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| 20:48 Uhr

„Wir sind die Dummen!“

Zweibrücken. „Wenn die Arbeiten in dem Tempo weitergehen, sind sie nächstes Jahr um die Zeit noch nicht fertig“, unkt Blaue-Adria-Inhaber Milan Jovic über den Fortschritt in der Alten Ixheimer Straße. Über Monate habe man kaum Arbeiter auf der Baustelle gesehen, die Verzögerung aufs kalt-nasse Winterwetter zu schieben, sei nicht nachvollziehbar. Doch die Stadt hält an ihrer Darstellung fest. Eric Kolling

Die Darstellung zum Stand der Dinge bei der Alten Ixheimer Straße (wir berichteten) treibt Milan Jovic, Inhaber des Restaurants Blaue Adria auf die Palme. Die Arbeiten sind im Verzug. Als Anlieger ist er selbst von den inzwischen viermonatigen Bauarbeiten betroffen. "Man kommt finanziell immer mehr in Bedrängnis", klagt Jovic beim Anruf in der Merkur-Redaktion. Und dann legt er los. Das Argument der Stadt, wegen des "nassen und kalten Wetters" im Winter hätten sich die Arbeiten über den Winter schon um einen Monat verzögert, kann er nicht nachvollziehen. "Das greift nicht als Argument". Der Bauleiter habe ihm erklärt, die Stadtwerke trügen die Schuld an der Verzögerung, so Jovic. "Wir sind die Dummen!" Er habe Verständnis für die Notwendigkeit der Baumaßnahme, sei aber überrascht, warum die in der Fußgängerzone so viel schneller abgewickelt worden sei. "Dort ging man von einem Jahr Bauarbeiten aus, war nach sechs Monaten fertig", erinnert sich Jovic. Die Firma Wolf und Sofsky habe samstags und wochentags teils bis 22 Uhr gearbeitet, "da hat man richtig Volldampf gegeben". Er fragt, ob diesmal an einer schnellen Fertigstellung kein so großes Interesse bestehe oder man politisch mit der Maßnahme weniger punkten könne als mit der Rekordumgestaltung der Fußgängerzone. Auch fuchst ihn, dass Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) bei einer Versammlung vor Beginn der Bauarbeiten versprochen habe, einen Unternehmer zu suchen, der im Notfall auch sonntags anrückt, damit die Arbeiten schnell erledigt seien. Über zwei Monate sei kaum etwas an der Baustelle gemacht worden, man habe nur zwei oder drei Leute arbeiten sehen. Freitagsmittags sei Bauschluss, samstags komme niemand. "Wenn die Arbeiten in dem Tempo weitergehen, sind sie nächstes Jahr um die Zeit noch nicht fertig", unkt Jovic.

Auch bei der Stadt ist man nicht so sicher, ob die Arbeiten im September oder überhaupt 2016 noch beendet werden. "Der Zeitplan ist eventuell noch zu halten, wenn wir in den nächsten beiden Bauabschnitten zügig vorankommen", sagt Stadtsprecher Heinz Braun auf Merkur-Anfrage. Doch ob dies gelingt, steht vor allem wegen des Wetters in den Sternen. "Wenn wir im April oder Mai viel Regen haben, bleibt es problematisch. Straßenarbeiten sind immer etwas wetterbedingt. Wenn es trocken ist, läuft es hingegen ganz gut." Zu der bisherigen Verzögerung sei es tatsächlich wegen des Wetters gekommen. Braun: "Es war längere Zeit zwar nicht allzu kalt, aber zu kalt, als dass die Stadtwerke Rohre hätten verschweißen können und zu nass, um Straßenarbeiten durchzuführen."

Dass beim Umbau der Fußgängerzone mehr, fleißiger und länger gearbeitet worden sei, wie Jovic es empfindet, weißt Braun klar zurück. "Wir konnten dort den Bereich komplett aufreißen. Es ist immer etwas günstiger, wenn man die Arbeiten in einem Stück machen kann. Das haben wir bei der Alten Ixheimer Straße deshalb nicht gemacht, damit es die Leute nicht so sehr belastet." Der vordere Bereich ab der Bergstraße sei derzeit immer noch befahrbar (und bleibt das bis zum 2. Mai) - Geschäfte und Gaststätten dort seien weiter erreichbar. Auch sei von Sonntagsarbeit nie die Rede gewesen. Braun: "Ich war bei allen Versammlungen dabei, da war nur mal die Rede, ob samstags etwas machbar ist." Und die Arbeiten in der Alten Ixheimer Straße müssten gut koordiniert werden. Es bringe nichts, schon Gräben zu schließen, die dann wieder geöffnet werden müssten, nennt Braun ein Beispiel. Und dass die Leute vor Ort zu wenig arbeiteten, "bestätigt die Bauleitung nicht".

An den Plänen für ein Baustellenfest hält die Stadt indes fest. "Das bleibt aktuell. Ende Mai, Anfang Juni soll es stattfinden. Gerade finden da Gespräche statt", sagt der Stadtsprecher. Rückmeldungen von Anwohnern und Geschäftsleuten habe man inzwischen einige erhalten. Es sei darum gegangen, wie die Arbeiten weitergehen, wie der Zeitplan aussehe. "Man hat bei Straßenbauarbeiten immer Leute, die vermeintliche Fehler oder Verzögerungen sehen. Das ist fast die Regel und kein spezifisches Problem der Alten Ixheimer Straße", so Braun.

Die Baustelle am Anfang der Alten Ixheimer Straße reicht derzeit von der Daimler-Brücke bis zur Einmündung der Bergstraße (links). So können Autofahrer, die aus Richtung Autobahn oder Ixheim kommen, zwar die Läden und Restaurants erreichen, müssen dafür aber eine Schleife durch die Stadt fahren. Foto: jam
Die Baustelle am Anfang der Alten Ixheimer Straße reicht derzeit von der Daimler-Brücke bis zur Einmündung der Bergstraße (links). So können Autofahrer, die aus Richtung Autobahn oder Ixheim kommen, zwar die Läden und Restaurants erreichen, müssen dafür aber eine Schleife durch die Stadt fahren. Foto: jam FOTO: jam