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Ende der Hängepartie
Immobilia kauft Evangelisches Krankenhaus

Ein Abriss des Evangelischen Krankenhauses könnte die Schaffung weiteren  innenstadtnahen Wohnraumes ermöglichen.
Ein Abriss des Evangelischen Krankenhauses könnte die Schaffung weiteren  innenstadtnahen Wohnraumes ermöglichen. FOTO: Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Der LVIM hat lange erfolglos nach einem Investor/Käufer gesucht. Grund für die Schließung waren unter anderem die immensen Sanierungskosten. Zuletzt stand auch ein Abriss des Gebäudekomplexes im Raum. Von Jan Althoff

(red/jam/lf) Der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz e.V. (LVIM) hat das Gebäude des ehemaligen Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken und seinen Grundbesitz am Oberen Himmelsberg an die Zweibrücker Immobilienunternehmer Willi Geßner und Hans Albus veräußert. Die Stadt Zweibrücken war vor dem Vertragsabschluss in die Gespräche eingebunden und begrüßt den Verkauf der Immobilie an einen „anerkannten regionalen Immobilienspezialisten“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Die neuen Eigentümer planen, heißt es weiter, „das Projekt am Oberen Himmelsberg in enger Zusammenarbeit mit der Stadt zu entwickeln“.

Stadtsprecher Heinz Braun sagte auf Merkur-Nachfrage zum weiteren Vorgehen: „Wir warten, dass der Investor sagt, was er sich vorstellt.“ Eigene Wünsche, was aus dem Gelände werden soll, habe die Stadt nicht. Die Stadt könne gefragt sein, wenn der Investor eine Umnutzung plant, zum Beispiel Wohnhäuser zu errichten – dann nämlich müsse der Flächennutzungsplan geändert werden, der dort bislang ein Krankenhaus vorsieht. Auch ein Bebauungsplan wäre dann erforderlich.

Mit der Vertragsunterzeichnung am 12. Dezember sind das ehemalige Klinikgebäude, das aus insgesamt drei Flurstücken bestehende Krankenhausgrundstück mit einer Gesamtgröße von 18 504 Quadratmetern sowie das Freigrundstück Obere Denisstraße 1 mit einer Größe von 7175 Quadratmetern in den Besitz der beiden Immobilienspezialisten übergegangen. „Wir freuen uns, dass wir nach zahlreichen Interessentengesprächen seit Mitte 2016 jetzt zu einer für alle Beteiligten guten Lösung gekommen sind“, urteilt Rainer Doll, Vorstand des LVIM. Zum Kaufpreis wollte der Landesverein keine Angaben machen.



Mit den jetzigen Käufern steht der LVIM bereits seit Längeren im Austausch. „Wir kennen uns seit zwei Jahren“, berichtet Unternehmer Willi Geßner. „Als wir gehört haben, dass es zu keinem Abschluss mit anderen Interessenten gekommen ist und der Abriss des ehemaligen Krankenhauses mittelfristig in den Fokus rückt, haben wir uns auch aus lokaler Verbundenheit entschieden, dem LVIM ein Kaufangebot zu machen.“ Ob das Gebäude erhalten werden kann, werde sich in den kommenden ein bis drei Jahren bei der Projektentwicklung mit der Stadt zeigen, sosein Geschäftspartner Hans Albus. Für genauere Auskünfte über ihre Pläne standen Geßner und Albus gestern nicht zur Verfügung.„Wir sind zufrieden, dass es jetzt zum Verkauf an einen regional verwurzelten Immobilienspezialisten gekommen ist, der schon Projekte in Zweibrücken erfolgreich umgesetzt hat“, betont Bürgermeister Christian Gauf (CDU). Auch Baudezernent Henno Pirmann (SPD) hebt hervor, dass die Stadt die neuen Eigentümer als Investoren schätze, und begrüßt die Zusammenarbeit bei der Projektentwicklung. Der künftige Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) sieht mit den neuen Investoren gute Chancen für eine positive Stadtentwicklung. Für die Mieter ergeben sich durch den Eigentumswechsel keine Änderungen, heißt es. Die Diakonissen Speyer, in denen der LVIM zum Jahresbeginn 2019 aufgeht, werden das Gebäude während einer Übergangsphase bis Ende 2020 weiter betreiben. Neben dem Nardini-Klinikum nutzen die Physiotherapeutische Praxis Arasmus, das Medizinische Versorgungszentrum sowie die Radiologische Praxis Dr. Walter Räume im Ex-Evangelischen. Walter hatte der LVIM gestern per Brief über den Verkauf informiert.