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Neue Beigeordnete
Bürgerbüro soll bürgerfreundlicher werden

 Christina Rauch
Christina Rauch FOTO: CDU Zweibrücken
Zweibrücken. Die neue Zweibrücker Beigeordnete will das Online-Angebot ausbauen, um die Wartezeiten im Max1 zu verringern. Von Mathias Schneck

Die neue Beigeordnete der Stadt Zweibrücken will in Sachen Bürgernähe rasch Akzente setzen. Das erklärt Christina Rauch (CDU) im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. „Ich möchte den Bürgerinnen und Bürgern zuhören, sie einbeziehen und mit ihnen gestalten“, betont Rauch. Diese Einstellung solle ihre Amtszeit prägen.

Unter Beweis stellen möchte sie diese Bürgernähe unter anderem, indem sie das Dienstleistungsangebot des Bürgerbüros „Max1“ verbessert. „Ich bin am Ausbau des Online-Angebotes dort“, nennt Rauch einen der ersten wichtigen Schritte, die sie als neue Beigeordnete machen möchte.

Rauch, die ihren Amtssitz im ersten Obergeschoß des Bürgerbüros an der Maxstraße hat, weiß aus eigener Beobachtung: „Zum Teil gibt es dort längere Wartezeiten, gerade bei der Ausweisbeantragung oder der Fahrzeug-Zulassung.“



Der Beigeordneten schwebt vor, dass interessierte Bürger künftig online einen Termin festmachen können. „Es soll aber ein Mischsystem werden. Wer sich nicht online anmelden möchte, soll auch spontan vorbeikommen können“, so Rauch.

„Die Software für das neue Online-Angebot ist bereits bestellt, es handelt sich um den Anbieter, mit dem wir in Sachen EDV sonst auch zusammenarbeiten.“ Bevor das neue Angebot freigeschaltet wird, soll erst noch ein Testlauf mögliche Fehlerquellen aufdecken. Rauch kann nicht genau sagen, wann der Termin-Service via Netz  verfügbar sein wird, es werde aber auf jeden Fall in den nächsten Monaten geschehen.

Das Bürgerbüro ist nur eines von mehreren Betätigungsfeldern Rauchs. Die neue Beigeordnete ist seit Jahresbeginn für das Ordnungsamt, das Schulverwaltungs- und Sportamt, das Kultur- und Verkehrsamt sowie die Themenkomplexe Kriminalpräventionsrat und Öffentlicher Personennahverkehr zuständig.

Jede Menge zu tun also. Beispielsweise bei dem ihr so wichtigen Projekt „Digitalpakt“ – das Land Reinland-Pfalz fördert die Schulen in Zweibrücken über fünf Jahre mit insgesamt 2,4 Millionen Euro, es gilt nun für Rauch, zuerst einmal den wichtigen „Dachantrag“ zu stellen, dem weitere „Aufstockungsanträge“ folgen sollen. Aber ihr Herz schlägt für dieses Projekt und da fällt dann das Erledigen trockener Formularien leichter.

Apropos Herz: Das schlägt bei der neuen Kulturdezernentin auch höher, wenn sie an den diesjährigen „Kultursommer“ denkt. „Im Mai wird der rheinland-pfälzische Kultursommer eröffnet. Ich freue mich auf dieses vielseitige Kulturangebot“, strahlt sie. Es handele sich um ein wahres „Spektakel“, freut sich Rauch. Es sei ein Gewinn für sie, an der Umsetzung des Kultursommers mitwirken zu dürfen. „Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag“, sagt die Beigeordnete. Gerade auch deswegen, weil sie ein „Skandinavien-Fan“ sei. Das diesjährige Motto des Kultursommers – „Nordlichter“ – ist für sie von daher ein gefundenes Fressen.

Um ihre Liebe zu Skandinavien zu untermauern, zeigt sie auf einige eingerahmte Fotos, die sie in ihrem Büro aufgehängt hat. Fotos, die skandinavische Häuser zeigen, Schären-Motive – Rauchs Leidenschaft für den hohen Norden ist unübersehbar.

Neben dem Kultursommer hat sie auch das Thema Kulturpädagogik im Fokus. „Die Einbindung junger Menschen und der Schulen ins städtische Kulturangebot ist mir besonders wichtig. Kultur und Geschichte – das lebt von den Menschen, die sie gestalten und leben“, hebt die Kulturdezernentin hervor.

„Wichtig ist auch hier auch, gegen das Vergessen der deutschen Vergangenheit junge Menschen in Geschichtsprojekte mit einzubeziehen. Dies ist uns letztes Jahr in Kooperation mit dem Bezirksverband Pfalz mit der Anne-Frank-Wanderausstellung schon sehr gut gelungen. Die Schülerinnen und Schüler und die Schulen haben die Ausstellung sehr gut angenommen“, bilanziert Rauch, die vor ihrem Amt als Beigeordnete selbst viele Jahre lang Lehrerin war. „In der Planung befindet sich daher ein weiteres Peer-Guide-Projekt“, sagt Rauch. Das Motto dabei sei: Schüler führen Schüler durch Ausstellungen – auch in Kooperation mit dem Bezirksverband Pfalz. „In diesem Zusammenhang soll auch Begleitmaterial für den Unterricht erstellt werden. Die Einbeziehung der Schulen und Jugend gegen das Vergessen sind unverzichtbar“, sagt sie.

Auch der Ausbau der Kooperation mit dem Bezirksverband Pfalz ist ihr wichtig. Rauch sagt, sie möchte als Mitglied des Bezirkstages der Pfalz „Synergien schaffen und die Zusammenarbeit im Bereich Kulturangebot verstärken“ – zum Beispiel bezüglich der Wanderausstellung „Les Indésirables„ – „Die Unerwünschten“, eine Ausstellung anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der pfälzischen und badischen Juden nach Gurs am 22. Oktober 1940.

„Aber auch im Bereich Tourismus ist es wichtig, die Zusammenarbeit der Stadt Zweibrücken mit dem Bezirksverband Pfalz zu intensivieren“, blickt Rauch voraus.