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Mobilitätsplan für Zweibrücken beantragt
Grüne wollen weniger Autos in der Stadt

 Für Radler gibt es noch viele Schattenseiten hinsichtlich der Verkehrswege in Zweibrücken.
Für Radler gibt es noch viele Schattenseiten hinsichtlich der Verkehrswege in Zweibrücken. FOTO: picture alliance / dpa / Maurizio Gambarini
Zweibrücken. Gäbe es bessere Bedingungen für Radler und Busnutzer, könnten einige Parkplätze für sinnvollere Zwecke genutzt werden, fordert die Partei ein Zweibrücker Verkehrskonzept. Von Mathias Schneck

Die Grünen machen sich für ein Verkehrskonzept für die Stadt Zweibrücken stark. In der jüngsten Sitzung der Haushaltskommission zum Nachtragshaushalt beantragten die Grünen, Geld in den Haushalt einzustellen, damit ein entsprechendes Konzept erarbeitet werden kann.

Fraktionschef Norbert Pohlmann erläuterte: In Zweibrücken dominiere der Autoverkehr, infolgedessen seien derzeit „großzügige Parkmöglichkeiten im gesamten Innenstadtbereich“ erforderlich. Ein neues Verkehrskonzept „könnte Flächen für andere Nutzungen freimachen und zu einer Attraktivitätssteigerung der Innenstadt beitragen“, wenn die Bürger bessere Alternativen zum Autofahren bekommen, so die Hoffnung der Grünen.

Es sei zu prüfen, welche Wege etwa mit dem Fahrrad „sicher und komfortabel zurückgelegt werden können und wo Radrouten klarer geführt und besser vernetzt werden können“, nannte Pohlmann einen wichtigen Aspekt. Er betonte zudem: „Wesentliches Element eines Mobilitätsplanes muss im Übrigen die Angebots-Optimierung und Flexibilisierung des öffentliche Nahverkehr sein.“



Pohlmann sagte, Mobilität sei etwas Dynamisches, das liege auf der Hand, von daher sei ein Verkehrskonzept – die Grünen sprechen auch von einem Mobilitätsplan – überaus sinnvoll. Rahmenbedingungen würden sich verschieben, Verkehr sei heute nicht mehr das, was er vor etlichen Jahren war – und in einigen Jahren sein wird.

„Die gegenwärtigen Diskussionen um E-Autos richten sich nur auf einen kleinen Ausschnitt der Entwicklung – denn der Wechsel zum Elektroantrieb löst allenfalls Teilprobleme“, argumentierte der Grüne.

Pohlmann warnte: „Der motorisierte Individualverkehr erstickt die Innenstädte, im wortwörtlichen Sinn und ebenso im übertragenen. Flächen die durch Autos besetzt sind, stehen weder zur Begrünung zur Verfügung, noch als öffentlicher Raum. Fuß- und Radverkehr, öffentliche Verkehrsmittel – die selbstverständlich attraktiver werden müssen – und eine optimale Vernetzung zwischen den Mobilitäts-Angeboten können zu echten Alternativen zum Autoverkehr werden. Ohne ein Konzept wird dies aber nur schwer möglich sein; Ver-kehrsplanung bliebe Stückwerk.“

Die Stadtverwaltung erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme zum Antrag der Grünen, sie halte ein „integriertes Gesamtkonzept“ für erforderlich, nur so könne ein „zielführendes Ergebnis erreicht werden“. Die Verwaltung schlug daher vor, dass die Stadtverwaltung im ersten Halbjahr 2020 zunächst einen Konzeptvorschlag zur Vorgehensweise „Integrierter Mobilitätsplan“ erstellt. Hier seien beispielsweise „Workshops mit Bürgerbeteiligung denkbar“, um zunächst das Anforderungsprofil für ein solches Konzept zu entwickeln.

„Etwaige Mittelbedarfe“ für dieses Verfahren „wären im Haushalt 2021/2022 vorzusehen“, so die Stadt vorausblickend.

Pohlmann erklärte sich damit einverstanden, allerdings mit einer Fußnote: „Obwohl wir Grüne den Einstieg in ein Mobilitätskonzept im Sinne einer integrierten Verkehrsplanung für überfällig halten, sind wir mit einer Verschiebung in den Doppelhaushalt 2021/2022 einverstanden – wenn bis zu dessen Verabschiedung Grundlagen für die Erstellung einer solchen Konzeption eruiert werden, wie etwa ein Kostenrahmen.“