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Teure Immobilie
Bahnhofs-Sanierung kostet Millionen

 Weil die Sanierung des gesamten Bahnhofes sehr teuer wäre, soll er stückweise nach Bedarf erneuert werden.
Weil die Sanierung des gesamten Bahnhofes sehr teuer wäre, soll er stückweise nach Bedarf erneuert werden. FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Mit dem Kauf des Bahnhofes hat sich die Gewobau einiges aufgebürdet. Die komplette Sanierung des Gebäudes würde sechs Millionen Euro kosten, erklärt Gewobau-Chef Eschmann. Er plant daher eine Sanierung Zug um Zug. In die Räume der ehemaligen Gaststätte „Tender“ zieht demnächst ein Physiotherapeut. Von Mathias Schneck

Mit dem Kauf des Bahnhofs-Gebäudes vor einem Jahr hat sich die Gewobau einen Brocken eingehandelt, an dem sie noch längere Zeit zu knabbern haben wird. Das macht Jörg Eschmann, Geschäftsführer der stadteigenen Gesellschaft für Wohnen und Bauen, im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur deutlich.

„Das Gebäude ist in einem sehr schlechten Zustand“, bilanziert Eschmann. Natürlich habe man es nicht blauäugig erworben, schon im Vorhinein sei klar gewesen, dass der 1872 errichtete Komplex einen Sanierungsstau aufweise. Das habe sich natürlich auch im Kauf der zirka 2000 Quadratmeter großen Immobilie niedergeschlagen, so Eschmann. Die Gewobau hatte im Oktober 2018 erklärt, über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, jedoch habe man weniger gezahlt als von der Bahn aufgerufen – im Internet waren dafür 409 000 Euro gefordert worden.

Nun, ein Jahr nach dem Kauf, sind die Erkenntnisse darüber, wie sehr das Gebäude vom Zahn der Zeit angenagt wurde, nochmals konkreter geworden.



Eschmann macht deutlich: „Es ist im Grunde genommen eine Kernsanierung erforderlich. Wir schätzen die Gesamtkosten dafür auf sechs Millionen Euro.“ Eine Menge Geld. Daher forciert der Gewobau-Chef eine Sanierung Schritt für Schritt.

„Ich denke, am sinnvollsten ist es, nach Bedarf zu sanieren. Zieht ein neuer Mieter in das Bahnhofsgebäude ein, sanieren wir für diesen den jeweils relevanten Bereich“, schildert der Geschäftsführer seinen Plan.

Demnächst werden zwei neue Mieter einziehen: einmal das DRK, das in der Bahnhofshalle einen Kiosk mit Backstube betreiben wird, damit sich Reisende mit Proviant eindecken können (wir berichteten). Eschmann sagt, jetzt stehe das genaue Datum dieses Einzugs fest: Das DRK hat den Mietvertrag für den 1. November unterschrieben.

Ein zweiter Mieter wird demnächst (hier ist das genaue Datum noch unklar) in die Räume der ehemaligen Gaststätte „Tender“ einziehen. Laut Eschmann handelt es sich um einen Physiotherapeuten, der dort eine Praxis eröffnen wird.

Bereits Mieter im Bahnhofsgebäude sind ein Taxi-Unternehmen (dieses soll versetzt werden und künftig eine Fläche neben der Physiotherapie-Praxis beziehen), eine Versicherungs-Agentur und ein Unternehmen, das verschiedene Service-Dienste, unter anderem Brandschutz, anbietet.

Die Übernahme des Bahnhofes war ursprünglich kein Herzensprojekt für die Gewobau. Die Stadttochter hatte sich zuvor ablehnend gezeigt — wie auch das Rathaus der Rosenstadt selbst. Doch dann mehrten sich im Stadtrat die Stimmen von Lokalpolitikern, die forderten, die Gewobau möge das Gebäude kaufen. Argument: Es sei stadtbildprägend, zudem könne ein Kauf durch die städtische Wohnungsbaugesellschaft verhindern, dass ein privater Investor sich den Bahnhof unter den Nagel reiße und dann wer weiß was damit anstelle. Nicht zuletzt gründete sich gar eine Bürger-Initiative, die ein Engagement der Stadt forderte.

Das begründete den Sinneswandel bei der Gewobau und sie kaufte im Oktober 2018 schließlich das Gebäude.

 Der Kubus in der Bahnhofshalle hat Fortschritte gemacht.
Der Kubus in der Bahnhofshalle hat Fortschritte gemacht. FOTO: Jan Althoff