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Rosengartenstraße wird saniert - und weitere Bauprojekte Thema im Zweibrücker Stadtrat
Kita-Neubau neben Festhalle beginnt noch 2019

 Schon vor neun (!) Jahren hatte der Merkur mit diesem Foto illustriert, dass es höchste Zeit wird, dass in der Rosengartenstraße Bauarbeiter anrücken, um die Holperpiste zu sanieren. Kommenden Sommer ist es nun endlich soweit.
Schon vor neun (!) Jahren hatte der Merkur mit diesem Foto illustriert, dass es höchste Zeit wird, dass in der Rosengartenstraße Bauarbeiter anrücken, um die Holperpiste zu sanieren. Kommenden Sommer ist es nun endlich soweit. FOTO: Jörg Jacobi
Zweibrücken. Stadt muss nach Warnung von SGD Süd aber den Boden noch auf Schadstoffe untersuchen. Sanierung der holprigen Rosengartenstraße beginnt direkt nach dem Stadtfest. Von Lutz Fröhlich

Der Baubeginn für die neue städtische Kindertagesstätte an der Gabelsbergerstraße steht zwar noch nicht fest, wird aber „auf jeden Fall noch im Laufe des Jahres“ sein. Das erklärt Stadtsprecher Heinz Braun, nachdem der Zweibrücker Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den erforderlichen Bebauungsplan endgültig als Satzung beschlossen hat. Insgesamt soll die Kita Platz für 70 Kinder bieten. Als Einzugsgebiet sieht die Stadt „grundsätzlich das Stadtzentrum und die Wohnbereiche in fußläufiger Entfernung“ vor, gesetzlich dürfe aber jedes Kind von Eltern mit Hauptwohnsitz in Zweibrücken die Kita besuchen.

Diskussionen hierzu gab es über den Bebauungsplan keine mehr. Dass zuvor über den Standort zwischen Landgestüt und Festhalle lange gerungen worden war, spiegelte sich nur noch darin wieder, dass die drei FWG-Mitglieder sich enthielten, „weil wir für die neue Kita sind, aber gegen den Standort“, wie Fraktionschef Kurt Dettweiler sagte. Gegenstimmen gab es keine. Aus der Bevölkerung gingen im Bebauungsplanverfahren keine Bedenken ein, berichtete Baudezernent Henno Pirmann (SPD). Von den 50 beteiligten „Trägern öffentlicher Belange“ (Behörden, Verbände, etc.) gab es 13 Hinweise oder Anregungen, Planänderungen wurden dadurch nicht erforderlich. Allerdings wurde ein Hinweis in den Bebauungsplan auf mögliche Altlasten im Boden aufgenommen – vor Baubeginn soll es noch Bodenuntersuchungen geben, um schädliche Auswirkungen auszuschließen oder erforderlichenfalls Altlasten zu beseitigen. Die Regionalstelle „Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Bodenschutz“ der SGD Süd hatte darauf aufmerksam gemacht, dass unmittelbar westlich des Plangebietes im rheinland-pfälzischen Bodenschutzkataster eine „Altablagerung Landgestüt“ registriert sei. Aus Untersuchungen sei bekannt, dass es sich hierbei um eine einen halben bis über zwei Meter dicke Auffüllung „mit Mauerwerks- und Ziegelbruch, Schlacken, Brandmaterial sowie Buntsandsteinen handelt. Vereinzelt wurden auch Glas und Metallteile gefunden. Analytisch wurden leicht erhöhte Zink- und PAK-Gehalte nachgewiesen“. Die Konzentrationen seien unbekannt. Ob die Auffüllungen bis auf das Kita-Gelände reichen, sei ebenfalls unklar. (PAK sind Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe, viele davon sind krebserregend).

