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Statt Wohnbebauung
Gewerbegebiet am Ende der Wolfslochstraße?

Rot markiert ist der Verwaltungsvorlage der Bereich, in dem bislang Wohnungen vorgesehen waren und nun ein Gewerbegebiet für eine Mietboxen-Lagerhalle geplant ist. Links davon ist das Umspannwerk eingezeichnet, rechts davon die Wolfslochstraße, hinter dieser folgen (oberhalb des Pfeils) der Hornbach(staden) und die Autobahn.
Rot markiert ist der Verwaltungsvorlage der Bereich, in dem bislang Wohnungen vorgesehen waren und nun ein Gewerbegebiet für eine Mietboxen-Lagerhalle geplant ist. Links davon ist das Umspannwerk eingezeichnet, rechts davon die Wolfslochstraße, hinter dieser folgen (oberhalb des Pfeils) der Hornbach(staden) und die Autobahn. FOTO: Quelle: Stadtverwaltung/Repro: lf
Zweibrücken. (lf) Aus zwei bislang als Wohngebiet ausgewiesenen Grundstücken südwestlich der Wofslochstraße soll ein 4700 Quadratmeter großes Gewerbegebiet werden. Das hat der Zweibrücker Bauausschuss gestern Abend dem Stadtrat empfohlen. Von Lutz Fröhlich

Der Beschluss zur Einleitung eines Bebauungsplan-Änderungsverfahrens erfolgte zwar einstimmig. Aber es deutet sich Gegenwind an: Dirk Schneider (SPD), Evelyne Cleemann und Elisabeth Metzger (beide CDU) enthielten sich. Und CDU-Ratsmitglied Volker Neubert, der die Sitzung als Zuhörer verfolgte, kündigte danach gegenüber dem Merkur an, die Pläne im Stadtrat abzulehnen.

Laut der vom Beigeordneten Henno Pirmann (SPD) unterzeichneten Sitzungsvorlage will ein Interessent der Gewobau die Grundstücke abkaufen, um dort „Einfachst-Lagerhallen/Mietboxen“ zu errichten, es gebe „eine hohe Nachfrage nach Low-Budget-Miethallen“.

Der Versuch, Wohnungs-Interessenten für die Grundstücke zu finden, „ist gescheitert“, sagte Pirmann, vor allem wegen des Lärms durch die nahe Autobahn. Laut Sitzungsvorlage will die Stadt auch keine „höherwertige“ Gewerbenutzung mit mehr Arbeitsplätzen, um „zusätzliche Lärmbeeinträchtigungen der Anlieger“, vor allem durch noch mehr Verkehr, zu vermeiden.



Genau das befürchten aber Schneider und Neubert: Auch die Lagerhalle werde zu mehr Verkehr führen. Es sei nicht sinnvoll, dafür auf ein Wohngebiet zu verzichten. Schneider und Neubert verwiesen zudem darauf, dass laut den Messungen für das offizielle Zweibrücker Lärm-Kataster bei diesen Grundstücken die Belastungen niedriger sind als in der Einöder Straße und auch in Teilen der Wolfslochstraße, auch da werde ja gewohnt. Neubert kritisierte zudem, dass der Bebauungsplan im vereinfachten Verfahren aufgestellt werde – damit hätten Bürger weniger Beteiligungsmöglichkeiten.

SPD-Fraktionsvize Thorsten Gries begrüßte, dass die Gewobau endlich einen Kaufinteressenten habe und man damit auch „einem Zweibrücker Unternehmen hilft“. Gries und Berni Düker (SPD) gaben zu bedenken, wenn seit 1973 niemand dort habe wohnen wollen, müsse man das akzeptieren. Das Grundstück sei zum Wohnen nicht nur wegen der Autobahn, sondern auch wegen des Umspannwerks auf dem Nachbargrundstück unattraktiv.