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Ausstellung im Herzogsaal
Zeitgenössische Kunst aus Polen

Die drei polnischen Künstler (von links) Eugeniusz Zegadto, Gabriela Cichowska und Andrzej Grenda vor Kunstwerken im Herzogssaal.
Die drei polnischen Künstler (von links) Eugeniusz Zegadto, Gabriela Cichowska und Andrzej Grenda vor Kunstwerken im Herzogssaal. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Kunstausstellung im Rahmen der deutsch-polnischen Freundschaftswoche. Von Peter Fromann

Sogar die Herzöge im Herzogssaal mussten ihren angestammten Platz im Stadtmuseum verlassen zu Gunsten des Dreigestirns polnischer zeitgenössischer Künstler, die sich sogar persönlich vorstellten. Hans Bollinger vom Vorstand der „Deutsch-Polnischen Gesellschaft Saar“ und der „Begegnungen auf der Grenze“ hatte diese Polnischen Kulturtage zusammen mit der Leiterin des Stadtmuseum, Charlotte Glück, ins Leben gerufen. Und letzten Endes verprasste Polenkönig Stanislaus Leszczynski in Zweibrücken ja auch sein Vermögen.

Wie auch immer, die Kulturtage begannen mit dieser eindrucksvollen Ausstellung der Künstler Andrzej Grenda, Gabriela Cichowska und Eugeniusz Zegadto und setzen sich fort mit Konzerten am 22. September und am 28. Oktober im Herzogssaal. Julian Kilian von der Städtischen Musikschule spielte tiefempfunden zur Eröffnung – natürlich! – Werke von Frédéric Chopin, der mit seiner Ballade Höhen und Tiefen des Lebens in Klang gesetzt hat, ganz, wie die Werke der Ausstellung es hier mit anderen Mitteln tun.

Im Herzogssaal stellt Zegadto Bildhauerei, geschnitzt in Lindenholz, bunte Figuren aus, in naiver Volkskunstmanier, in eigener expressiver Art mit folkloristischen, mythischen, sakralen oder ganz profanen Themen. Die Figuren erzählen Geschichten aus dem Leben. Den Teufel hat er vor den Saal verbannt, auf der Flucht vor den vielen Engeln in ihrer schönen Buntheit.



Grado, Professor an der Kunstakademie in Lodz, sagt: „Ich benutze keine bunten Farben, ich arbeite achromatisch, ich finde, dass Farben für meine Art der Wahrnehmung der sichtbaren Welt und meinem empirischen Blick zu konkret und zu eindeutig sind“. Indem er sich in Grautönen bewegt, jedenfalls in seinen Zeichnungen, können die Betrachter eigene ungezwungene Interpretationen finden.

Seine Zeichnungen entstehen durch ein Übereinander mehrerer Schichten flüssigen Graphits. Ein mühsamer aufwendiger Entstehungsprozess. „ich versuche aus tiefer Notwendigkeit heraus, das Unsichtbare einzufangen“. „Nicht ganz vergangene Zeit“ zum Beispiel feiert die Schönheit des weiblichen Körpers. Gabriela Cichowska, sein Ehefrau, ist Zeichnerin und Illustratorin, sie gab unter anderem das weithin bekannte Kinderbuch „Pauls verlorenes Lächeln“ heraus. Beide appellieren in ihren Werken sowohl an Verstand wie auch an Empfindsamkeit. Die fachmännische Laudatio hielt Jürgen Ecker, Vorsitzender des Kunstvereins und Kurator der Ausstellung. „Kunst und Musik aus dem Land an der Weichsel“ heißt die Ausstellung. Wer einmal in Krakau war, möchte immer wieder hin. Warum also nicht?

Die Ausstellung ist bis zum 28. Oktober zu sehen.