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| 22:53 Uhr

Bistro in Wolfsburg verkauft, zwei neue Führungskräfte eingestellt
Zadra-Gruppe richtet sich neu aus

Die neue Führungsriege der Zadra-Gruppe: Roland Zadra, Franziska Theobald und Ondrej Novotny (von links) auf der Terrasse des Restaurants „Ess Libris“. Diese wurde als Lounge neu gestaltet.
Die neue Führungsriege der Zadra-Gruppe: Roland Zadra, Franziska Theobald und Ondrej Novotny (von links) auf der Terrasse des Restaurants „Ess Libris“. Diese wurde als Lounge neu gestaltet. FOTO: Marco Wille; www.marcowille.de / Marco Wille
Zweibrücken. Roland Zadra schlägt neue Wege ein. Seine Unternehmensgruppe konzentriert sich künftig auf Zweibrücken. Seine Gastronomie im Outlet Wolfsburg hat er verkauft, die Geschäftsleitung wird mit zwei neuen Mitarbeitern verstärkt, die Gruppe, die bis zu 300 Mitarbeiter beschäftigt, plant neue Investitionen und ein Schulungscamp. Von Mathias Schneck

Der Zweibrücker Hotelier und Gastronom Roland Zadra geht neue Wege. Und die führen allesamt in eine Richtung – in die Rosenstadt. Dort hatte Zadra ohnehin schon immer seinen unternehmerischen Schwerpunkt, aber nun soll der Fokus gänzlich auf Zweibrücken liegen. Das erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Bereits ab dem Jahr 2013 sei diese Neuorientierung erfolgt, betont Zadra. So habe er sich von aufwendigen Repräsentationsämtern getrennt, um mehr Zeit als Unternehmer zu haben. Zadra: „2013 beendete ich meine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der Romantik-Hotels-AG, 2016 legte ich mein Amt im Vorstand des Europäischen und Deutschen Hotelverbandes nieder.“ Ebenfalls ein wichtiger Schritt für Zadra: Er beendete sein Engagement im Outlet-Center in Wolfsburg. Seit 2009 hatte Zadra dort ein Restaurant geführt. Siebeneinhalb Jahre lang gehörte dieses zur Zadra-Gruppe, jetzt ist Schluss damit. „Im Sommer 2017 habe ich das Restaurant an den Betreiber des Outlets Wolfsburg erfolgreich verkauft“, sagt Zadra.

„Von Zweibrücken nach Wolfsburg sind es 550 Kilometer. Das war letzten Endes das K.o.-Kriterium. Oft bin ich an einem Tag früh morgens nach Wolfsburg gefahren, habe mich vor Ort um verschiedene Dinge gekümmert und bin dann noch am selben Tag wieder zurück nach Zweibrücken“, schildert Zadra diesen logistischen Spagat.

Auch auf der Führungsebene gebe es Veränderungen. „Meine Tochter Isabel ist im Sommer 2017 aus dem Unternehmen ausgeschieden, um beruflich ihren eigenen Weg zu gehen“, sagt Zadra. Sie habe ihn „im operativen Geschäft über drei Jahre maßgeblich unterstützt“, lobt Zadra, es sei „eine gute Zusammenarbeit“ gewesen. Aber nun, da seine Tochter ganz eigene Ziele verfolge, sei klar: „Aufgaben und Verantwortlichkeiten in einem Unternehmen mit der Größenordnung der Zadra-Gruppe müssen auf mehrere Schultern verteilt werden, um nachhaltig erfolgreich sein zu können.“

Aus diesem Grund habe er die Geschäftsleitung der Zadra-Gruppe mit zwei Personen verstärkt: Ondrej Novotny, 35, kümmere sich seit Februar um das operative Geschäft. Novotny sei ein Kenner der Branche und habe zuvor ein großes Hotel in Trier geleitet.

Als zweites stoße Franziska Theobald hinzu. Die Kommunikations-Managerin werde künftig die digitale Kommunikation und das Marketing verantworten. Franziska Theobald ist die Lebensgefährtin Zadras, der erklärt, dass er innerhalb der Unternehmensgruppe weiterhin die strategische Unternehmensführung verantworte.

