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Ins N@z gegangen
„Wie will Zweibrücken konkurrieren?“

 Beim Thema Parkgebühren sind sich die Zweibrücker uneins.
Beim Thema Parkgebühren sind sich die Zweibrücker uneins. FOTO: picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte
Zweibrücken. Merkur-Leser diskutieren über den FDP-Vorschlag, die Parkgebühren in der City zu senken. Der Vergleich mit Homburg bereitet Kopfzerbrechen.

Die von der FDP-Fraktion im Zweibrücker Stadtrat angestoßene Debatte um eine Senkung der Parkgebühren in der Rosenstadt ist bei Merkur-Lesern auf breite Resonanz gestoßen. Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung gab es auf den Vorschlag ganz unterschiedliche Reaktionen.

Thomas Ruf etwa hält von einer Senkung der Gebühren nichts. Er sagt: „Es gibt in der Innenstadt immer noch genügend kostenlose Parkplätze. Man kann sich entweder dort einen Parkplatz suchen oder einen Premiumparkplatz in einem der Parkhäuser mieten.“ Ruf ergänzt: „Kostenloses Parken kostet die Stadt viel (Steuer-) Geld, denn die Parkplätze sind nicht einfach so da, sondern müssen auch angelegt und gepflegt werden.“ Er schlägt vor: „Sinnvoller wäre es, die Ticketpreise für Busse zu senken“. Auch Markus Rumschinski findet: „Man muss den Schienenpersonennahverkehr und den Öffentlichen Personennahverkehr stärken anstatt die Parkgebühren zu senken.“ Gänzlich anders sieht es Axel Stephan. Für ihn sind „Parkgebühren moderne Wegelagerei, egal wie hoch sie sind!“

Andere Merkur-Leser zweifeln, dass eine Senkung der Gebühren einen signifikanten Einfluss auf die Situation in der City haben wird. „Um die Innenstadt attraktiver zu machen, müsste man sich ein besseres Angebot überlegen, um mehr Leute anzulocken. Die Parksituation ist nicht das Problem“, findet Tanja Buchholz. Hardy Welker ist angefressen wegen technischer Probleme im Parkhaus am Hallplatz. Er berichtet: „Kurz geparkt, zwei Euro eingeworfen, um einen Euro zu bezahlen. Es kommt kein Wechselgeld heraus. Reklamation bei der Parkhausaufsicht – endlose unfachmännische Diskussion. Ich pfeife auf das Wechselgeld, weil ich noch anderes zu tun hatte.“ Nach einer weiteren schlechten Erfahrung habe er entschieden, dass „ich dieses Parkhaus meide und damit meide ich auch ein Stück weit die Geschäfte rund um den Hallplatz.“



Gero Knott wirft die Frage auf, wie sich Zweibrücken im Vergleich zu anderen Städten behaupten will, wenn die Gebühren anderorts günstiger – oder gar nicht vorhanden sind: „Wie will Zweibrücken mit Homburg konkurrieren, wenn in Homburg drei Viertel der Parkplätze frei sind?“ Man sehe mittlerweile viele Zweibrücker Kennzeichen in Homburg, berichtet er. Ganz ähnlich sieht es Andreas Andel. Er fordert: „Endlich mal ein Zeichen setzen und die Parkgebühren ganz abschaffen – einfach schon um zu zeigen, dass man froh ist, dass Leute überhaupt noch in die Innenstadt kommen. In Homburg kann man zum Beispiel problemlos zwei Stunden kostenfrei mit Parkscheibe zentral parken.“ Den direkten Vergleich zwischen Homburg und der Rosenstadt zieht auch Andreas Adamski. Er sagt: „Früher war ich auch als ehemaliger Einöder öfter in Zweibrücker Fachgeschäften, Kneipen und Restaurants oder auf den Markt. Heute viel öfter nach Homburg.“ Das liege aber nicht allein an den Parkgebühren. „Homburg hat ein attraktiveres Angebots-Spektrum und es ist ein anderes Klientel unterwegs, mit dem man sich wohler fühlt. Es ist halt eine Universitätsstadt.“

 Franz Mazurkiewicz zeichnet vor dem Hintergrund der Thematik ein desaströses Bild der Rosenstadt. Diese sei „schon jahrelang bankrott, die Parkgebühren sind schon fest in den Haushalt eingeplant, obwohl das Geld noch nicht da ist. Man könnte ja zwei Tage kostenloses Parken machen – wenn man nicht so am Arsch wäre.“