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Noch besteht Hoffnung
Zwei neue Interessenten für Krankenhaus

Dem ehemaligen evangelische Krankenhaus Zweibrücken droht immer noch der Abriss.
Dem ehemaligen evangelische Krankenhaus Zweibrücken droht immer noch der Abriss. FOTO: Lutz Fröhlich
Speyer/Zweibrücken. LVIM-Vorstand warnt: Abriss ist aber nicht vom Tisch. Das Gebäude ist 3,408 Millionen Euro wert, das Grundstück 882 000 Euro. Von Eric Kolling und epd

Das Gebäude des ehemaligen Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken wird möglicherweise doch nicht abgerissen. Unmittelbar nach dem Abrissbeschluss der Mitgliederversammlung des Landesvereins für Innere Mission am Mittwoch, 14. November, hätten sich zwei Interessen für das Gebäude gemeldet, sagte Rainer Doll, Vorstand des Landesvereins, in der Fragestunde der pfälzischen Landessynode am Samstagnachmittag in Speyer. Noch sei es jedoch zu früh, um sich Hoffnungen auf den Erhalt des Gebäudes mit dazugehöriger Kapelle zu machen.

Der Landesverein habe sich immer sehr bemüht, einen Abriss des Krankenhausgebäudes zu vermeiden, sagte Doll. Die Gespräche mit einem Interessenten seien schon soweit gediehen gewesen, dass es den Entwurf eines Kaufvertrags gegeben habe. Dann sei der potenzielle Käufer jedoch wieder abgesprungen, weil ihm die Kosten für die Instandsetzung des Gebäudes zu hoch gewesen seien.

Die Mitgliederversammlung des Landesvereins hatte auf ihrer letzten Mitgliederversammlung den mittelfristigen Abriss des Gebäudes und der Kapelle beschlossen. Dieser Beschluss ist im Kirchenbezirk Zweibrücken auf starke Kritik gestoßen. Die Bezirkssynode hat dazu gleich zwei Beschlüsse gefasst. Der eine fordert den Erhalt des Krankenhauses und der Kapelle, der andere nur den Erhalt der Kapelle.



Die Kirche hätte im Falle eines Abrisses ein Glaubwürdigkeitsproblem, sagte der Winterbacher Pfarrer Tilo Brach gestern dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wir können nicht auf der einen Seite für Glaubenskurse werben und auf der anderen Seite Spiritualität platt machen“, sagte der Bezirkssynodale. In der Kapelle hätten viele Menschen um ihr Leben gebetet. Auch Angehörige und Mitarbeiter des Krankenhauses hätten in ihr das Gespräch mit Gott gesucht.

Der Landesverein musste das Krankenhaus vor zwei Jahren wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten schließen. Zum Jahreswechsel wird der diakonische Träger mit seinen rund 1400 Mitarbeitern mit den Diakonissen Speyer-Mannheim zu den Diakonissen Speyer fusionieren. Nach der Fusion werden die Diakonissen Speyer etwa 6000 Mitarbeiter in 30 Einrichtungen in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und dem Saarland beschäftigen. Im Vorfeld dieser Fusion war Rainer Doll von den Diakonissen Speyer-Mannheim in des Vorstand des Landesvereins abgeordnet worden.

Derweil hat LVIM-Sprecherin Susanne Liebold auf Merkur-Anfrage neue Angaben zum Wert des Grundstücks gemacht, auf dem das Krankenhaus steht. Das gesamte zusammenhängende Krankenhausgrundstück besteht ihr zufolge aus insgesamt drei Flurstücken mit einer Gesamtfläche von 18 504 Quadratmetern. Auf dem Flurstück Nr. 1447/4 mit 12 819 qm befinde sich das Krankenhausgebäude. Liebold: „Dieses Grundstück wird aktuell mit einem Buchwert von 882 000 Euro im Anlagenbestand geführt.“ Sie bestätigt, dass bei einer LVIM-Pressekonferenz im Juni 2016 der Wert des Klinikbaus mit rund 3,5 Mio. Euro angegeben worden war. „Der aktuelle ausgewiesene Buchwert des Krankenhausgebäudes im Anlagevermögen beträgt 3,408 Millionen Euro.“ Buchwerte ließen aber keinen Rückschluss auf einen möglichen Kaufpreis am Markt zu. Aktuell laufen noch Mietverträge mit dem Nardini Klinikum, dem Medizinischen Versorgungszentrum, der Radiologische Praxis Dr. Walter sowie der Physiotherapeutischen Praxis Arasmus. „Der mit der Firma Kompa Care befristet abgeschlossene Pachtvertrag endete wie vertraglich vereinbart zum 30.06.2018“, so Liebold.

Sämtliche Mieter könnten die angemieteten Räume während der vereinbarten Vertragsdauer uneingeschränkt weiternutzen. Die LVIM-Sprecherin: „Mit allen Mietern wurden unabhängig von einer möglichen Weiternutzung, Veräußerung oder Niederlegung des Gebäudes einvernehmlich vertragliche Regelungen zur Mietdauer und zu Kündigungsfristen vereinbart.“