In der Ratssitzung standen noch weitere Bauvorhaben auf der Tagesordnung, zu denen es einstimmige Beschlüsse gab:



Um den (vor allem durch den Rechtsanspruch auf Betreuung auch unter Dreijähriger entstandenen) Bedarf an Kita-Plätzen in Zweibrücken zu decken, hatte der Rat bereits vergangenen September eine Förderung der Erweiterung der Evangelischen Kindertagesstätte Johann-Schwebel-Straße gebilligt. Da bei den Bodenaushubarbeiten unter anderem altes Schlacken-Material festgestellt wurde, musste dieses als Bauschutt entsorgt und unbelastetes Material wieder verfüllt werden. Das verteuert die Bauarbeiten, deren Fertigstellung für November geplant ist. Die städtischen Zuschuss steigen nun um rund 21 000 Euro auf 1,016 Million Euro. Der Landeszuschuss beträgt rund 59 000 Euro, der kirchliche Bauherr (die Herzog-Wolfgang-Stiftung) 450 000 Euro. Die Stiftung garantiert im Gegenzug für die Zuschüsse notariell eine 20-jährige Kita-Betriebspflicht.

Der Ausbau der Römerstraße ist 5900 Euro teurer geworden als geplant. Das hörte der Stadtrat, der zuletzt mehrfach hohe Kalkulations-Überschreitungen kritisiert hatte, gern – nicht nur, weil die Auftragserhöhung bei einer Bausumme von knapp einer Million Euro diesmal kaum ins Gewicht fällt, sondern auch, weil Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) erwartet, dass Kabelumlegungs-Kosten von 14 000 Euro noch von Telekom und Vodafone erstattet werden. Weshalb SPD-Fraktionsvize Thorsten Gries von einer „Punktlandung“ sprach, für die Planer (UBZ) und Baufirma (Peter Gross) ein großes Lob verdient hätten.

Direkt nach dem Zweibrücker Stadtfest (26.-28. Juli) soll die Sanierung der Rosengartenstraße entlang der Allee beginnen, kündigte Oberbürgermeister Wosnitza an. Es geht um den Bereich zwischen Gutenberg- und Saarlandstraße, der schon seit vielen Jahren zur Holperpiste verkommen ist. Diese wird allerdings nicht entfernt, sondern mit einer neuen Asphalt-Schicht überbaut, erläuterte UBZ-Betriebshofleiter Steffen Mannschatz. Anders als bislang werde die Straße dann auch DIN-konform sein. Geplant sei über dem alten Belag eine sechs Zentimeter hohe Ausgleichsschicht und darauf eine vier Zentimeter hohe Deckschicht. Gerhard Hemmer (FWG) fragte, ob das haltbar sei. Mannschatz beruhigte: „Ja, wir haben fünf Tests gemacht.“

Auch der zurzeit marode Gehweg wird befestigt. Hierfür schlug Mannschatz dem Stadtrat zwei Alternativen vor: eine Asphaltdecke für 6500 Euro oder Verbundsteine für 28 000 Euro. Der Aufpreis sei so gering, dass man die wesentlich schönere Stein-Lösung wählen könne, war sich der Rat sofort einig. Kurz diskutiert wurde dann nur noch, ob gelbe oder rote Verbundsteine verwendet werden sollen. Mannschatz schlug „gelbe Steine wie in der Fußgängerzone vor, um zu signalisieren, dass das alles im Innenstadt-Bereich ist“. FWG-Fraktionschef Kurt Dettweiler dagegen meinte zunächst, rote Steine würden „vielleicht besser zur Allee passen“, weil zwischen den Baumreihen ja roter Belag sei. Die Roten dagegen plädierten gegen rote Steine: „Die SPD ist für gelb als Leitfaden durch die Innenstadt“, sagte Thorsten Gries. Am Ende stimmten dann 31 Ratsmitglieder für gelbe Steine. Für rote Steine votierten nur Elisabeth Metzger und Thomas Eckerlein (beide CDU), Anne Bauer (SPD) enthielt sich. Gries fragte noch, ob der rote Erd-/Sand-Belag zwischen den Baumreihen im Zuge der Arbeiten auch erneuert werden könne, dieser ist zurzeit so uneben, dass sich oft Pfützen bilden. UBZ-Chef Boßlet berichtete, hierzu liefen noch Fachgespräche über Sanierungsvarianten, die es erlaubten, Fördertöpfe anzuzapfen: „Einfach nur rote Erde draufzumachen, reicht nicht.“