| 21:52 Uhr

Konzert in der Festhalle
Wie im Wiener Kaffeehaus

Das Ensemble Salonissimo sorgte für eine unvergessliche Zeitreise.
Das Ensemble Salonissimo sorgte für eine unvergessliche Zeitreise. FOTO: Norbert Rech
Zweibrücken. Das Ensemble Salonissimo begeisterte mit Filmtiteln, Operetten und klassischen Werken. Von Norbert Rech

Die Herzen höher schlagen ließ in der Zweibrücker Festhalle am Sonntagnachmittag das Ensemble Salonissimo. Bei Kaffee und Kuchen haben die fünf Berufsmusiker des National-Theaters in Mannheim eine gelungene Mischung aus gehobener Unterhaltung zu Gehör gebracht. Besonders die Schlager aus alten Ufa-Filmen der 20er und 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sorgten beim Publikum für richtig nostalgische Stimmung. Waren es doch hauptsächlich Besucher, die ihren 50. Geburtstag schon gefeiert haben und damit auch die Kompositionen gut kannten. Ob es „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder die Titelmelodien aus Miss Marple und Dr. Schiwago waren, die den ein oder anderen sogar zum Mitsummen animierten.

„Musik muss nicht laut sein“, betonte Frank Ringleb, der Gründer des Ensembles. Gerade das mache die einzigartige Atmosphäre aus, die den Heinrich-Gauf-Saal zum „größten Kaffeehaus westlich von Wien“ verwandeln ließ. Seit mehr als 25 Jahren sind die Musiker in unterschiedlicher Besetzung nun schon unterwegs – ob auf Kreuzfahrten, oder private Feiern. Dazu komme die Veranstaltungsreihe, bei des es im März schon die 300. Aufführung in Mannheim geben soll.

Das Programm bot neben Filmmusik auch Operetten, Salonmusik, Klassik und vor allem auch Wiener Melodien. Viel Applaus gab es unter anderem für die Ritsch-Ratsch-Polka von Johannes Strauß, von dem das Quintett auch die Erfolge aus der Fledermaus „Du und Du“ spielte. Ringleb bewies sich – wie auch erwartet – als Charmeur. So lobte er die Gäste für deren tolles Outfit und sparte auch nicht an Komplimenten für die Frauen im Saal, die den Männern aber 80 Prozent ihrer Kraft kosten würden: „Ohne sie haben wir aber gar keine.“



Der Kopf des Ensembles zeigte auch, dass er sich in der Filmbranche bestens auskennt. So informierte er ausführlich über die Entstehung des Tonfilms, der seien Ursprung in den USA gehabt hätte. Insgesamt fühlten sich die Besucher wie auf einer Zeitreise in eine Welt der guten „alten Schule“, in der Benehmen und Etikette besonders wichtig war. Mehr als zwei Stunden lang lauschte das Publikum den verschiedenen Werken, wie dem Schlittschuhfahrer-Walzer von Emil Waldteufel oder „Hoch droben auf dem Berg“ aus dem Streifen „Rosen aus Tirol“.