Operatives Geschäft, strategische Unternehmensführung, Marketing – das klingt alles nach einem großen Gebilde. Und das ist es auch, merkt Zadra an. „In der Hochsaison arbeiten 300 Mitarbeiter für die Zadra-Gruppe.“ Im Winter seien es nicht ganz so viele. Zadra weist darauf hin, dass rund drei Viertel der Beschäftigten fest angestellt seien. „Wir sind einer der größten Arbeitgeber in Zweibrücken“, sagt er denn auch stolz. Ganz klar sei die Zadra-Gruppe auch „der umsatzstärkste gastronomische Betrieb in der Region“. Um zukunftsfähig zu bleiben, plant Zadra den Aufbau eines „Schulungscamps“ für die Mitarbeiter, dieses müsse aber noch entwickelt werden.

Vier Standbeine zählen nun also zur Gruppe: das Landschloss Fasanerie, das Hotel Rosengarten am Park, das Wirtshaus samt Biergarten und die „Zett Outlet“-Gastronomie in den Fashion Outlets Zweibrücken. Unklar ist die weitere Entwicklung der Festhalle, hier bietet Zadra eine Bewirtung bei Veranstaltungen an, diesbezügliche Verträge mit der Stadt liefen Ende 2018 aus und würden nun neu verhandelt.

Zadra ist mit der Auslastung seiner beiden Hotels „sehr zufrieden“. Das Landschloss Fasanerie habe eine Auslastung von rund 60 Prozent im Jahr, seit 2017 habe man bei den Übernachtungen um zehn Prozent zugelegt. Das Potenzial für das Haus, ist Zadra überzeugt, liege bei 70 bis 75 Prozent. „Das ist unser Ziel“, sagt der Hotelier. Dazu sei es nötig, an der Barrierefreiheit zu arbeiten. Ein Aufzug für das Haus tue not. „Seit fünf Jahren ist das ein Thema“, erklärt Zadra. Die Entscheidung darüber liegt nicht alleine in seinen Händen: Mitte 2012 kaufte die Gewobau die Fasanerie, Zadra ist seitdem der Pächter der Anlage.

Ein positiver Trend sei, dass die Fasanerie bei Brautpaaren immer beliebter werde. Im Hotel gebe es mittlerweile ein eigenes Standesamt, die Fasanerie sei nun an allen Samstagen, bis in den Sommer hinein, von mindestens einem Brautpaar gebucht. „Hochzeiten boomen“, freut sich der Unternehmer.

Investitionen plant Zadra auch für das Haus am Rosengarten. Hier seien bereits vor fünf Jahren 1,3 Millionen Euro investiert worden, nun solle die Terrasse neu gestaltet werden. Das Hotel am Rosengarten werde von vielen Geschäftsreisenden gebucht, die Auslastung dieses Hauses gibt Zadra ebenfalls mit rund 60 Prozent pro Jahr an.

Ein starkes Standbein der Zadra-Gruppe sei auch das Wirtshaus samt Biergarten an der Schließ. 2017 sei das erste volle Jahr für diese Adresse gewesen (im Frühling 2016 fand die Eröffnung statt). Sobald das Wetter stimme, sei der Andrang groß. Besonders der Vatertag habe 2017 herausgeragt, hier seien 8000 Besucher gezählt worden. An starken Wochenenden seien es im Schnitt rund 5000 Gäste.

Für das Wirtshaus und den Biergarten solle künftig noch mehr die Werbetrommel gerührt werden. „Das Wirtshaus hat zwölf Monate im Jahr geöffnet. Das muss sich noch in den Köpfen der Menschen festsetzen“, nennt Zadra das Ziel der anstehenden Marketingoffensive.

Auch das vierte Standbein habe „großes Potenzial“, wie Zadra betont: die Gastronomie im Fashion Outlet Zweibrücken. Drei Adressen führt Zadra dort: das Bistro inklusive Vinothek, ein Café sowie eine kleinere Espresso-Bar. „Gastronomie spielt für die Betreiber eines Outlet-Centers mittlerweile eine entscheidende Rolle. Man hat erkannt, dass ein gutes Angebot an Cafés und Bistros für Besucher mit ein Grund dafür ist, wieder zu kommen.“ Deshalb sei die Zadra-Gruppe „im positiven Sinne gezwungen, das Angebot im Outlet-Center weiterzuentwickeln und immer wieder neue Angebote zu schaffen.“