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Generationen übergreifende Aktion
Mit erlerntem Wissen etwas Gutes tun

Die Schüler und Lehrer der Berufsschule in Zweibrücken mit einem ihrer Hochbeete. 
Die Schüler und Lehrer der Berufsschule in Zweibrücken mit einem ihrer Hochbeete.  FOTO: cvw / Cordula von Waldow
Zweibrücken. Berufsschüler gestalten in ihrem Berufsvorbereitungsjahr Hochbeete und Raumteiler für das Awo-Seniorenheim am Rosengarten. Von Cordula von Waldow

Lernen im Handeln und in der praktischen Anwendung von theoretischem Wissen und dabei zugleich etwas Sinnvolles schaffen und Gutes tun: Diese Quadratur des Kreises ist der Berufsbildenden Schule in Zweibrücken gemeinsam mit dem Awo-Altenheim am Rosengarten gelungen. Mit Feuereifer haben die 13 Schülerinnen und Schüler der BVJ18b in ihrem Berufsvorbereitungsjahr vier Hochbeete und einen kleinen Raumteiler für das Seniorenstift gegenüber des Rosengartens gestaltet. Am Donnerstagmorgen wurden sie bei einer offiziellen Feier übergeben.

Schon lange arbeiten die Berufsschule und die Awo in Zweibrücken wirkungsvoll zusammen. In einem gemeinsamen Gespräch von Lehrern und Awo-Leiterin Andrea Schantz entstand die Idee der Hochbeete. Sie sind in rollstuhlgerechter Höhe gebaut, so dass die Senioren sie bequem erreichen können und mit leckeren, duftenden Küchenkräutern bepflanzt. Da die Awo selbst frisch kocht, werden die Kräuter auch in der eigenen Küche verwendet. Das Projekt, an dem 13 Schülerinnen und Schüler von Beginn des Halbjahres bis jetzt gearbeitet haben, wurde Fächer übergreifend gestaltet. In Mathematik wurden die Flächen und der Materialbedarf berechnet. Die Schüler haben beim Einkaufen im Baumarkt zum Beispiel den Unterschied zwischen Stück- und Meterpreis kennen gelernt und die Kosten selbst ausgerechnet. Mit der im Deutschunterricht bei Ramona Köllmansperger erarbeiteten Vorgangsbeschreibung stellten einige der jungen Menschen ihre Arbeit zu entsprechenden Bildern selbst vor.

Bei der Ausführung standen neben zahlreichen Techniken und der vielfältigen Arbeit mit verschiedensten Materialien und unterschiedlichen Maschinen inklusive Sicherheitsvorkehrungen vor allem auch die Projekt-Organisation und die Zusammenarbeit im Team im Mittelpunkt. „Unsere Schüler kommen aus unterschiedlichen Schulen, haben bislang keinen Abschluss und sind jetzt auf dem besten Weg, ihre Berufsfähigkeit, sprich, einen Hauptschulabschluss zu erwerben“, verdeutlicht Klassenlehrer Andreas Schöneweiß. Nachdem es im vergangenen Jahr eine reine Migrationsklasse gab, sind sechs Schüler aus fremden Ländern in diesem Jahr in der BVJ18b integriert. Das Zusammenwachsen der Klasse, Erfolgserlebnisse, die zu mehr Selbstbewusstsein und einem gestärkten Selbstwertgefühl durch das erfolgreiche Erproben eigener Fähigkeiten führen und „einfach ein gutes Gefühl geben“, stehen für Projektleiter Oliver Bentler eindeutig im Mittelpunkt.



„Es hat Spaß gemacht. Ich habe viel Neues gelernt“, freut sich Nagab Aldywb. Der 16-jährige Syrer hat zum ersten Mal handwerklich gearbeitet. „Zuschneiden fand ich schwierig, aber Zusammenschrauben ist genau mein Ding“, erkannte der 15-jährige Nico Lutter aus Einöd. „Nicht nur in der Theorie etwas lernen, sondern es über die angewandte Handlung verinnerlichen und ein Leben lang behalten“, sehen die Lehrer als großen Fortschritt in der Projektarbeit. „Gelernte Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Menschlichkeit und Realität in der Schule für‘s Leben, mit Kopf, viel Herz und vor allem mit Hand“, beschrieb Eva Altpeter, Leiterin der Abteilung Gesundheit und Sozialwesen an der Berufsschule. Das Team des Awo-Heimes und die Bewohner waren begeistert von den duftenden Hochbeeten. „Wir haben bereits weitere generationenübergreifende Projekte in der Pipeline“, lassen Schantz und Bentler wissen.