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Regenwald-Retter
Zum Bäumepflanzen nach Brasilien

Florian Faust kennt sich in der Natur aus. Seinen Erfahrungsschatz bringt er an der brasilianischen Kakaoküste ein.
Florian Faust kennt sich in der Natur aus. Seinen Erfahrungsschatz bringt er an der brasilianischen Kakaoküste ein. FOTO: nadine bröcker
Zweibrücken. Der Zweibrücker Florian Faust fliegt im August an die Kakaoküste, um dort Regenwald aufzuforsten. Von Nadine Lang

Seit zehn Jahren schon ist Florian Faust Mitglied bei der Waldjugend Zweibrücken. Heute ist der 18-Jährige dort Gruppenleiter der sieben- bis 13-Jährigen Jungs und Mädchen, die sich immer freitags um 17 Uhr treffen. „Die Natur hat mich eigentlich schon immer sehr interessiert“, erklärt Florian Faust. So kam es dann auch, dass er sich entschieden hat, sein Hobby zum Beruf zu machen. Er absolviert eine Ausbildung zum Forstwirt.

Kein Wunder also, dass er sich vor einigen Monaten von einem Aufruf der Deutschen Waldjugend der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Bundesverband e.V. gleich angesprochen fühlte. Die suchten nämlich landesweit insgesamt zehn Teilnehmer für ein Brasilien-Projekt. Dabei werden die jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 22 Jahren im August mit zwei Betreuern nach Brasilien aufbrechen, um an der Kakaoküste Regenwald aufzuforsten.

Beim Bäumepflanzen lernen sie die lebensnotwendige Funktion und die Biodiversität des Regenwaldes kennen. Außerdem lernen die Teilnehmer bei der Amazonas Sustainable Foundation, was globale Nachhaltigkeit bedeutet. Mindestens 1000 neue Bäume sollen in dieser Zeit gepflanzt werden. Außerdem unterstützen sie damit den Aufbau einer Bildungseinrichtung, auf deren Gelände 200 Hektar neuer Regenwald entstehen soll.



Faust bewarb sich als einziger aus Zweibrücken – und wurde ausgewählt. Für das Abenteuer Südamerika nimmt er sich vier Wochen Urlaub und ist gespannt, was ihn an der Kakaoküste erwartet. Neben den neuen Erfahrungen steht für ihn insbesondere die gute Sache dahinter im Fokus. „Ich denke schon, dass das eine wichtige Sache ist. Im Vergleich zu dem, was in Brasilien abgeholzt wird, ist es zwar nur ein kleiner Teil, den wir aufforsten. Aber 1000 Bäume sind 1000 Bäume – und jeder Baum bringt etwas“, sagt Faust.

Von seinen Erfahrungen will er dann auch den Teilnehmern seiner Jugendgruppe berichten und wichtige Erkenntnisse weitergeben. Um die Kinder und Jugendliche für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Für die Kinder werde das Thema bestimmt greifbarer, wenn jemand davon berichtet, der selbst vor Ort war, ist er sich sicher. Aufklärung statt Augen verschließen. „Ich denke schon, dass viele Menschen gar nicht über das Thema Bescheid wissen – auch was den Klimawandel betrifft“, erklärt er weiter. So denke heute kaum jemand darüber nach, woher das Holz für die Möbel stammt, das es überall zu kaufen gibt.

Pro Teilnehmer entstehen 1500 Euro Kosten, sagt Faust. 500 Euro bringen die Jugendlichen selbst auf, für den Rest machen sie sich selbstständig auf die Suche nach Spendern und Sponsoren, die das Projekt unterstützen.

Wer sich für das Projekt näher interessiert, kann sich direkt an Florian Faust wenden, per Mail: florianfaust38@live.de