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OB-Wahlkampf in der Hallplatz-Galerie
Reges Interesse an Befragung Wosnitzas

Fred Konrad befragte Marold Wosnitza.
Fred Konrad befragte Marold Wosnitza. FOTO: sedi
Zweibrücken. Auch wenn nur ein Kandidat erschien: Mit zwischenzeitlich rund 100 Zuhörern war die Fragerunde am Freitagabend gut besucht. Von Sebastian Dingler

Die Zweibrücker Grünen hatten zur Diskussion eingeladen, doch nur ein Kandidat war gekommen. Wie bereits berichtet, hatte der CDU-Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters, Christian Gauf, die Einladung zur Veranstaltung in der Hallplatz-Galerie kurzfristig abgesagt. Trotzdem wolle man das jetzt durchziehen, meinte der ehemalige Grünen-Landtagsabgeordnete Fred Konrad, der die Diskussion, die sich notgedrungen zu einer Befragung entwickelte, am Freitagabend leitete.

Trotz Gaufs Fehlen war die Veranstaltung gut besucht: Zwischenzeitlich hörten um die hundert Bürger zu. Der Organisation der Grünen war zu verdanken, dass die Themenblöcke kurzatmig durchgearbeitet wurden; bei zu langer Redezeit wurde die Rote Karte gezeigt. Natürlich standen grüne Themen im Vordergrund: Um Barrierefreiheit, die Mülldeponie in Mörsbach, erneuerbare Energie, Radwege, den Einsatz von Pestiziden und die Integration von Flüchtlingen ging es vornehmlich. Dabei wurde häufig deutlich, dass Wosnitza von den Positionen der Grünen zumindest nicht weit entfernt ist. Beim bisweilen heiß diskutierten Thema Mülldeponie wollte sich der SPD-Kandidat aber auf keine Seite schlagen. Ihm sei „wichtig, deutlich zu machen, was da oben passiert“. Es läge ja auch nicht im Interesse der Betreiber, „dass da ein Dauerverdacht in der Luft liegt“. Der Idee einer öffentlichen Veranstaltung auf dem Gelände der Deponie stimmte Wosnitza voll zu, da er diesbezüglich Transparenz schaffen wolle. Beifall kam unter den Zuhörern nur an einer Stelle auf: Als Ingrid Satory vom „Bündnis Buntes Zweibrücken“ fragte, ob sie mit Wosnitzas Unterstützung im Kampf gegen Rechts rechnen könne. „Die Frage stellt sich gar nicht! Wir müssen alles dafür tun, dass sich das braune Gedankengut von Zweibrücken fernhält“, meinte der Kandidat unter Applaus. Interessant war die Frage eines Zuhörers, wie lange denn der als Professor in Aachen tätige Wosnitza brauchen würde, um die Amtsgeschäfte zu übernehmen. Der meinte, dass die bürokratischen Prozesse wohl schon ihre Zeit brauchen werden, spätestens im Dezember sollte es aber so weit sein.

Als „fantastisch“ empfand Klaus Eicher Wosnitzas Auftritt. „Ich bin von ihm überzeugt. Ich bin bei der Gewobau beschäftigt und würde sagen, dass drei Viertel der Belegschaft auf Wosnitzas Seite stehen. Ich weiß nicht, ob Christian Gauf heute Abend wirklich Wichtigeres zu tun hatte, aber ich bin ein bisschen enttäuscht davon, dass er nicht gekommen ist.“ Auch Werner Gall fand es schade, dass der CDU-Kandidat nicht gekommen war. „Ich meine, dass die Bürger ein Recht darauf haben, sich eine Meinung vor Ort zu bilden. Ich kann zu Christian Gaufs Fehlen nur sagen, dass er das selbst wissen muss.“ Ex-OB-Kandidat Atilla Eren, der sich mittlerweile für Gauf ausgesprochen hat, nahm diesen auf der Veranstaltung in Schutz: „Der Christian kann ja nicht alles machen“, zeigte er Verständnis. „Wenn man so eine Podiumsdiskussion mitmacht, braucht man ja mindestens drei Tage Vorbereitung.“



Besagter OB-Kandidat Gauf sagte am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung, dass er die Abwesenheit von der Podiumsdiskussion – wie angekündigt – rege für den Haustürwahlkampf genutzt habe. „Ich habe am Freitag an rund 230 Haustüren geklingelt“, berichtete Gauf am Abend.