| 00:00 Uhr

Wichtige Tage stehen bevor

Einen ungewöhnlichen Protest zeigt die Bürgerinitiative Mörsbach diesen Samstag: Mit einem Schweigemarsch durch die Zweibrücker Innenstadt, der ab elf Uhr von der Fußgängerzone zum Alexanderplatz führt, will die Initiative ihren Unmut über die Pläne bezüglich der Mülldeponie im Rechenbachtal verdeutlichen. Nachdem in den vergangenen Wochen zum Teil lautstark Für und Wider der Deponiepläne diskutiert wurde, wird nun das Schweigen als Waffe genutzt.

Die Beteiligung an dem Schweigemarsch dürfte ein Gradmesser sein für das, was nächste Woche in der Festhalle ansteht. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd hat das Gebäude gleich für zwei Tage gebucht: Am Donnerstag - und bei Bedarf am Freitag - können die Anwohner bei einem Erörterungstermin gegenüber Vertretern der Stadt, des Deponiebetreibers UBZ und der SGD Süd ihre Bedenken vortragen.

Die geplante Erweiterung der Deponie durch den UBZ und die mögliche Bearbeitung gefährlicher Stäube durch das Unternehmen Terrag treiben viele Menschen um. Mittlerweile wächst auch in Kirrberg die Sorge, was da alles im nahegelegenen Rechenbachtal geschieht - wie diese Woche im Kirrberger Ortsrat deutlich wurde (wir berichteten). Ernst sind die Bedenken der Mörsbacher und Kirrberger. Es ist folglich zu hoffen, dass die Diskussionskultur nächste Woche in der Festhalle eine andere sein wird als zuletzt im Stadtrat.

Die FDP brach am Freitag, unmittelbar vor dem Schweigemarsch, eine Lanze für die Deponie. Bei der Vorstellung ihrer Liste für die Stadtratswahlen (siehe Seite 17) erklärten die Liberalen, sie seien dieser Tage durch den UBZ informiert worden, was es mit dem asbesthaltigen Müll aus Italien auf sich hat. Dieser stamme von einem Lieferanten, der schweiße den Müll komplett in Folie ein, das ganze Verfahren sei hoch professionell und vertrauenswürdig.

Nun liegt es am UBZ, auch die Anwohner zu überzeugen. Im Gegenzug sind aber auch die Kritiker gefordert. Ihre Bedenken alleine reichen nicht aus; diese Angst muss ernst genommen werden, entscheidend sind jedoch die Fakten wie Messwerte oder Glaubhaftigkeit der Kontrollen. Es sind wichtige Tage, die bevorstehen. Sie sollten geprägt sein von der Kraft der Argumente. Und nicht von dem, der die kräftigere Stimme hat.