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Ausstellung
„Zauberei“ in der Karlskirche

Milena Carius (rechts) und Lena Stalter zeigen derzeit in der Zweibrücker Karlskirche ihre Werke.
Milena Carius (rechts) und Lena Stalter zeigen derzeit in der Zweibrücker Karlskirche ihre Werke. FOTO: Andy Enderlin
Zweibrücken. Die aktuelle Ausstellung zeigt die Werke von zwei begabten Hofenfels-Schülerinnen.

Mit 18 Jahren die eigenen Werke ausstellen – wie viele junge Künstler träumen davon? Milena Carius und Lena Stalter vom Hofenfels-Gymnasium haben sich den Traum erfüllt. In der Karlskirche präsentierten sie am Dienstag ihre Ausstellung unter dem Motto „Landschaften“.

Die jungen Frauen empfingen ihre Gäste freudestrahlend. Das lag nicht nur daran, dass sie gerade ihre Ausstellung eröffneten – sie bestanden auch am selben Tag ihr Abitur. Seit drei Jahren sind sie Mitglied der von Lehrerin Iris Seyler gegründeten und geleiteten Kunst-AG. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von der Jahrgangsstufe fünf bis zur Oberstufe können sich hier verwirklichen und ihr Können zeigen – wie eben Milena und Lena.

Stilvoll wurde die Ausstellung durch ein Harfenspiel eröffnet. Lehrerin Iris Seyler begrüßte die Gäste. Obwohl sie die Entwicklung der beiden Schülerinnen schon seit drei Jahren verfolgt, ist sie von den Ergebnissen noch immer begeistert: „Was die beiden Mädels da machen, ist wie Zaubern.“



Für ihre rund 40 Gäste hatten Milena und Lena noch eine ganz besondere Überraschung. Kurzentschlossen nahmen sie ihre Arbeitsmaterialien zur Hand und begannen vor Ort, weitere Werke herzustellen. Mit ihrer Arbeit zogen die beiden die Betrachter in ihren Bann – viele wollten anschließend „ein kleines Stückchen Milena und Lena“ mit nach Hause nehmen. Besonders bemerkenswert: sowohl die ausgestellten als auch die frisch hergestellten Bilder wurden in nur fünf Minuten fertiggstellt..

„Das Besondere an unseren Bildern ist, dass das Endprodukt mehr oder weniger Zufall ist“, so Milena. „Wir tragen Farbe auf eine Acrylplatte auf und bearbeiten sie mit Korken, Pappspateln, Schwämmen und Plastikteilen. Danach legen wir ein Stück Papier auf die Platte, ziehen es ab und lassen es unbearbeitet trocknen“, so Lena weiter. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass fast alle ihre Werke an minimalistische Landschaftsdarstellungen erinnern. „Unsere Bilder haben keinen Namen. Jeder kann darauf das sehen, was er möchte. Einer sieht zum Beispiel einen Vulkan, der andere sieht auf dem selben Bild ein Schlachtfeld“, so Milena und Lena.

Und in der Tat: viele Besucher in der Karlskirche beschrieben sich gegenseitig, was sie auf den einzelnen Bildern erkannten. So gingen die Meinungen des Öfteren auseinander. Wolfgang Conrath, ein ehemaliger Kollege von Iris Seyler, schwärmte: „Es ist lobenswert, dass sich junge Menschen so aktiv für die Kunst interessieren. Beeindruckend ist auch, was hier aus dem Zufall entsteht.“

Die Kunst der Abiturientinnen wurde im Verlauf der Veranstaltung nicht nur zum Betrachtungsobjekt – es gab sogar Kaufanfragen. „Es ist ein sehr schöner Abend und es macht uns stolz“, sagten die – vom Erfolg etwas überraschten – jungen Frauen.

Stolz waren aber nicht nur Milena und Lena. „Ich bin sehr stolz auf die beiden. Es gefällt mir sehr gut. Milena ist eigentlich eine Perfektionistin. Hier verlässt sie sich auf den Zufall“, sagte Petra Carius, die strahlende Mutter von Milena.

Wer die Gelegenheit nutzen möchte, die Ausstellung noch zu besichtigen, hat die Gelegenheit noch bis zum 23. März in der Zweibrücker  Karlskirche.