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Verbindung zwischen digitaler und realer Welt
Erste Ernte im Schulgarten

Die eifrigen Schulgärtner sind sichtlich stolz auf ihre Leistung.
Die eifrigen Schulgärtner sind sichtlich stolz auf ihre Leistung. FOTO: Nadine Lang
Ernstweiler. Die Albert-Schweitzer-Schule verbindet mit einem Projekt digitale und reale Welt. Von Nadine Lang

Sichtlich stolz präsentieren die Grundschüler der Albert-Schweitzer-Schule in Ernstweiler ihren kleinen Schulgarten, der sich direkt neben dem Schuleingang befindet. Hier wuchs zuvor eine bodendeckende Hecke, die nun dem Tatendrang der Kinder weichen musste. Es gibt es jetzt einen Bienengarten mit verschiedenen Blumen und einen eigenen Kräuter- und Gemüsegarten.

Hintergrund sind zwei Pfeiler, denen sich die Grundschule verschrieben hat. Zum einen spielt das Thema Ernährung eine Rolle, das in allen Klassenstufen durch das Projekt2000 und den Ernährungsführerschein im Rahmen von AGs umgesetzt wird. Zum anderen hat die Albert-Schweitzer-Schule mit der Aufnahme in das Projekt Medienkompetenz einen großen Schritt in die Entdeckung der digitalen Welt gewagt.

Was zunächst widersprüchlich klingt, ist genau die Absicht dahinter. „Mit I-Pads gärtnern“ lautet das Motto, das die Verbindung der digitalen und realen Welt schaffen soll. „Der zum Schuljahr 2018/2019 von der Landesregierung eingeführte Medienkompass bietet hierzu vielfältige Betätigungsfelder. Alle geforderten Kompetenzbereiche können in der Verbindung Medien-Schulgarten aufgegriffen und von den Kindern erreicht werden“, erklärt Schulleiterin Stefanie Grund. Mit dem ipad können dann etwas Fotos aufgenommen, Rezepte nachgeschlagen oder der Anbau dokumentiert werden.



Doch zunächst ging es um das Anlegen des Schulgartens, womit im Mai begonnen wurde. Die Aktion fand aber nicht nur im Freien statt, sondern wurde auch in den Unterricht integriert. Dort wurden etwa die Keimlinge vorgezogen. Seit diesem Schuljahr gibt es auch die AG Schulgarten, die den Garten zusammen mit den Kindern aus der Nachmittagsbetreuung hegt und pflegt.

Seit dem Ende der Sommerferien kann nun auch endlich geerntet werden. Das Geerntete wird dann in den Mittagsimbiss verarbeitet, etwa zu Kräuterquark oder Schnittlauchbrot. Die Rezepte bekommen die Kindern dann ebenfalls an die Hand, sodass sie auch Zuhause die kleineren und größeren Gerichte nachkochen können.

Dass der Umgang mit frischem Gemüse nicht selbstverständlich ist, weiß auch Uta Wilhelm, die die Kinder am Nachmittag betreut. „Viele wissen gar nicht mehr, was Tomaten eigentlich sind.“ Darüber hinaus stößt aber auch etwas anderes auf Faszination. „Interessant war es beispielsweise beim Kürbis, bei dem sie den ganzen Weg beobachten konnten, von der Aussaat bis zur Ernte und dem gemeinsamen Suppenkochen in der Küche“, erklärt Melissa Helwig, die ebenfalls mit sechs anderen Kolleginnen in der Nachmittagsbetreuung arbeitet.