| 23:11 Uhr

Zwei tödliche Unfälle binnen kurzer Zeit auf der A 6

Mannheim/Homburg. Gefährliches Dreiländereck von Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg: Innerhalb weniger Stunden verursachen Lastwagen an der gleichen Stelle auf der A 6 nahe einer Baustelle zwei tödliche Unfälle – warum, ist noch völlig unklar. Ein Opfer kommt aus dem Saarpfalz-Kreis. Monika Hillemacher,Nathalie Bockelt (dpa)

Nur Stunden nach einer Massenkarambolage mit zwei Toten hat sich auf der A 6 bei Mannheim an der gleichen Stelle ein weiterer tödlicher Unfall ereignet. Dabei kam am gestern Morgen ein 55 Jahre alter Lastwagenfahrer aus Darmstadt ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Die A 6 in Fahrtrichtung Ludwigshafen blieb erneut stundenlang gesperrt. Erst am Nachmittag rollte der Verkehr wieder.

Der 55-Jährige war gestern auf Höhe der Anschlussstelle Mannheim-Sandhofen an einem Stauende vor einer Baustelle auf einen anderen Lkw aufgefahren und noch an der Unfallstelle gestorben. Der Fahrer des zweiten Lastwagens erlitt ebenso wie eine Frau leichte Verletzungen. Sie saß in einem von fünf Personenwagen, die teilweise schwer beschädigt wurden. Darunter war nach Polizeiangaben auch ein Wagen auf der Gegenfahrbahn. Ihn trafen umherfliegende Trümmerteile.

Auf der Gegenfahrbahn kam es während der Aufnahme des Unfalls vermutlich wegen Gaffern zu einem weiteren Crash mit vier beteiligten Autos, bei dem vier Personen Blessuren erlitten.



Warum der Lastkraftwagen an der Stelle im Dreiländereck von Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz in den Stau rauschte, war zunächst noch völlig unklar. Die Autobahn verläuft dort eben und gerade. Das hessische Verkehrsministerium in Wiesbaden teilte mit, die Verkehrsbehörde Hessen Mobil werde nun überprüfen, ob der Streckenverlauf geändert werden müsse.

Am gleichen Ort auf der A 6 ereignete sich am Montagnachmittag eine Massenkarambolage, bei der zwei Menschen getötet wurden. Einer der Toten ist ein 51 Jahre alter Pkw-Beifahrer aus dem Saarpfalz-Kreis. Die Identität des zweiten Toten blieb auch am gestrigen Dienstag unklar, weil das Opfer der Polizei zufolge nicht in Deutschland wohnte. 14 Menschen waren verletzt worden, neun von ihnen schwer. Einige mussten mit Rettungshubschraubern in nahegelegene Krankenhäuser geflogen werden.

Der Unfall am Montag war nach ersten Erkenntnissen ebenfalls von einem Lkw-Fahrer verursacht worden, der auf ein Stauende auffuhr. Elf Fahrzeuge waren an diesem Unfall beteiligt, davon fünf Lastwagen und sechs Pkw. Die Autobahn blieb wegen Bergungs- und Rettungsarbeiten bis Mitternacht voll gesperrt. Die Polizei bezifferte den Sachschaden gestern Morgen in einer ersten Schätzung auf insgesamt rund 185 000 Euro.

Die Autobahnpolizei Südhessen war für die Unfälle zuständig, obwohl diese auf baden-württembergischem Gebiet geschahen. Die Grenzen der Zuständigkeiten der Autobahnpolizeien seien nicht identisch mit den Ländergrenzen, sondern reichten bis zu bestimmten Anschlussstellen - in diesem Fall Mannheim-Sandhofen, wie der Polizeisprecher in Darmstadt gestern erklärte.