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Buchvorstellung am 24. Mai
Wilhelm Molitors „Domlieder“

Harald Lehmann und Gabriele Lintz mit den „Domliedern“.
Harald Lehmann und Gabriele Lintz mit den „Domliedern“. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Die Kulturgutstiftung Gehrlein-Fuchs lädt zur Buchvorstellung am 24. Mai ein. Von Peter Fromann

Georg Wilhelm Molitor wurde 1819 in Zweibrücken geboren. Er studierte Jura und Theologie. Er war Domkapitular in Speyer, Bischofskandidat und Landtagsabgeordneter. Nebenher schrieb Molitor, der 1880 starb, aber auch Gedichte, Romane, Novellen, Theaterstücke und essayistische Prosa. Überlebt haben vor allem seine „Domlieder“, die 1846 erschienen.

Der Germanist und Historiker Bernhard Adamy hat jetzt die „Domlieder“, Lieder und Romanzen vom Kaiserdom zu Speyer, mit einem umfassenden eigenen Begleittext herausgegeben.

„Im Speyerer Dom haben acht Kaiser des Reiches die letzte Ruhestätte gefunden, und so laufen in ihr die Fäden deutscher Geschichte zu einem starken Knotenpunkt zusammen“, schreibt Molitor. Und 1846 begann auch die Ausmalung des Domes. Doppelter Grund für ihn, sich mit dem Gebäude näher auseinander zu setzen. Der Dom ist bis heute die größte romanische Kirche der Welt. Für Molitor war er ein „Nationaldenkmal deutscher Kunst und Frömmigkeit“. Einen zusätzlichen vaterländischen Akzent setzte die anhaltende „Rheinromantik“. So erscheint der Dom in Molitors Gedichten als Bilderbogen verschiedener Ansichten, bereichert von „Geschichten“, die mit ihm zusammenhängen.



Die 33 Gedichte umfassen die ersten 127 Seiten des Buches. Es schließen sich spätere Gedichte von Molitor an, aber auch Herausgeber Bernhard Adamy wagt mit mit einem Gedicht einen Ausflug ins Poetische. Adamys erhellender Kommentar umfasst rund 50 Seiten. Daneben bietet das Buch auch noch Fotos und Illustrationen.

Die Touristen, die es damals auch schon gab, kann Molitor an dieser heiligen Stätte überhaupt nicht leiden. Da dichtet er flott von der Galle weg: „Ja, sie schleichen, wie die Leichen/durch des Domes Herrlichkeit,/diese lebensmatten bleichen/Söhne so gepriesener Zeit“/. Nicht alle Verse im Buch klingen so leichthin, entspannen daher umso mehr. Zur Buchvorstellung laden Wolfgang Staedtler und Harald Lehmann vom Vorstand der Gehrlein-Fuchs Stiftung ein: „Wir würden uns freuen, wenn viele Besucher kämen“.

Die Buchvorstellung mit dem Herausgeber Bernhard Adamy findet am Donnerstag, 24. Mai, um 18 Uhr im Mannlich-Molitor-Haus in der Herzogstr. 8 statt. Die „Domlieder“ kosten 16 Euro, erschienen ist es im Pilgerverlag.