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„Wieners“ lassen es in Mittelbach richtig kesseln

Voll und ganz den kultigen Zweirädern hat sich der Mittelbacher Mofa-Club verschrieben.
Voll und ganz den kultigen Zweirädern hat sich der Mittelbacher Mofa-Club verschrieben. FOTO: nob / Norbert Rech
Der Mofaclub sorgt in Zweibrücker Stadtteil für Furore. Ziel des Vereins ist es, die „aussterbende“ Zweiradkultur am Leben zu erhalten.

Mofa fahren ist pure Entschleunigung. Gemütlich durch die Landschaft kutschieren ist toll, man sieht etwas von der Gegend und der Natur. Der Trend Mofa hat längst Einzug gehalten. Zahlreiche Mofa-Clubs haben sich bereits in Deutschland gebildet, deren Mitglieder die nostalgischen Maschinen aus Scheuen und Kellern geholt haben. Auch in Mittelbach hat sich eine Gruppe zusammengefunden, die dieser Leidenschaft verfallen sind.

Seit vergangenem Herbst gibt es hier die „Wieners“. Dabei handelt es sich um fünf junge Männer, die sich seit ihrer Kindheit kennen und schon als Jugendliche mit dem Mofa unterwegs waren. „Wir waren damals gemeinsam bei den Straußbuben und wollten eine Freizeitgelegenheit für Leute in unserem Alter schaffen“, nennt Aron Holaus die Beweggründe zur Gründung des Vereins. Alle seien so um die 30 Jahre alt und hätten vor gut 15 Jahren mit dem Roller ihre motorisierte Zweiradlaufbahn begonnen. Das Angebot der anderen Vereine im Dorf sei nichts für sie gewesen.

Bei der Gründung seien zwei Ziele vereinbart worden. Zum einen soll natürlich die „aussterbende“ Zweiradkultur am Leben erhalten werden. Das bedeutet, die Menschen sollten auch die eigenen vier Wände wieder verlassen, um andere Leute zu treffen. Hierfür – so der Gedanke des Quintetts – seien „Soziale Netzwerke“ kein Ersatz. Mofas seien Kult. Waren es früher für Jugendliche ein Symbol der Freiheit oder besser gesagt ein Fahrzeug, um von A nach B zu kommen – so haben sie heute viele Liebhaber, die mit ganzem Herzen an den Oldtimern hängen. Sie seien inzwischen auch deutlich im Preis gestiegen oder oft um ein Zehnfaches teurer als bei der ersten Anschaffung. Der Mittelbacher Club unternimmt oft spontane Fahrten – beispielsweise in den Zweibrücker Biergarten oder zu Treffen anderer Vereine. Im Oktober waren sie auch auf dem Hockenheimring, wo sie stolz ihre Mofas präsentieren konnten. Erlaubt seien bei den „Wieners“ nur Maschinen – keine Roller – bis 50 Kubik.



Auch das zweite Vereinsziel – für Belebung im Ort zu sorgen – habe die Gruppe, zu der selbstverständlich auch die Ehefrauen gehören, schon in Angriff genommen. „Wir haben am Umwelttag und am Dorffest teilgenommen“, berichtet Holaus. Im nächsten Jahr will der Verein auch ein eigenes Sommerfest organisieren. Dann hoffe man auch mehr Mitglieder zu haben, die auch gerne aus den umliegenden Orten stammen dürfen. „Wir sind im Grunde erwachsen gewordene Jugendliche, die sich gerne an die frühere Zeit erinnern“, beschreibt der Mittelbacher sich und seine Kumpels. Neben den Ausflügen werde auch an den Fahrzeugen gearbeitet. Es gebe immer etwas zu tun, schließlich hätten sie ja schon viele Jahre und Kilometer hinter sich. So komme die technische Erfahrung der Mitglieder zum Zuge. Holaus selbst hat den Beruf des Mechatronikers gelernt. Der Name „Wieners“ sei philosophisch und stamme aus dem Film „Werner – Beinhart!“.
Auch ein eigenes Logo gebe es schon. Jetzt gelte es nur noch andere für den Mofa-Kult und Mittelbach zu begeistern. Dann kann es getreu nach Kultfigur Werner heißen: „Auf die Helme. Freie Bahn mit Marzipan“. nob

Die „Wieners“ sorgen für Schwung im Dorf.
Die „Wieners“ sorgen für Schwung im Dorf. FOTO: nob / Norbert Rech