| 23:20 Uhr

50 bis 60 Bauplätze möglich
Stadt plant großes Baugebiet am Kirchberg

 Aussichtsreich: An der Kirchbergstraße in Ixheim (Bild vom Mittwoch) plant die Stadt ein Neubaugebiet mit 50 bis 60 Bauplätzen.
Aussichtsreich: An der Kirchbergstraße in Ixheim (Bild vom Mittwoch) plant die Stadt ein Neubaugebiet mit 50 bis 60 Bauplätzen. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Überwiegend Beifall gab es gestern Abend im Stadtrat für die Ankündigung des OB, ein neues Baugebiet ausweisen zu wollen. Das Gelände befindet sich am Kirchberg in Ixheim. Von Mathias Schneck

In der Stadt Zweibrücken soll schon bald ein neues Baugebiet erschlossen werden. Das erklärte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) am Mittwochabend in der Sitzung des Stadtrates. Das betreffende Gelände befindet sich an der Kirchbergstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft zur Privatadresse des Unternehmers Kurt Rücker und trage provisorisch den Namen „Am Kirchberg“.

Die Gesamtfläche betrage rund 50 000 Quadratmeter, bestehend aus unterschiedlichen Flurstücken, die überwiegend im Eigentum der Kurt-und-Ursula-Rücker-Stiftung stünden, erläuterte Wosnitza.

Diese Stiftung, gegründet vom Ehepaar Rücker, ist für die Pflege und den Erhalt des „Garten Rücker“ verantwortlich, eine parkähnliche Anlage, zirka 10 000 Quadratmeter groß, die in der Saison zweimal pro Woche für Besucher offensteht.



Der Oberbürgermeister informierte gestern den Rat, dass es bereits sei etwa einem halben Jahr Gespräche zwischen Verwaltung und Rücker über die Ausweisung eines Baugebietes gebe. Dieser habe gesagt, er würde die betreffenden Grundstücke am Kirchberg zur Verfügung stellen, damit dort gebaut werden könne. Dies würde auch das Projekt „Garten Rücker“ stärken und sichern, so Wosnitza rückblickend zu den Gesprächen mit dem Unternehmer. Das potenzielle Baugebiet würde 50 bis 60 Bauplätze ermöglichen.

Die SGD (Struktur- und Genehmigungsdirektion) habe erklärt, die geplante Ausweisung als Baugebiet sehe man nicht kritisch, UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) und Stadtwerke hätten signalisiert, dass die mögliche Erschließung dieses Areals „kein Problem“ sei, so der Oberbürgermeister.

Wosnitza machte deutlich, dass er rasch Fakten schaffen möchte. Ziel sei es, in der nächsten Sitzung des Bauausschusses den Aufstellungsbeschluss zu fassen, der Stadtrat könnte dann in seiner nächsten Sitzung im November bereits grünes Licht geben.

Bei der CDU gab es viel Beifall für das Vorhaben der Stadt. „Eine schöne Überraschung ist das für die Bürger heute Abend“, sagte die Fraktionsvorsitzende Christina Rauch. Ein Baugebiet aus städtischer Hand, das zügig angegangen werden soll – „genau das hat die CDU wiederholt gefordert“, lobte Rauch. Christoph Gensch, gleichsam mit Rauch Ratsfraktionsvorsitzender der CDU, befand: „Eine sehr schöne Lage. Das wird mit Begeisterung von der Bevölkerung angenommen werden, wir werden so sicher einige neue Bürger hinzugewinnen“, zeigte sich Gensch davon überzeugt, dass dieses Baugebiet eine Strahlkraft über Zweibrücken hinaus haben werde.

Stéphane Moulin, Ratsfraktionsvorsitzender der SPD, lobte: „Eine gute Initiative, Herr Oberbürgermeister.“ Moulin mahnte allerdings, bereits vorhandene Baugebiete wie beispielsweise „Niederauerbach Pommernstraße“, die noch Erweiterungspotenzial hätten, nicht aus den Augen zu verlieren.

Norbert Pohlmann, Ratsfraktionsvorsitzender der Grünen, goss Wasser in den Wein. „Wir sind nicht begeistert“, betonte er. Es gebe eine Beschlussvorlage des Rates, vorhandene Baugebiete zu nutzen und ältere Gebäude zu sanieren, statt neue Baugebiete auszuweisen. Das sei aus gutem Grund geschehen, bemerkte Pohlmann und nannte als einen Problempunkt die zunehmende Bodenversiegelung. Allerdings nehme seine Partei zur Kenntnis, „dass es eine hohe Nachfrage“, nach Bauplätzen in Zweibrücken gebe – ob das an den niedrigen Zinsen liege oder an der Attraktivität der Rosenstadt, das sei die Frage. Die Grünen würden die Idee des Oberbürgermeisters allerdings nicht grundsätzlich verwerfen wollen, man warte nun weitergehende Informationen durch das Rathaus ab.

Harald Benoit (Ratsfraktionsvorsitzender der AfD), zeigte sich angetan von den Plänen: „Das Baugebiet ist von der Lage her hervorragend.“ Was ihn aber derzeit stört: Es gebe oben am Kirchberg einen Feldweg, der von einigen Autofahrern gerne als Abkürzung genutzt werde. Dem müsse die Stadt „einen Riegel vorschieben“.

Ingrid Kaiser, Ratsfraktionsvorsitzende der FDP, pflichtete Pohlmann bei: Das Thema Bodenverdichtung dürfe nicht außer acht gelassen werden. Auch sie wolle aber jetzt noch keine pauschale Ablehnung des Vorhabens vornehmen; Kaiser sagte: „Wir brauchen mehr Infos.“

Ulrich Schüler (FDP) mahnte mit Blick auf das Thema Verdichtung von Baugebieten: „Es bringt uns nichts, wenn Bauwillige nach Contwig gehen, weil sie sich in Zweibrücken nicht in eine Baulücke quatschen lassen wollen.“

Rolf Franzen (CDU) gab zu bedenken, es sei überlegenswert, das Baugebiet nicht bis an die Kirchbergstraße hochzuziehen, sondern stattdessen lieber weiter unten Richtung Ixheim Mitte Bauplätze auszuweisen. Franzen wies darauf hin, dass er selbst in der Nähe des geplanten Baugebietes wohne. Das spiele aber mitnichten in seinen Vorschlag mit ein – egal, wo nun genau am Kirchberg gebaut werde, er bekomme das künftig „so oder so“ als Anwohner mit, stellte der ehemalige Baudezernent klar.