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Halloween
Grusel-Parcours selbst gemacht

Die Akteure des Mörsbacher Geisterhauses vor dem Einlass, dem nachgebauten Big Ben.
Die Akteure des Mörsbacher Geisterhauses vor dem Einlass, dem nachgebauten Big Ben. FOTO: Nadine Lang
Mörsbach. In Mörsbach ist in den vergangenen Jahren als Halloween-Aktion ein Geisterhaus entstanden. Allein 2017 kamen 300 Besucher. Von Nadine Lang

Eine lange Schlange von Menschen bildete sich am Samstagabend in einem Wohngebiet in Mörsbach. Alle warteten auf den Einlass zu einer ganz besonderen Attraktion: dem Geisterhaus. Mit Einbruch der Dunkelheit ertönte schließlich der befreiende Glockenschlag des nachgebauten Big Ben, der zugleich als Eingang diente - die Gruselspiele durften beginnen.

Wer sich paarweise hinein traute, fand sich zunächst auf einem Friedhof wieder, durchquerte ein altes englisches Herrenzimmer, überquerte anschließend eine Brücke vorbei an einem schummrig beleuchteten Teich, weiter durch eine Parkanlage und landete schließlich in den Straßen des alten London zu der Zeit, als Jack the Ripper sein Unwesen trieb. Doch eins war gewiss: auf diesen Wegen war kein Besucher alleine, lauerten doch in dunklen Ecken unheimliche Gestalten, die eine Freude daran hatten zu erschrecken. Bei diesen unheimlichen Gestalten handelte es sich um die Macher der Aktion: Johanna und Georg Stucky, Dennis Nizzard, Bianca und Wolfgang Kribelbauer, Frank Braun und Wolfgang Schütz, sowie zahlreiche helfende Hände aus der Nachbarschaft, wie etwa Heike Scherer, die den Einlass regelte.

Die Nachbarn aus Mörsbach hatten vor vier Jahren eine ausgefallene Idee: sie wollten eine eigenen Attraktion zu Halloween ins Leben rufen. „Also eigentlich war es so, dass Halloween nur interessant war für Kinder.“ Die Familie Kribelbauer besuchte selbst lange Zeit die Kinderveranstaltungen in der Stadt, bis es ihnen mit dem Trubel selbst ein wenig zu viel wurde. Inspiriert von einer kleinen Halloween-Aktion des amerikanischen Nachbarn, dachte sich die Familie: „Was der kann, können wir auch.“



Im ersten Jahr wurde ein Zelt in einer Größe von fünf auf sechs Metern für Groß und Klein vor dem eigenen Wohnhaus aufgebaut und ein kleiner Parcours darin eingerichtet. Das kam bei der Nachbarschaft gut an und auch der amerikanische Nachbar schloss sich der Gruppe an. „Wir hatten dann auch den Ansporn, das ganze größer aufzuziehen“, erinnert sich Wolfgang Kribelbauer. So landet das Zelt statt vor hinter dem Haus und spannte die Garage der Kribelbauers mit ein, etwa 100 Quadratmeter Parcours wurden damit geschaffen, in diesem Jahr sogar 200. Bereits zwei Wochen vor diesem Abend konnten die Kribelbauers nichts mehr aus den eigenen Fenstern sehen, weil die komplette Seite und Rückseite des Hauses mit Zelten verbaut war. Im vergangenen Jahr wurde außerdem ein eigenes Kinderzelt eingeführt, damit der Bereich der Erwachsenen auch wirklich gruselig werden durfte, denn die Nachbarn forderten mehr Schreckeffekte. „Darauf haben wir natürlich reagiert“, erklärte Dennis Nizzard grinsend.

Und so entstand in zweimonatiger Arbeit ein abenteuerliches Gruselkabinett mit Lichteffekten, selbst gebauter Requisite, programmierten Specialeffekten wie animierten Bilderrahmen, beweglichen Figuren und schaurigen Geräuschen. Trotz der Tatsache, dass es sich dabei um eine Privataktion handelte, hat sich das derart rumgesprochen, dass alleine im letzten Jahr etwa 300 Besucher kamen. „Es geht nur, wenn die Nachbarschaft mitmacht“, erklärt Wolfgang Kribelbauer, denn die Ausmaße betreffen mittlerweile eine ganze Straße. Doch genau das motiviert auch die zahlreichen Helfer, die mit anpacken und Essen oder Kürbisse spenden. Die Mörsbacher Vereine halfen mit und selbst der Kindergarten ist zur Gestaltung des Kinderzeltes involviert gewesen.