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„Wirtschaftsförderung ist Chefsache“

 Marold  Wosnitza.    Foto: privat
Marold Wosnitza. Foto: privat FOTO: Marold Wosnitza / Claudia Fahlbusch
Zweibrücken. Oberbürgermeister Wosnitza über die Herausforderung, Investoren bei immer weniger freien Flächen nach Zweibrücken zu locken Von Mathias Schneck

Investoren nach Zweibrücken locken – das ist für Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) eine der strategisch wichtigsten Aufgaben. Das machte er bereits in seiner Neujahrsansprache deutlich (wir berichteten). Der Merkur sprach mit Wosnitza nun über die Herausforderungen.

Wosnitza macht deutlich: „Die Wirtschaftsförderung soll unabhängig bleiben – aber unter der Steuerung des Oberbürgermeisters.“

Er habe wiederholt die Beobachtung gemacht, „dass Investoren, die prüfen, nach Zweibrücken zu gehen, mit dem Oberbürgermeister sprechen wollen. Sie wollen den direkten Zugang zum OB, das ist ja auch nachvollziehbar. Wirtschaftsförderung ist Chefsache“.



Aber Gespräche mit dem OB sind das eine – dem Investor auch wirklich etwas anbieten zu können, ist etwas ganz anderes. Und hier liegt der Hase im Pfeffer, räumt Wosnitza ein.

„Wir haben nicht mehr viele freie Flächen zur Verfügung – das ist eine große Herausforderung für die Zukunft.“ Die Stadt müsste mehr Flächen dahingehend entwickeln, dass sie als Gewerbefläche angeboten werden könnten. Aber da spiele Mainz leider nicht mit.

Die Stadt Zweibrücken erhalte erst Zuschüsse für die Bereitstellung solcher Flächen, wenn sie nachweisen könne, dass mindestens die Hälfte davon bereits vermarktet ist.

Damit soll vermieden werden, dass Kommunen Gewerbeflächen in großer Zahl entwickeln – und zum Schluss stehe alles leer. „So ist es teilweise in den neuen Bundesländern geschehen, es gibt dort Gewerbegebiete, da zieht kein Investor hin, diese Flächen veröden.“

Es sei also durchaus nachvollziehbar, wenn die Landesregierung hier reglementiere, doch müssten auch die Nöte der Kommunen betrachtet werden. Einen richtig großen Investor, der massiv Platz bräuchte, könnte Zweibrücken derzeit gar nicht hierher locken – es gäbe nicht ausreichend Platz.

Im Saarland hätten es die Kommunen einfacher. Da gebe es auch Zuschüsse, wenn auf Vorrat Gewerbegebiete erschlossen würden. So sei es etwa beim Zunderbaum geschehen, da habe Homburg  ein großes Gewerbegebiet mit Hilfe des Landes erschlossen und dann geschaut, wen man alles dorthin locken könnte.

Wirtschaftsförderin Anne Kraft, hatte 2018 im Merkur erklärt, dass auf dem Industrie- und Gewerbegebiet Steitzhof (zuständig ist hier der Zweckverband Zef) noch maximal rund 40 000 Quadratmeter Platz seien, wobei dann schon Grundstücke zusammengelegt werden müssten.

Und am Flughafen waren auch nur noch zwei größere Grundstücke von 24 000 und 11 000 Quadratmetern frei.