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Diskussionen im Bauausschuss
Loriot und der Bahnhaltepunkt Rosengarten

 Wolfgang Ohler brachte Loriot (Bild) in die Debatte ein.
Wolfgang Ohler brachte Loriot (Bild) in die Debatte ein. FOTO: picture alliance / dpa / Ursula Düren
Zweibrücken. Nächster Halt Rosengarten? Im Bauausschuss ging es gestern Abend dazu hoch her. Von Mathias Schneck

Eines kann dem geplanten Bahnhaltepunkt Rosengarten schon jetzt bescheinigt werden: Er lässt die Gemüter nicht kalt. Bei diesem Projekt gibt es nur „hopp oder top“, nur „heiß“ oder „kalt“. Das wurde gestern Abend im Bauausschuss der Stadt Zweibrücken erneut deutlich. Steffen Mannschatz, Abteilungsleiter vom UBZ, stellte die „Vorplanung“ vor, heißt, er skizzierte, wie der Bahnhaltepunkt künftig aussehen könnte. So führte er anhand von Modellbildern aus, wie der Park-and-Ride-Parkplatz und ein Fußweg von der Storchenbrücke zu den Gleisen angelegt werden könnten. Kaum hatte Mannschatz seine Erläuterungen beendet, ging die Diskussion los – und Sitzungsleiter Henno Pirmann (SPD) musste mehrfach darauf hinweisen, dass der UBZ nur eine Vorplanung präsentiert habe, dass noch lange nichts in Stein gemeißelt sei.

Aber zahlreiche Wortmeldungen der Bauausschuss-Mitglieder zielten nicht nur auf die Vorplanung, sondern vor allem darauf ab, ob dieser Bahnhaltepunkt denn nun nötig sei – oder eben nicht.

Kurt Dettweiler (FWG) stellte klar: „Wir sind dagegen!“ Die Bahn habe das Gebäude am Hauptbahnhof „verscherbelt“, im Gegenzug wolle sie mit einem neuen Bahnhaltepunkt am Rosengarten glänzen. Für ihn passt das nicht zusammen. Und über allem stehe ja noch die Frage, ob dieser Haltepunkt denn auch wirklich von der Bevölkerung in nennenswerter Weise angenommen würde – Dettweiler kann sich das nur schwer vorstellen.



Wolfgang Ohler (SPD) wandelte ein Bonmot von Loriot leicht um, als er sagte: „Ein Leben mit dem Bahnhaltepunkt ist möglich – aber sinnlos.“ Das Argument, die Soldaten der Niederauerbach-Kaserne würden in größerer Zahl diesen Haltepunkt nennen, geißelte er als „lächerlich“.

Norbert Pohlmann (Grüne) zeigte sich hingegen erfreut, dass der Haltepunkt näherrückt, dass dort ein Park-and-Ride-Parkplatz entstehen soll und dass die Bürger eine Alternative zum Auto hätten.

Peter Schönborn (SPD) mahnte, die Stadt sei doch auf der Suche nach einem touristischen Konzept, der neue Haltepunkt sei hier flankierend. Bernd Helbing (FDP) bezeichnete das Projekt als „sinnvoll für die Infrastruktur“. Auch die Vertreter der CDU, etwa Thomas Eckerlein und Volker Neubert, zeigten ihr Einverständnis.

Dirk Schneider (SPD) fragte, ob der Imbiss „Mulis Treff“ in den Bahnhaltepunkt integriert werden könnte. Pirmann entgegnete, das gehe wohl „eher nicht“, Oberbürgermeister Wosnitza (SPD) ergänzte, der Imbiss-Betreiber habe einen kurzfristigen Vertrag und wisse, dass er womöglich schon bald umziehen müsse.

Gegen die Stimmen von Ohler und Dettweiler wurde schließlich die Vorplanung gebilligt und dafür gestimmt, die weiteren Schritte zur Umsetzung des Bahnhaltepunkts einzuleiten.