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Oberbürgermeister-Wahlen
Wosnitza und Gauf gehen ins Rennen

Wer zieht ins Rathaus ein? Am 23. September wird der neue Zweibrücker Oberbürgermeister gewählt.
Wer zieht ins Rathaus ein? Am 23. September wird der neue Zweibrücker Oberbürgermeister gewählt. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Nachfolge für verstorbenen Oberbürgermeister Pirmann: SPD und CDU präsentierten gestern Abend ihre Kandidaten. Von Mathias Schneck

Die beiden großen Parteien in Zweibrücken haben sich gestern in Sachen Oberbürgermeister-Amt positioniert: Die SPD schickt Marold Wosnitza ins Rennen, die CDU Christian Gauf.

Die SPD lud gestern Abend zu einem Pressegespräch in das Parteibüro in der Ritterstraße ein, um dort Wosnitza zu präsentieren. Die Bedeutung dieser Personalie zeigte sich auch darin, dass Alexander Schweitzer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag und ferner Vorsitzender der pfälzischen SPD, nach Zweibrücken gekommen war.

Der Vorstand des Stadtverbandes und die Stadtratsfraktion der SPD hatten Wosnitza zuvor einstimmig gewählt. Die offizielle Nominierung soll am 1. August bei einer Veranstaltung der Partei in der Festhalle erfolgen. Das einstimmige Votum gestern Abend bezeichnete Wosnitza als „ein für mich fantastisches Ergebnis“. Das sei für ihn „Antrieb, voller Kraft in den Wahlkampf zu gehen, der ja sehr kurz ist und gerade einmal elf Wochen dauert“. Er stellte in Aussicht: „Wir werden uns die Füße wundlaufen.“ Wosnitza sagte, „wir müssen der Bevölkerung zeigen, dass ich die Stadt weiterbringen möchte, weiterbringen werde.“ Zweibrücken habe „unfassbares Potenzial“. Er erklärte, dass er zwar in Saarbrücken geboren sei, allerdings schon seit 50 Jahren in Zweibrücken lebe. Er wisse folglich, wo die Menschen der Schuh drücke.



Alexander Schweitzer sprach Wosnitza seine „herzliche Gratulation“ aus, das einstimmige Votum zeige „die Entschlossenheit der Partei“. Mit Blick auf die Erfolgschancen Wosnitzas sagte Schweitzer: „Ich bin sehr zuversichtlich.“ Wosnitza räumte ein, dass sich vielleicht der eine oder andere Bürger fragen werde: „Wer ist das?“ Dies werde ihm aber nicht gerecht. Er sei schon seit einigen Jahren in Zweibrücken Stadtverbands-Vorsitzender für Sport und in unterschiedlichen Vereinen engagiert – unter anderem bei den Wassersportfreunden in Zweibrücken.

Er habe bereits diverse Projekte in der Rosenstadt angestoßen, etwa die Rutschbahn für das Freibad oder die Planung von Spielplätzen. Er habe Zweibrücken „signifikant gut gestaltet“, das sei ihm wiederholt von Bürgern bescheinigt worden.

In seinem Wahlkampf wolle er unter anderem Akzente setzen bezüglich der Frage nach der wirtschaftlichen Weiterentwicklung der Stadt und der Wirtschaftsförderung. Auch die Fortführung von Projekten wie der Sozialen Stadt seien wichtig, ebenso der Aspekt „Bildungsstandort Zweibrücken“ mit der sehr gut aufgestellten Hochschule.

Dem Vernehmen nach gibt es in der SPD aber zumindest vereinzelt auch Stimmen, dass Wosnitza der „Stallgeruch“ fehle, dass er nicht die klassische Politiklaufbahn vorzuweisen habe, mit der typischen Kärrnerarbeit an der Basis. Nun hat ihn zwar der Stadtverband und die Stadtratsfraktion der SPD aufgestellt – aber das ist nur ein Teil der Partei. Bei diesem Einwand ergriff Alexander Schweitzer das Wort. Er stellte demonstrativ klar, „dass Stadtverband und Ratsfraktion ein sehr repräsentativer Teil der Partei“ seien, die Partei stehe voller Überzeugung hinter ihm, Wosnitza sei der richtige Mann.

Wosnitza, 53, ist studierter Erziehungswissenschaftler und lehrt als Professor an der RWTH-Universität in Aachen, an der er zudem Prodekan ist. In Zweibrücken ist er seit 2013 Vorsitzender des Stadtverbands für Sport.

In Sachen Bekanntheitsgrad hat der Kandidat, den die CDU gestern Abend zeitgleich mit der SPD präsentierte, gewisse Vorteile. Der Kandidat heißt nämlich Christian Gauf – und der ist Bürgermeister Zweibrückens. Der CDU-Kreisvorstand Zweibrücken und die CDU-Stadtratsfraktion Zweibrücken votierten ebenfalls einstimmig für ihren Kandidaten. „Wir sind als Kreisvorstand und Fraktion davon überzeugt, dass wir mit Bürgermeister Christian Gauf einen hervorragenden Kandidaten für die anstehende Oberbürgermeister-Wahl haben“, erklärte Stadträtin Gertrud Schiller für die Partei. Gauf, 52, ist seit September 2017 Bürgermeister der Rosenstadt.

Bei einem Kreisparteitag am 20. Juli soll Gauf offiziell nominiert werden. Gauf ist seit fast zwei Jahren Vorsitzender des Zweibrücker Kreisverbandes, nachdem er zuvor 20 Jahre lang dessen Schatzmeister war. In den letzten Monaten hatte er bereits die Krankheitsvertretung von Oberbürgermeister Kurt Pirmann übernommen.

„Es ist für mich die logische Konsequenz, dass ich mich als Bürgermeister auch für die Oberbürgemeister-Kandidatur zur Verfügung stelle“, sagte Gauf gestern Abend.

Gauf ist ehemaliger Handballer des SV 64 Zweibrücken und war bis zu seinem Amtsantritt mehr als 25 Jahre Sportfunktionär beim SV 64, der einer der größten Vereine der Rosenstadt ist.

Außer Wosnitza und Gauf hat bislang nur Atilla Eren (Linke) sein Interesse daran bekundet, ebenfalls für das Amt des Oberbürgermeisters kandidieren zu wollen, er wird im Wahlkampf dem Vernehmen nach als Parteiunabhängiger auftreten; Eren war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Der Oberbürgermeister muss neu gewählt werden, da Amtsinhaber Kurt Pirmann (SPD) am 25. Juni mit 63 Jahren verstarb. Die Gemeindeordnung sieht vor, dass binnen drei Monaten ein Nachfolger gewählt werden muss. Die Stadtverwaltung hat den 23. September als Wahltermin genannt.

Die SPD schickt Marold 
Wosnitza ins Rennen um die Oberbürgermeisterwahl.
Die SPD schickt Marold Wosnitza ins Rennen um die Oberbürgermeisterwahl. FOTO: Marold Wosnitza / Claudia Fahlbusch
Christian Gauf tritt für die CDU bei der Oberbürgermeisterwahl an.
Christian Gauf tritt für die CDU bei der Oberbürgermeisterwahl an. FOTO: Volker Baumann