| 23:08 Uhr

Chip-System für neue Restmülltonnen
Zweibrücker Abfallsystem wird virtuell

Seit Beginn dieses Jahres gilt ein überarbeitetes Abfallsystem mit neuen Restmüll- und Biotonnen.
Seit Beginn dieses Jahres gilt ein überarbeitetes Abfallsystem mit neuen Restmüll- und Biotonnen. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. UBZ bittet aber um Geduld: Chip-System für die Tonnen ist aufwendig. Gebührenbescheide sollen digitalisiert werden. Von Mathias Schneck

Das neue Abfallsystem in Zweibrücken soll schon bald ins weltweite Netz wandern. Der Plan des UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) ist, dass die Bürger künftig online überprüfen können, wann ihre Tonnen geleert wurden. Bereits bei der Einführung des neuen Abfallsystems zu Beginn des Jahres mit den neuen Restmüll- und Biotonnen hatte der UBZ erklärt, dass die Tonnen mit einem Chip versehen werden,  die Leerungsvorgänge sollten künftig im Internet einsehbar ein.

Bis es soweit ist, dauert es aber noch, erklärt der UBZ-Vorstandsvorsitzende Werner Boßlet auf Anfrage des Pfälzischen Merkur. Mehrere Leser waren bei uns vorstellig geworden und hatten gefragt, wann das neue Chip-System funktioniere.

Boßlet bittet diesbezüglich um Geduld. „Das kommt in den nächsten Wochen“, stellt er in Aussicht. Der UBZ habe ein Unternehmen damit beauftragt. „Das ist sehr komplex, jede Menge Arbeit steckt dahinter“, sagt Boßlet.  Zu der ganzen Arbeit hinzu  kämen  „datenschutzrechtliche Vorgaben, die wir beachten müssen. Das Chip-System muss im Internet passwortgeschützt sein, der Datenschutzbeauftragte muss involviert werden und seine Zustimmung geben“, zählt der UBZ-Chef auf.



Boßlet erklärt, dass die ganze Arbeit „nicht nur gemacht wird, damit die Bürger abrufen können, ob ihre Tonne im laufenden Jahr erst einmal oder vielleicht schon zwei- oder dreimal geleert wurde“. Der UBZ habe mehr vor: „Wir wollen auch eine Digitalisierung der Gebührenbescheide“ , nennt er einen wichtigen Aspekt.

Wie lange es dauert, bis das Internet- und Digitalisierungsprojekt abgeschlossen ist, kann Boßlet nicht sagen. Aber er stellt in Aussicht: „Ich möchte nicht, dass es Oktober wird, bis ein Bürger das im Internet nachschauen kann.“

Einige der Leser, die bei unserer Zeitung wegen des Chip-Systems nachfragten, stellten auch die Frage, wie es sich bezüglich der Gebühren darstelle, wenn man nicht die vier Mindestleerungen, die pro Jahr für die Restmülltonnen vorgesehen sind, in Anspruch nimmt. Gibt es dann eine Gutschrift?

Boßlet verneint. Es handele sich bei diesen vier Mindestleerungen um die untere Grenze dessen, was den Bürgern in Rechnung gestellt werde. Auch, wenn die vier Leerungen unterschritten würden, sei die Gebühr für diese Mindestzahl zu begleichen.

Gibt es noch viele Probleme mit dem neuen Abfallsystem? Zu Beginn des Jahres hatte Boßlet im Merkur ja erklärt, dass das Servicetelefon des UBZ quasi nicht still stehe. „Es hat sich bestens eingespielt“, freut sich der Vorstandsvorsitzende. Es sei richtig, dass es am Anfange „einige Probleme gegeben hat – aber das ist soweit alles geklärt“.  Bei der Abholung der Biotonnen habe es beim Start in das neue System noch etwas gehapert. „Das von uns mit dieser Aufgabe betreute Unternehmen kannte da noch nicht jede Seitenstraße in der Stadt, deswegen blieb zu Beginn leider die eine oder andere Biotonne stehen. Aber das ist inzwischen auch gut einspielt“, zieht der UBZ-Chef Bilanz.

Werner Boßlet, Vorstandvorsitzender des UBZ.
Werner Boßlet, Vorstandvorsitzender des UBZ. FOTO: Jan Althoff