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Premium-Spazierweg
Lustwandeln auf geprüften Pfaden

Unterwegs auf der Zweibrücker Fasanenjagd mit dem designierten Oberbürgermeister Marold Wosnitza.
Unterwegs auf der Zweibrücker Fasanenjagd mit dem designierten Oberbürgermeister Marold Wosnitza. FOTO: cvw
Zweibrücken. Die Zweibrücker Fasanenjagd ist der erste Premium-Spazierweg in der Region. Von Cordula von Waldow

(cvw) Ein König schuf es zu seiner Freude. Dies galt für Stanislaus Lesczcinsky, der vor 300 Jahren sein Lustschloss in der Fasanerie erbaute. Bis heute erfreuen sich Besucher an dem am besten erhaltenen, barocken Gartendenkmal nördlich der Alpen. So lag für Kulturamtsleiter Thilo Huble und sein Tourismus-Team nahe, mit der „Zweibrücker Fasanenjagd“ den ersten Premium-Spazierweg der Südwestpfalz in der Fasanerie auszuweisen.

Jetzt hat Jochen Becker vom Deutschen Wanderinstitut vor Ort offiziell die Urkunde dafür übergeben. Nachdem es Premium-Wanderwege schon lange gibt und das bereits 200 Kilometer weite Wandernetz im Umkreis von Zweibrücken in der Südwestpfalz sehr gut angenommen und zunehmend erweitert wird, boomen in diesem Jahr auch Premium-Spazierwege. Die Rundwege sind kürzer und damit auch mit weniger Zeitaufwand oder Fitness, etwa nach Feierabend, von Senioren oder Familien mit lauffreudigen Kindern, einfacher zu begehen. „Der neue Weg Zweibrücker Fasanenjagd verbindet attraktive historische, landschaftliche und touristische Sehenswürdigkeiten und ist dadurch sehr vielfältig und abwechslungsreich. Mit dem Romantikhotel Fasanerie und dem Alten Bahnhof bietet er gleich mehrere Einkehr-Möglichkeiten. Es gibt viel zu sehen und zu erleben, das macht auch Kindern Spaß“, lobt Jochen Becker, der auch den alten Baumbestand dort besonders hervorhebt. Damit läge er von der Bewertung her im vorderen Drittel der 28 neuen Premium-Spazierwege, die in diesem Jahr eröffnet wurden.

Dass er rechts und links die Zufahrtsstraße zum Romantikhotel Landschloss Fasanerie flankiert, senke ihn allerdings auf gutes Mittelfeld ab. Dennoch waren die „Testwanderer“, darunter neben den beteiligten Designern auch Naturerlebnisführer und Wanderpaten des weitläufigen Wegenetzes, von der Streckenführung sehr angetan.



Die „Fasanenjagd“ beginnt am oberen Parkplatz in der Tschifflicker Dell. Von dort aus führt sie über die Terrasse über den barocken Spiegelweihern mit Blick auf den frei gelegten Trompetenhügel in den Wildrosengarten. Dieser wird durchquert. Unterhalb des Bienenhauses vom Imkerverein geht es an die ehemaligen Fasanerie-Mauer. Diese sollte zu Herzogs Zeiten verhindern, dass die Fasanen, denen die Flügel gestutzt wurden, um dem Jagdglück der exklusiven Gesellschaft nachzuhelfen, flüchten konnten. Entlang der Steinmauer, vorbei an dem alten Grenzstein, führt der Weg talabwärts.

Geheimnisvoll ist die geheimnisvolle, mittelalterliche Ruine oberhalb der Kreuzung nach Niederauerbach, Contwig und stadteinwärts, über die noch immer sehr wenig bekannt ist. „Hier hat uns als Kinder schon diese Felsenhöhle interessiert“, erinnert sich Heinz Burkhardt, der die Pilgerwege in der Region betreut. Auf der gegenüberliegenden Seite der Straße folgt der Weg jenseits des unteren Parkplatzes dem Bachlauf und schraubt sich dann in die Höhe. Der Aussichtspunkt oben auf dem Trompetenhügel gibt den herrlichen Blick über das gesamte barocke Gartendenkmal Fasanerie frei.

Auf verwunschenen Pfaden schlängelt sich die „Zweibrücker Fasanenjagd“ abwärts. Neben der Fasanerie-Ruine führen Treppen aufwärts, entlang der Spiegelweiher zurück zum Ausgangspunkt. Der Weg ist ausgezeichnet mit einem schwarzen Fasan, entworfen von Lothar Siegl und umgesetzt von Thorsten Mayer. „Unsere Naturerlebnis-Führerinnen können den Weg auch mit einer Führung bespielen, entweder historisch oder action-mäßig mit Mitmach-Stationen für Kinder“, bietet Ester Budell-Hoffmann vom Zweibrücker Kulturamt an. Um den Weg auch für Jugendliche reizvoll zu gestalten, ist über die Homepage der Stadt eine virtuelle Fasanenenjagd per Smartphone oder GPS eingerichtet.