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„Wir wollen das nicht!“
Zweibrücker Händler positionieren sich gegen Möbel-Riesen

 Auf dem Gelände hinter dem Turbo-Kreisel (braune Fläche) sollen sich die Märkte ansiedeln.
Auf dem Gelände hinter dem Turbo-Kreisel (braune Fläche) sollen sich die Märkte ansiedeln. FOTO: pm / lbsp
Zweibrücken. Gemeinsamhandel-Vorsitzender Andreas Michel erklärt auf Informationsveranstaltung klipp und klar: „Wir wollen es nicht.“ Fritz Schäfer

Die mögliche Ansiedlung eines riesigen Möbelmarktes auf der Truppacherhöhe ist auch bei Gemeinsamhandel ein Thema, erklärte der Vorsitzende Andreas Michel bei einer Informationsveranstaltung der Zweibrücker Händlervereinigung und des Stadtmarketings. Bei den Gesprächen im Verein sei deutlich geworden, „wir wollen das nicht“, sagte Michel. Es seien große Bedenken und Vorbehalte gegen die Ansiedlung eines „riesigen Möbelhauses“ geäußert worden. Dazu käme noch das Sortiment außerhalb von Möbeln. „Wir wollen die Innenstadt stärken“, betonte Michel.

Das haben sich das Stadtmarketing und Gemeinsamhandel unter dem Titel „Zusammen Wirken“ auf die Fahnen geschrieben, wie die Beauftragte für das Citymanagement, Petra Stricker, sagte. Sie blickte zurück auf die Aktionen seit April wie die Modenschau, die Muttertagsaktion oder „Zweibrücken kunstvoll“ und „Zweibrücken liest“ im Mai.

Dabei war auch der Bücherschrank am Herzogplatz geöffnet worden. „Das kommt super an“, sagte die Patin des Schrankes, Thalia-Chefin Martina Denzer. Es würden ständig Bücher herausgeholt und auch neu hereingestellt. Wobei nach ihrer Beobachtung alle Altersklassen das Angebot nutzen.



„Der Kindertag ist bei der zweiten Auflage mächtig gewachsen“, erwähnte Stricker eine weitere Veranstaltung mit der sich Zweibrücken von anderen Städten abhebe. Das Dinner in Weiß oder der Saarländertag fehlten in der Aufzählung nicht. „Die vier Tage waren anstrengend. Aber es hat sich für die Stadt und die Händler gelohnt“, meinte Michel.

Bei ihrem Ausblick sprach Stricker das Oldtimertreffen am Samstag (wir berichteten) den mit der Halloween-Veranstaltung am 30. Oktober verbundenen verkaufsoffenen Sonntag am 29. Oktober und das Lichterfest am 11. November an. Dabei wünscht sich Michel, dass Schwimmkerzen den Brunnen auf dem Schlossplatz beleuchten. „Und ein St. Martin auf einem Pferd wäre auch schön.“

Bei der Erwähnung des Weihnachtsmarkts hatte Michel einen weiteren Wunsch. „Es wäre schön, wenn die Händler an den Adventssamstagen die Läden länger offen haben. Bis 16 oder 18 Uhr. Ich weiß, das ist ein Bohren dicker Bretter. Ich kann nur an alle appellieren.“ Das sei schon lange ein Thema, meinte Dieter Ernst von Edeka-Markt Ernst. „Im letzten Jahr war es um 16 Uhr außer bei uns und im Reformhaus Stoltz dunkel“, sagte Denzer. Sie wisse nicht, wie sie die Nachbarn überzeugen könne. Für Thalia sei die lange Öffnungszeit Werbung.

Die Händler müssten ihre Stärken mehr herausstellen. „Das und Events locken Menschen in die Stadt.“ Denn zum Einkaufen müssten die Leute nicht mehr in die Stadt. „Das kann man mit einem Knopfdruck von zu Hause aus erledigen.“ Denzer meinte, dass Zweibrücken mit dem gemeinsamen Handeln „auf einem guten Weg ist“. Dem stimmte Franz Ignasiak zu, der mit dem Oldtimer Lisbeth bei Veranstaltungen in der Region präsent ist. „In den Nachbarstädten höre ich oft, dass Zweibrücken aufwacht, während Pirmasens schläft.“