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Wohnsitz-Streit: Rimbrecht kritisiert Reichlings Wortwahl

Zweibrücken. Walter Rimbrecht (SPD) hat im Stadtrat kritisiert, dass Oberbürgermeister Helmut Reichling von Ausbürgerung spricht, weil er seinen Hauptwohnsitz in Zweibrücken verliert. Rimbrecht erinnerte, gemäß Grundgesetz sei Ausbürgerung in Deutschland verboten - eine Lehre aus der NS-Zeit

Zweibrücken. Walter Rimbrecht (SPD) hat im Stadtrat kritisiert, dass Oberbürgermeister Helmut Reichling von Ausbürgerung spricht, weil er seinen Hauptwohnsitz in Zweibrücken verliert. Rimbrecht erinnerte, gemäß Grundgesetz sei Ausbürgerung in Deutschland verboten - eine Lehre aus der NS-Zeit. Reichling rücke sich mit seiner unter anderem beim Zweibrücker Neujahrsempfang getätigten Äußerung in die Nähe von Nazi- oder DDR-Opfern, so Rimbrecht. Dies sei "ein Skandal". Das Melderegister werde lediglich der Tatsache angepasst, dass Reichling in Homburg wohnt. Der OB versuche auch sonst, sich zum Opfer zu stilisieren. Rimbrecht: "Reichling hat immer wieder selbst gesagt, dass er im Saarland wohnt und auf den Umzug nach Zweibrücken wartet - wie soll er denn jetzt mit Stasi-Methoden ausspioniert worden sein?"Für seine lange "persönliche Erklärung" erntete Rimbrecht im Stadtrat nur eisiges Schweigen. "Wo bleibt der Beifall?", fragte Jürgen Kroh (CDU) mit Blick auf Rimbrechts eigene Fraktion. Und Heinz Heller, bei dem sich Reichling wie bei der übrigen Stadtverwaltung bereits für seinen Stasi-Vorwurf entschuldigt hatte, sagte leise "weiter im Text" - was Sitzungsleiter Reichling zum Anlass nahm, zum nächsten Tagesordnungspunkt überzugehen. lf