche. Das diesjährige Motto ist – wie sollte es anders sein – das Thema „Le Début“. „Im Konzert haben wir musikalische Werke, die vom Anfang geprägt sind“, erklärt Walter Theisohn, „da ist zum Beispiel Joseph Haydns Sinfonia No. 10, ein Frühwerk des Meisters, oder der erste Satz von Carl Jenkins’ Palladio. Der wurde durch eine Werbung eines Diamantenhändlers bekannt und hat es dann auf zahlreiche Konzertbühnen geschafft.“

Mit Ludwig van Beethovens „Die Geschöpfe des Prometheus, op. 43“ kommt die Ouvertüre zum Ballett zur Aufführung, auch hier steht das Thema „Anfang“ im Vordergrund. Die Symphonie Nr. 34 in C-Dur, KV 338 von Wolfgang Amadeus Mozart ist die letzte Sinfonie, die er in Salzburg komponierte, bevor er im Jahr danach endgültig nach Wien und in die unsichere Existenz des freien Musikers übersiedelte. Abgerundet wird der Abend durch die St. Paul’s Suite von Gustav Holst.



Zu dem etwa 22-köpfigen Ensemble des Kammerorchesters werden sich für das Konzert Bläser hinzugesellen. Die kommen zum Teil von der Musikschule oder aus der Familie oder dem Freundeskreis von Theisohn. Sein Sohn wird das erste Mal dabei sein, der Patenonkel der Tochter spielt ebenfalls mit. „Ich will erreichen, dass es mehr Zweibrücker im Kammerorchester gibt und weniger eingekaufte Musiker von außen. Mal sehen, ob es klappt“ blickt Theisohn in die Zukunft.

Viel Elan bringt der gebürtige Zweibrücker auf jeden Fall mit. Schon jetzt plant er ein Konzertprojekt zum 40-jährigen Jubiläum der Musikschule im nächsten Jahr. Walter Theisohn entdeckte nach einer Ausbildung zum Bäcker und Konditor seine Liebe zur Musik. Nach einem Musikstudium im Fach Oboe in Saarbrücken unterrichtete er zahlreiche Schüler und ist heute Leiter der Musikschule Zweibrücken. Privat spielt er noch im Orchestre Symphonique SaarLorraine. „Das ist der Ausgleich, den ich zur Arbeit in der Musikschule brauche“, verrät Theisohn.

Doch er unterrichtet gerne, mit Kindern zu arbeiten macht ihm einen Riesenspaß, sagt er. Auch vom Kammerorchester ist er begeistert: „Die Leute sind sehr rührig, sie arbeiten zum Beispiel bei der Organisation gerne mit.“ Musiker, die ihr Instrument einigermaßen sicher beherrschen und regelmäßig an den Proben teilnehmen können, sind bei dem Orchester herzlich willkommen. Es ist kein Vorspiel erforderlich, um aufgenommen zu werden. Die Proben finden immer dienstags von 20 bis 22 Uhr in der Herzog-Christian-Musikschule Zweibrücken, Grinsardstraße 16, im Raum 202 statt.

Das Herbstkonzert des Kammerorchesters Zweibrücken findet am Sonntag, 25. November, um 17 Uhr in der Zweibrücker Alexanderskirche statt. Der Eintritt kostet zwölf, ermäßigt sechs Euro. Schüler erhalten freien Eintritt. Karten gibt es auch im Musikhaus Müller in der Zweibrücker Fußgängerzone.